Dachau

Igor Levit für neue Instrumente der Erinnerungsarbeit

Igor Levit Foto: picture alliance / ABBfoto

Der Starpianist Igor Levit mahnt neue Formen der Erinnerungsarbeit an. »Die Instrumente der Vergangenheit allein reichen nicht mehr aus«, sagte der 38-Jährige am Montagabend bei einem Gesprächsabend zum Holocaust-Gedenktag in Dachau.

Er verwies auf eine neue Studie der Jewish Claims Conference, laut der zwölf Prozent der jungen Erwachsenen noch nie etwas vom Holocaust gehört haben.

Deutschland habe nach 1945 mit dem »Nie wieder!« ein ethisches und moralisches Versprechen gegeben. »Wenn man dieses ‚Nie wieder‘ ins 21. Jahrhundert übersetzen will, müssen wir uns gewaltig anstrengen«, betonte der in Russland geborene jüdische Musiker, der im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland gekommen war.

Lesen Sie auch

Zugleich halte er es für überheblich, den Antisemitismus ausmerzen zu wollen: »Antisemitismus ist ein paar Tausend Jahre alt - warum sollte ausgerechnet unsere Generation den Schlüssel dagegen haben?« Allerdings habe jede Generation die Pflicht, Antisemitismus zu bekämpfen.

Dafür sei es nötig, stärker in die Auseinandersetzung zu gehen und Verantwortung zu übernehmen, statt »hasenfüßig wegzulaufen«. epd

Gespräch

Albrecht-Weinberg-Gefährtin: Erinnerung an Holocaust darf nicht enden

Im Mai starb der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg. Gerda Dänekas war bis zum Schluss an seiner Seite, Pflegerin und engste Freundin. Im Interview spricht sie über das Vermächtnis eines der letzten Zeitzeugen und einen Film über ihn - und sie

 18.08.2026

Orthodoxie

»Koschere Haare sind teuer«

Chaya Chapoval über steigende Scheitelpreise, die Arbeit hinter einer Perücke und Rabbiner-geprüfte Haarteile

von Mascha Malburg  17.08.2026

Freiburg

Geschichten eines Onkels

Aviva Rabinovich recherchierte das Schicksal ihres Verwandten Konrad Goldmann – und widmet ihm zusammen mit dem Regisseur Nathan Lifschitz einen Dokumentarfilm

von Anja Bochtler  17.08.2026

Brandenburg

An einem Mittwoch in Cottbus

Was geschieht an einem ganz normalen Tag in einer jüdischen Gemeinde? Wir waren vor Ort und begegneten Menschen zwischen Chorproben und Amtsterminen

von Leon Stork  16.08.2026

München

Für die junge Generation

Künftig wird Rabbiner Elie Dues als Jugendrabbiner die religiöse Arbeit der Israelitischen Kultusgemeinde unterstützen

von Luis Gruhler  16.08.2026

Porträt der Woche

»Mein Glück war Alfred«

John Günther ist Künstler, religiös und lebte 62 Jahre mit seinem Mann zusammen

von Heike Linde-Lembke  16.08.2026

Leipzig

Ausstellung mit Fotografien von NS-Deportationen

Mehrere Hunderttausend Menschen wurden in der NS-Zeit aus dem Deutschen Reich deportiert. Ein Forschungsprojekt sichert seit Jahren fotografische Dokumente. Einige zeigt jetzt das Leipziger Ariowitsch-Haus

 13.08.2026

Sachsen-Anhalt

Polizeirabbiner vor der Wahl: Erstarken der AfD bereitet Sorgen         

Mehr Begegnung zwischen Juden und Nicht-Juden - das wünschen sich Deutschlands Polizeirabbiner. Sie bilden Polizeianwärter hierzulande fort und vermitteln jüdische Kultur. Seit fünf Jahren gibt es sie

von Nina Schmedding  13.08.2026

Ferien

Spiel, Spaß, Werte

Gerade beginnt der dritte Turnus der ZWST-Machanot. Bildungsreferentin Liya Cinciper über Heimweh, Handyzeiten und Kühlung bei Hitze

von Helmut Kuhn  13.08.2026