Shalom Berlin

Jede Menge Gegenwart

Das Abschlusskonzert in der Synagoge Rykestraße gestaltet die israelische Soulsängerin Ester Rada. Foto: JKT / Sherban Lupu

Jüdische Kultur und ihre Bedeutung für die Geschichte Berlins – das ist neben Musik, Literatur, Theater und Film auch Humor und Essen. Von all dem bieten die 31. Jüdischen Kulturtage vom 3. bis zum 11. November mehr als eine Kostprobe: Sie laden die Besucher ein, jüdische Kultur in ihrem ganzen Facettenreichtum zu erleben – und das nicht nur rückblickend und all die jüdischen Künstler würdigend, die in Berlin gewirkt und deutsche Kultur entscheidend mitgeprägt haben wie etwa Heinrich Heine, Paul Dessau und Kurt Weill, sondern auch mit jeder Menge Gegenwart, Aktualität und bunten Einblicken ins Gemeindeleben.

Ein Themenschwerpunkt wird die Staatsgründung Israels vor 70 Jahren sein. Es ist den Veranstaltern gelungen, neben Weltstar Avishai Cohen und Pop-Ikone David Broza auch die israelische »Queen of Soul«, Ester Rada, nach Berlin zu holen.

»Auch dies ist ein kleiner Beitrag, um die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel zu fördern, gerade in Zeiten des wiedererstarkenden Antisemitismus«, erklärte die Kulturdezernentin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Sara Nachama, die am Donnerstag gemeinsam mit Gemeindechef Gideon Joffe, Intendant Gerhard Kämpfe und zahlreichen beteiligten Künstlern in der Synagoge Rykestraße das Programm vorstellte.

highlights Eröffnet wird das Festival am 3. November mit einem Konzert in der Synagoge Rykestraße von der New Yorker A-cappella-Formation Y-Studs. Neben den Konzerten mit den amerikanischen und israelischen Stars gehören Auftritte von populären Berliner Künstlern wie Dagmar Manzel, Ilja Richter, Adriana Altaras, Jochen Kowalski, Sharon Brauner und Ralf Morgenstern zu den Highlights des diesjährigen Programms.

Insgesamt sind 21 Konzerte, Lesungen und Theatervorstellungen an 13 verschiedenen Spielorten geplant, darunter ein Mitmachkonzert für Kinder, Lesungen und eine Klubnacht im »The Pearl«. Auch zahlreiche Premieren machen neugierig: etwa Heinrich Heines Deutschland. Ein Wintermärchen als Theaterstück oder We Keep Coming Back, eine englischsprachige Performance aus Toronto über die Odyssee einer Schoa-Überlebenden und ihres Sohnes durch Polen auf der Suche nach der eigenen Identität.

Das humoristisch-musikalische Programm »Lerne lachen ohne zu weinen« war in den vergangenen Jahren so erfolgreich, dass es nun auf zwei Abende im Renaissance-Theater ausgedehnt wurde. Das Abschlusskonzert in der Synagoge Rykestraße gestaltet die israelische Soulsängerin Ester Rada.

motto »Die jüdischen Kulturtage sind ein wunderbarer Beweis für das langsam wiedererstarkende jüdische Leben in Berlin«, sagte Gideon Joffe. »Gerade in Zeiten wie diesen kann und soll die Kultur eine Brücke des gegenseitigen Verständnisses sein. Wir glauben, dass die Jüdischen Kulturtage Berlin einen Teil dazu beitragen.«

Toleranz, Akzeptanz und Weltoffenheit stehen im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe. Das Motto »Shalom Berlin« soll dazu ermutigen, aufeinander zuzugehen und zueinander zu stehen – gerade jetzt, wo »solidarisches bürgerschaftliches Engagement mehr denn je gefragt« sei, betonte Intendant Gerhard Kämpfe.

Man merkte Sara Nachama und Gerhard Kämpfe das Herzblut an, das sie in die Planung des traditionsreichen Kulturfestivals der Jüdischen Gemeinde zu Berlin gesteckt haben. Das Programm ist vielseitig, einladend und dabei mit so viel Liebe zum Detail gestaltet, dass man auf die neun Tage jüdischer Kultur in der Hauptstadt gespannt sein darf.

Comedy

Streichelzoo mit Fischen

Die Serie »JoJo & Simha: Exploring Berlin3000« erzählt auf Social Media von drei tollpatschigen jüdischen Handwerkern der Zukunft

von Pascal Beck  09.03.2026

Kommunalwahl

Kompromisse suchen – Dissens aushalten

Vier Münchner Stadtratskandidaten stellten sich aktuellen Fragen von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde

von Esther Martel  09.03.2026

Chabad

Europäische Rabbiner tagen in Berlin

Die Hauptstadt ist seit Montag Treffpunkt von rund 180 Rabbinern aus ganz Europa

 09.03.2026

Magdeburg

Auftakt für jüdische Kultur in Sachsen-Anhalt

Ministerpräsident Sven Schulze betonte als Schirmherr die Bedeutung der Kulturtage als klares Signal der Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt

 09.03.2026

Dialog zwischen den Religionen

»Christlich-Jüdische Zusammenarbeit 2026« in Köln eröffnet

Mit der Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an den katholischen Judaisten Christian Rutishauser beginnt die einstige »Woche der Brüderlichkeit«

 08.03.2026

Ehrung

Holocaust-Überlebender Leon Weintraub erhält Göttinger Friedenspreis

Auszeichnung für einen Hundertjährigen und für das Schulnetzwerk »Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage«

 08.03.2026

Internationaler Frauentag

Sie machen die Gemeinden

Wie prägen Frauen die jüdische Community? Wir haben uns bei Vorsitzenden umgehört

von Katrin Richter, Christine Schmitt  08.03.2026

Porträt

Mit viel Gespür

Franklin Oberlaender ist Familientherapeut, liebt Bücher und das Genre »Film Noir«

von Alicia Rust  08.03.2026

Erfurt

Jüdisch-Israelische Kulturtage in Thüringen eröffnet

Die diesjährigen Jüdisch-Israelischen Kulturtage bringen israelische Kultur nach Thüringen und setzen mit Konzerten, Lesungen und Debatten ein Zeichen gegen Antisemitismus. Die Eröffnung stand im Zeichen der aktuellen Kämpfe im Nahen Osten

 06.03.2026