Potsdam

Judentum aller Couleur

Werbung für den Synagogenbau Foto: Marco Limberg

Im Streit über den Bau einer neuen Synagoge in Potsdam hat sich Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) für eine zügige Umsetzung der Pläne ausgesprochen. »Nach Potsdam und in das Land Brandenburg gehört lebendiges Judentum aller Couleur«, erklärte Platzeck am vergangenen Freitag in Potsdam. Jüdisches Leben könne sich jedoch nur dann nachhaltig entwickeln, wenn die Synagoge zusammen mit dem Gemeindezentrum nun auch gebaut werde.

aufschub In den vergangenen Wochen waren die Pläne für die Synagoge von jüdischer Seite wiederholt kritisiert worden. Die Kritiker befürchten unter anderem, dass aus dem geplanten Neubau in der Innenstadt ein russisches Kulturzentrum werden könnte, in dem religiöse Fragen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Unter anderem hatten Kritiker einen Aufschub der Baupläne und die vorläufige Errichtung einer Klagemauer als Zwischenlösung vorgeschlagen. In Potsdam gibt es derzeit drei jüdische Gemeinschaften, von denen die größte fast ausschließlich aus russischen Zuwanderern besteht und dem Zentralrat der Juden in Deutschland angehört (vgl. Jüdische Allgemeine 24. Juni).

Der Zentralrat und dessen Präsidentin Charlotte Knobloch hätten in Gesprächen und Briefen mehrfach ihre Zustimmung zu den Plänen bekräftigt, sagte Platzeck. Der Zentralrat hatte das Projekt vor einigen Jahren noch abgelehnt, da die Finanzierung der laufenden Kosten für den Betrieb der Synagoge und der Gemeinderäume nicht gesichert und die Potsdamer Gemeinde nicht in der Lage sei, diese zu übernehmen.

baubeginn Der Wunsch der rund 500 Juden in Potsdam, wieder in einer Synagoge beten zu können, »ist uns Verpflichtung«, betonte Platzeck. Das Land will die Baukosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro vorfinanzieren und das Grundstück im Potsdamer Stadtzentrum zur Verfügung stellen. Die Bauarbeiten sollen aktuellen Planungen zufolge im Frühjahr 2011 beginnen und Anfang 2013 abgeschlossen werden. Die historische Synagoge war während des Novemberpogroms 1938 verwüstet und bei einem alliierten Bombenangriff im April 1945 zerstört worden. epd

Frankfurt

18-mal Familie

In einer Ausstellung des Jüdischen Museums rekonstruiert die Künstlerin Ruthe Zuntz die 500-jährige Geschichte ihrer Vorfahren

von Leon Stork  04.01.2026

Rezension

Das neue Zuhause ist in Gefahr

Israelis in Berlin berichten über ihre persönlichen Erfahrungen nach dem 7. Oktober

von Geneviève Hesse  04.01.2026

Philanthropie

Die Wüste zum Blühen bringen

Richard Markus verwaltet die größte Spende einer Einzelperson in der Geschichte Israels. Er lebt in Berlin

von Alicia Rust  04.01.2026

Brandenburg

Die Kunst der Nachbarschaft

Wie die jüdische Gemeinde Königs Wusterhausen neue Räume bezog – und eine unerwartete Freundschaft mit einem libanesischen Gastronomen entstand. Ein Ortsbesuch

von Helmut Kuhn  04.01.2026

Porträt der Woche

Auf Entdeckungsreise

Friederike Heimann fand über Gedichte und ihren Mann zum Judentum

von Heike Linde-Lembke  04.01.2026

München

Musik für die Seele

Die Künstlerin Sharon Brauner und der Pianist Harry Ermer begeisterten mit ihrem Programm »Jiddish Soulfood« das Publikum

von Helen Richter  04.01.2026

Generationenwechsel

Positiver Lärm

In vielen Gemeinden haben bereits Jüngere Verantwortung übernommen. Andere suchen noch Nachfolger, die dazu bereit sind. Ein Stimmungsbild

von Christine Schmitt  02.01.2026

Geburtstag

Ins Leben zurückgekämpft

Der Holocaust-Überlebende Leon Weintraub feiert 100. Geburtstag

von Gabriele Ingenthron  31.12.2025

Programm

Götter, Märchen und Le Chaim: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 31. Dezember bis zum 13. Januar

 31.12.2025