Kiel

Filme, Vorträge und offene Türen

Mit der Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit im Kieler Opernhaus begann für das nördlichste Bundesland ein abwechslungsreiches Programm. Es beschäftigt sich etwa mit dem Thema »Jüdisches Leben in Kiel gestern und heute« (13. März, 18 Uhr, Förde-vhs, Muhliusstraße 29/31). Am 27. März spricht Bettina Goldberg um 19 Uhr, Propsteisaal, Falckstraße 9, über: »Abseits der Metropolen. Geschichte der Juden in Schleswig-Holstein«. Darüber hinaus stehen religiöse Themen oder das Verhältnis der christlichen Kirchen zum Judentum auf dem Programm.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Filme. So zeigt das Kulturzentrum Pumpe, Haßstraße 22, am 20. März, 18.30 Uhr, den Kinofilm Die Wohnung. Am 6. April läuft um 17 Uhr Der Pianist, ein Film über das Überleben des polnischen Klaviervirtuosen Wladyslaw Szpilman.

Rabbiner Die Jüdische Gemeinde Kiel und Region lädt am 23. März ab 14 Uhr in die Wikinger Straße 6 zum Tag der offenen Tür ein. Rabbiner Dov-Levy Barsilay erzählt dabei aus seinen Leben: »40 Jahre als Kantor und Rabbiner in Deutschland«. Nochmals öffnet die Gemeinde ihre Türen am 27. April, wiederum um 14 Uhr. Für diesen Tag hat sich Rabbiner Dov-Levy Barsilay das Thema »Die Bedeutung des Staates Israel für Juden in Deutschland« vorgenommen.

Einen Brückenschlag ins östliche Nachbarland wirft am 31. März Uwe Liszkowski. Um 19.30 Uhr referiert er im Gemeindezentrum St. Nikolaus, Rathausstraße 5, über die »Geschichte der Juden in Polen«. Am 28. April befasst sich Karl-Friedrich Nonnenbroich mit Juden im Baltikum. Sein Vortrag um 19.30 Uhr, ebenfalls im Gemeindezentrum St. Nikolaus, heißt: »Geschichte der Juden in Litauen«.

Dialog Der evangelische Präsident des Deutschen Koordinierungsrats, Friedhelm Pieper, befasst sich am 2. April, 19 Uhr, Propsteisaal, Falckstraße 9, unter dem Titel »Zerreißproben und Fortschritte« mit der »Zukunft des christlich-jüdischen Dialogs«.

Mit dem zu seiner Zeit bedeutendsten Vertreter des deutschen liberalen Judentums, Leo Baeck, beschäftigt sich am 8. April, 19 Uhr, Jörgen Sontag in der Hermann-Ehlers-Akademie in seinem Vortrag »Hirt der Verfolgten – Hirt der Verirrten – Rabbiner Leo Baeck im Dritten Reich«. Am 4. Mai, 16 Uhr, liest Norbert Aust in der Wikinger Straße 6 aus Juden auf Wanderschaft von Joseph Roth.

Auch die liberale Gemeinde Kiel beteiligt sich an dem Angebot rund um die Woche der Brüderlichkeit und lädt am 7. Mai um 18 Uhr in ihre Räume in der Jahnstraße 3 zu einem Vortrag mit Schleswig-Holsteins Landesrabbiner Walter Rothschild: »Vergessen verlängert das Exil, Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung« sowie am 14. Mai um 18 Uhr zu einem Lehrhausvortrag von Joshua Pannbacker: »Zweite Chance«. Ein weiterer Vortrag von Pannbacker folgt am 21. Mai, 18 Uhr, mit dem Titel »Und Gott redete alle diese Worte«.

Interview

»In eine Synagoge bin ich das erste Mal in Deutschland gegangen«

Ab den 90er-Jahren fingen viele sowjetische Juden in Deutschland noch einmal von vorn an. Sind sie angekommen? Ein Gespräch über Flüchtlingsheime, nicht anerkannte Diplome und die Wiederentdeckung jüdischer Traditionen

von Mascha Malburg  29.01.2026

Meinung

Die Täter müssen sich schämen

Ein Missbrauchsskandal erschüttert derzeit die jüdische Gemeinschaft Deutschlands. Wer solche Taten besser verhindern will, muss Betroffene in die Lage versetzen, angstfrei über ihre schrecklichen Erfahrungen sprechen zu können

von Daniela Fabian  29.01.2026

Urteil

Fristlose Kündigung eines Rabbiners bestätigt

Die Jüdische Gemeinde Berlin hatte im Sommer 2023 einem Rabbiner wegen sexueller Übergriffigkeit fristlos gekündigt. Eine Klage des Mannes dagegen wurde jetzt auch in zweiter Instanz zurückgewiesen

 29.01.2026

Holocaust-Gedenktag

»Mama, wo sind all die Menschen?«

Tova Friedman sprach im Deutschen Bundestag über ihre Deportation nach Auschwitz, das Grauen im KZ und darüber, was das Überleben mit ihr gemacht hat. Wir dokumentieren ihre Rede

von Tova Friedman  28.01.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 29. Januar bis zum 5. Februar

 28.01.2026

Meinung

Was würden Saba und Safta sagen?

Sie würden uns zurufen: »Wehrt euch gegen diesen Hass! Schließt euch mit denen zusammen, die in Deutschland bisher schweigen, aber dennoch die Mehrheit darstellen«

von Avitall Gerstetter  28.01.2026

Berlin

Feuer im Jüdischen Krankenhaus: Kein antisemitisches Motiv

In der Nacht kommt es zu einem Feueralarm. Ein Patient steht im Verdacht, einen Brand verursacht zu haben. Viele Details sind weiterhin unklar

 28.01.2026 Aktualisiert

Gedenken

Union Berlin und Hertha BSC gedenken gemeinsam der Holocaust-Opfer

Am internationalen Holocaust-Gedenktag erinnerten die beiden Stadtrivalen Hertha BSC und Union Berlin gemeinsam an die Deportationen, die in der NS-Zeit vom S-Bahnhof Grunewald ausgingen Beide Vereine mahnten zum Vertrauen in die Demokratie

 27.01.2026

Gedenken

Iris Berben erinnert an Schoa-Überlebende Margot Friedländer

Die Schauspielerin engagiert sich im Projekt »Ich bin Zweitzeugin von...«. So soll die Erinnerung an die Überlebenden des Holocaust wach bleiben

von Anita Hirschbeck  27.01.2026