Interview

Fünf Minuten mit ...

Herr Guttmann, heute beginnt in Israel die 19. Maccabiah. Welche Medaillenhoffnungen hat das deutsche Team?
Bei uns haben traditionell das Tischtennis-, Golf-, und Hockeyteam sehr gute Chancen. Im Fechten und Schwimmen gehen für Makkabi Deutschland ebenfalls hervorragende Sportler an den Start. Und in der jüdischen Sportart schlechthin, dem Schach, sehe ich uns natürlich auch weit vorne.

Welche Bedeutung hat die Maccabiah für die jüdische Gemeinschaft?
Eine enorm große. Das zeigt allein schon der Umstand, dass diesmal mit mehr als 200 Personen die größte deutsche Gruppe teilnimmt, die es je bei einer Maccabiah gab. Die Veranstaltung ist für jeden ein absolutes Highlight. Was gibt es Schöneres, als mit 9000 anderen Juden aus über 80 Ländern den Sport und das Judentum zu feiern?

Welchen sportlichen Stellenwert hat der Wettbewerb?
Jeder Teilnehmer will natürlich möglichst gut abschneiden. Auch das sportliche Niveau kann sich durchaus sehen lassen. Darüber hinaus geht es bei der Maccabiah aber noch um andere Werte wie die enge Verbundenheit mit Israel und der jüdischen Tradition. Nicht umsonst ist die Makkabi-Idee 1895 aus der zionistischen Bewegung heraus entstanden.

Wie schwierig ist es für Makkabi Deutschland, in jeder Disziplin eine Mannschaft zu stellen?
Das kommt darauf an. Beim Basketball und beim Fußball ist der Andrang sehr groß. In diesen Sportarten nehmen drei Teams verschiedener Altersklassen teil. Bei anderen Sportarten ist es dagegen schwieriger. Beim Tennis und bei der Damen-Hockey-Mannschaft etwa sind die Teams dieses Mal sehr klein. Dazu ist zu sagen, dass wir zu den Verbänden gehören, die bei der Jüdischkeit der Athleten genau hinsehen.

Inwiefern?
In vielen Ländern reicht es aus, wenn man einen jüdischen Vater oder Großvater hat. Bei uns muss man in einer Gemeinde Mitglied sein, die dem Zentralrat der Juden in Deutschland angeschlossen ist. Deshalb scheidet bei uns so mancher gute Sportler aus, der in anderen Ländern ohne Probleme an der Maccabiah teilnehmen könnte.

Gibt es eine spezifische Förderung von Athleten durch Makkabi Deutschland?
Wir unterstützen die Teilnahme unserer Sportler an der Maccabiah finanziell in hohem Maße. Doch ohne die Hilfe des Bundesinnenministeriums und des Zentralrats der Juden in Deutschland wären wir dazu nicht in der Lage. Sportlich fördern wir unsere Athleten, indem wir regelmäßig Trainingslager und Lehrgänge durchführen, in denen wir beispielsweise neue Talente sichten.

Früher hatten die Makkabi-Vereine eine wichtige Funktion bei der Integration der Zuwanderer. Hat sich das geändert?
Die Integrationsarbeit ist in der Tat sehr groß gewesen – und erfolgreich. Der Integrationsprozess ist meines Erachtens mittlerweile aber abgeschlossen. Symbolisch dafür steht der Einmarsch der deutschen Mannschaft bei der Eröffnungsfeier. Da laufen alle Athleten mit Stolz hinter der deutschen Flagge – ein fantastischer Moment.

Mit dem Präsidenten von Makkabi Deutschland sprach Philipp Peyman Engel.

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026

Berlin

Kleine Botschafter

Beim Innovationswettbewerb »Building Bridges« der israelischen Vertretung in Deutschland wurden vier Projekte ausgezeichnet. Eine Ehrung für gelebten Austausch

von Katrin Richter  10.06.2026

Unterstützung

Hilfe für gestrandete Israelis

Von Notunterkünften bis Schabbat-Einladungen: Die IKG zeigt gelebte Solidarität

von Luis Gruhler  10.06.2026

Programm

Fast ohne Fußball: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 11. Juni bis zum 18. Juni

 10.06.2026

Standort

Yad Vashem am Karolinenplatz

Die Holocaust-Gedenkstätte errichtet in München ihr erstes Bildungszentrum außerhalb Israels

von Luis Gruhler  09.06.2026

Meinung

Nein, ein Davidstern ist keine Provokation

Im Amtsgericht Flensburg wurde einer Frau der Zutritt zum Saal nur unter der Bedingung gewährt, dass sie ihre Kette mit einem jüdischen Symbol ablegt. Das ist keine Auslegungsfrage, sondern ein Justizskandal

von Annabelle Ganapol-Vučelić  09.06.2026