Frankfurt

Hautnah erzählt

Yael Adler las aus ihrem Buch. Foto: dpa

Seit einigen Jahren lädt die internationale zionistische Frauenorganisation WIZO in Frankfurt zu Lesungen ein und hofft, auch Literaturinteressierte von ihrer guten Arbeit zu überzeugen. In diesem Jahr war diese traditionelle Lesung der Frankfurter Gruppe jedoch nicht nur interessant, sondern wurde von vielen Zuhörern als Top-Event empfunden. Zu Gast war die Hautärztin Yael Adler. Ihr Buch Haut nah führt seit Wochen die Bestsellerlisten an und wurde bereits in 23 Sprachen übersetzt. Aufgewachsen ist Yael Adler in Frankfurt.

Die Haut, so hörten die Gäste, beschäftigt uns täglich mit Pflege, Sensibilität, Allergien, Anti-Aging oder Sonne. Sie ist knapp zwei Quadratmeter groß und umhüllt alles, was wir in uns tragen; sie sorgt dafür, dass wir die Hand wegziehen, wenn wir aus Versehen in ein Messer greifen, schützt uns davor, zu überhitzen oder zu erfrieren und schirmt uns vor gefährlichen Eindringlingen ab. Keine Erregung, kein Sex ohne unsere Haut, verrät Adler.

Zwiegespräch Als Tochter des ehemaligen Vorstandsmitglieds Elvira Grözinger wurde sie von den Veranstalterinnen und vom Publikum voller Stolz und Neugier erwartet. »Was wir natürlich nicht ahnen konnten: wie gut sie sich mit unserer auch schon traditionellen Moderatorin Bärbel Schäfer verstand«, meinte Gisela Gerczikow von der WIZO anschließend. »Ein pures Vergnügen, wie die Lesung in eine ›Sprechstunde‹ ausartete, in der sich die beiden über unsere Haut unterhielten und mit ihren schauspielerischen Talenten, das sie mit jedem Frage-Antwort-Duett noch steigerten.«

Zum Lesen kam Yael Adler kaum, aber dafür konnten die Zuhörer das Buch anschließend kaufen, und viele von ihnen ließen es sich von der Autorin signieren.

Wie bei einem guten Essen die Vorspeise, muss auch die musikalische Einstimmung zu einer Lesung perfekt passen. Die vom String-Duo Halaf-Langheim gespielten Tangos waren eine Symbiose. Yael Adler sagte später, dass sie am liebsten nur noch mit Hagit Halaf und Christoph Emmanuel Langheim auftreten würde.

So verbrachten die WIZO-Frauen mit ihren Gästen hoch über den Dächern von Frankfurt nicht nur einen kurzweiligen Abend, sondern konnten dank des spendablen Publikums, der Künstler und Sponsoren auch einen beachtlichen Betrag für die WIZO-Tagesstätte Neve Yaakov in Jerusalem sammeln. ja

Hilfe

Wärme schenken

Die Mitzwe Makers unterstützen mit der »Warmnachten«-Aktion obdachlose Menschen in der kalten Jahreszeit mit Sachspenden

von Esther Martel  04.02.2026

Podcast

Von Adelheid bis Henriette

Journalisten und Historiker gehen dem Leben jüdischer Frauen im 19. und 20. Jahrhundert nach

von Katrin Richter  04.02.2026

Umwidmung

Kein Zeitplan für Yad-Vashem-Straße in Berlin

Nach der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem soll ein Straßenabschnitt im Herzen von Berlin benannt werden. Bislang ist unklar, wann dies erfolgt

 03.02.2026

Tu Bischwat

Erste Blätter

Wie stellen sich jüdische Kinder das Neujahrsfest der Bäume vor? Wir haben einige Mädchen und Jungen gebeten, für uns zu malen

 02.02.2026

Berlin

Lehrerin und Heimatforscher mit Obermayer Awards ausgezeichnet

Seit dem Jahr 2000 verleiht die US-amerikanische Obermayer-Stiftung jährlich einen Geschichtspreis an Heimatforscher und Gedenk- und Aufarbeitungsprojekte in Deutschland. In diesem Jahr wurden vier Personen und eine Initiative geehrt

 01.02.2026

Porträt der Woche

Willkommen zu Hause

Laurette Dassui wuchs in Paris auf und entdeckte in Berlin ihr Jüdischsein neu

von Gerhard Haase-Hindenberg  01.02.2026

München

Wege aus dem Hass

Der amerikanisch-israelische Psychologe Dan Ariely und Guy Katz sprachen im »Prof-Talk« über Antisemitismus aus unterschiedlicher Perspektive

von Esther Martel  31.01.2026

Politik

Aus ihren Leben

Die Ausstellung »An eine Zukunft glauben ...« stellt jüdische Biografien der parlamentarischen Gründergeneration vor

von Katrin Richter  30.01.2026

München

Brandstifter von jüdischem Altenheim 1970 womöglich ermittelt  

56 Jahre nach einem Anschlag auf ein jüdisches Altenheim in München verdächtigen Ermittler nun einen schon verstorbenen Neonazi. Was sie auf dessen Spur führte

von Hannah Krewer  30.01.2026