Interview

»Ich bin gerne EMG-Botschafter«

Marcel Reif Foto: Uwe Steinert

Herr Reif, wie hat man Sie als Botschafter der EMG gewinnen können?
Das war einfach. Ich glaube, Alon Meyer hat mich angesprochen. Ich bin ja Mitglied bei TuS Maccabi München, und da habe ich ihn mal getroffen. Als er mich gefragt hat, habe ich sofort zugestimmt. Dafür musste ich nicht lange überlegen.

Was verbindet Sie mit dem Makkabi-Gedanken und dem jüdischen Sport?
Ich stamme aus Walbrzych in Polen, mein Vater war Jude und hat den Holocaust überlebt. Nach 1945 ist unsere Familie nach Israel gezogen, nach Tel Aviv. Aber ich sprach kaum Hebräisch. Ich war ein einsames Kind. Erst, als ich mit anderen Kindern Fußball gespielt habe, kam ich in Kontakt.

Sport als Sprache?

Ja. Und das ging so weiter. Nach sechseinhalb Jahren Tel Aviv zogen wir nach Deutschland, genauer: nach Kaiserslautern. Nun passte das Jiddisch, das meine Eltern zu Hause sprachen, halbwegs zum Deutschen. Aber so richtig habe ich damals natürlich auch Deutsch nicht beherrscht. Meine Mutter meldete mich im Fußballverein an, da konnte ich wieder über den Sport mit anderen Kindern kommunizieren.

Hat Religion da eine Bedeutung?
Nein. Wenn man Sport treibt, ist es doch völlig egal, ob man Jude oder Christ oder Muslim ist. Und das ist der Grund, warum ich sehr gerne Botschafter der EMG bin: weil Sport verbindet. Wenn junge Menschen Sport treiben, finde ich das gut.

Mit dem Sportjournalisten und Botschafter der EMG 2015 sprach Martin Krauß.

München

»Auf geht’s – an die Arbeit!«

Die Israelitische Kultusgemeinde hat einen neuen Vorstand gewählt. Charlotte Knobloch wurde als Präsidentin im Amt bestätigt

von Leo Grudenberg  07.07.2026

Rabbinerausbildung

Levinson-Stiftung als Institut an der Uni Potsdam anerkannt

Neuer Meilenstein für die Ausbildung liberaler und konservativer Rabbinerinnen und Rabbiner sowie Kantorinnen und Kantoren

 07.07.2026

Bayern

Die jüdische Gemeinde München hat einen neuen Vorstand gewählt

Charlotte Knobloch wurde als Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern bestätigt

 06.07.2026 Aktualisiert

Porträt der Woche

Die Kraft der Sichtbarkeit

Rivkah Schwarzbart entwirft seit dem 7. Oktober jüdischen Schmuck und lebt in München

von Katrin Diehl  05.07.2026

Kommentar

Meine Angst

Was es heißt als Jude in Deutschland nach dem 7. Oktober zu leben. Ein Aufschrei von André Herzberg

von André Herzberg  05.07.2026

Schule

Blick nach vorn

Das Helene-Habermann-Gymnasium in München verabschiedete seine Abiturientinnen und Abiturienten – und feierte zugleich zehnjähriges Bestehen

von Ellen Presser  05.07.2026

Lesung

Sprache statt Wurzeln

Die aus dem Irak stammende Schriftstellerin Mona Yahia stellte in München ihr neues Buch über jüdisches Leben im arabischen Raum vor

von Nora Niemann  05.07.2026

Thüringen

Achava-Festspiele: Dialog zwischen Religionen und Kulturen

Die Achava-Festspiele gehen mit mehr als 80 Veranstaltungen in ihre zwölfte Ausgabe. Neben Konzerten umfasst das Programm Ausstellungen, Filme, Vorträge, interreligiöse Begegnungen sowie Angebote für Familien und Schulen

 02.07.2026

Sport

Maccabiah Chai!

170 Athletinnen und Athleten sind in Israel beim größten jüdischen Sportevent – Wir stellen Ihnen sechs vor

von Katrin Richter, Helmut Kuhn  01.07.2026