Pessach

Es ist noch Mazze da

Mazzot für jeden Geschmack Foto: Stephan Pramme

Pessach kann kommen – die Gemeinden haben Gefilte Fisch, Mazzen und Wein schon lange bestellt, geliefert bekommen und vielerorts fast alles bereits verteilt. Doch wer noch nicht vorgesorgt hat, muss sich keine Sorgen machen: »Wir bestellen eventuell noch einmal nach«, sagt Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, »denn jetzt kommen doch noch Leute, die nicht daran gedacht haben, rechtzeitig zu ordern.«

Eigentlich wurden die meisten der bei Lechaim in Dortmund bestellten Pakete bereits abgeholt oder in die Küchenschränke einsortiert. Und natürlich auch verteilt, denn in Gelsenkirchen besuchen Vorstand, Rabbiner und Sozialarbeiter diejenigen, die sich die Pessach-Pakete nicht leisten können. »Es ist unsere Pflicht, etwas abzugeben«, sagt Neuwald-Tasbach, »und die nehmen wir sehr ernst.«

Für Last-Minute-Mazze ist der Stuttgarter Versand Doronia der richtige Ansprechpartner. »Alle Bestellungen, die in dieser Woche eingehen, werden per DHL innerhalb von 48 Stunden ausgeliefert«, sagt Tova Chmelnik. Ideal wäre es allerdings, wenn mit dem Ordern nicht bis Freitagmittag gewartet würde, »denn das ist für uns natürlich wegen Schabbat nur ein kurzer Arbeitstag«. Und falls es wirklich eng werde, könne man ja immer noch Prioritäten setzen: »Wir haben ja auch Kunden, die beispielsweise einfach so gern Mazze essen und ihre Lieferung nicht pünktlich zu Pessach benötigen.«

Versandhandel Bestellt werden kann direkt auf der Doronia-Website, per E-Mail, auf traditionellem postalischen Weg, via Fax oder telefonisch. »Und die Leute nutzen alle diese Möglichkeiten. Im Moment haben wir echt viel zu tun«, berichtet Chmelnik. Ein Renner sind Mini-Mazzen, die zum ersten Mal im Angebot sind. »Die 200-Gramm-Packung wird gern gekauft, denn sie ist gut zum Mitnehmen geeignet.« Auch Mazzemehl werde vor Pessach natürlich verstärkt nachgefragt. »Wir mussten schon nachbestellen, in zwei Tagen werden wir noch eine Riesenlieferung bekommen.«

»Schade, dass ich keinen Fotoapparat zur Hand habe und ein Bild machen kann – mein Büro ist nämlich, wie jedes Jahr, vollgestellt mit Mazzen und Wein und allem, was man zu Pessach braucht«, sagt Peter Pöll von der Jüdischen Gemeinde Bonn. Insgesamt eine Tonne Lebensmittel hatte die Gemeinde in München bestellt. »Das hört sich viel an, aber 1000 Kilo Mazze für mehr als 900 Mitglieder, das ist eigentlich gar nicht so eine riesige Menge – zumal manche ja auch mehrere Pakete kaufen.«

Platzprobleme Aber immerhin sei er das Platzproblem schon gewohnt, »ich kann mein Arbeitszimmer ja nun einmal nicht vergrößern, und ich möchte auch nicht jedes Mal, wenn jemand eine Flasche Wein und Mazze haben möchte, extra in den Keller laufen, sonst käme ich ja gar nicht zum Arbeiten«, sagt Pöll. So lagern die Waren kurzerhand in seinem Büro. Im Keller sei ohnehin kein Platz. Selbst einen Helfer könnte er jetzt nicht mehr unterbringen. Jedes Jahr schlägt die Gemeinde ihm vor, jemanden anzustellen, der ihm bei der Arbeit hilft. »Wo sollte ich so jemanden hintun?«, fragt Pöll.

Jüdischer Wahlkämpfer

»Wer nicht kämpft, hat schon verloren«

David Rosenberg über den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz, die Niederlage seiner Partei und warum er sich gerade als junger Jude weiter politisch engagieren will

von Mascha Malburg  27.03.2026

Kommentar

Lieber Meron Mendel, das ist keine Politik mit Kettensäge. Das nennt man Demokratie!

Öffentliche Mittel sind an Wirkung gebunden. Maßnahmen müssen überprüfbare Ergebnisse erzielen. Bleibt diese Wirkung aus, endet ihre Legitimation

von Stefan Hensel  27.03.2026

Beziehung

Von Menschen und Wölfen

Laura Goldfarb ist vieles: Therapeutin, Schauspielerin – und Autorin. Mit ihrem Mann hat sie einen Paar-Ratgeber geschrieben, der anders ist als andere. Zu Besuch im Prenzlauer Berg

von Bettina Piper  26.03.2026

Rede

Zentralrat der Juden verteidigt Karin Prien

In Erfurt sprach Josef Schuster über den Status quo Jüdischen Lebens in der Bundesrepublik. Dabei ging Schuster auch auf das Programm »Demokratie leben« und die Kritik an die Familienministerin ein

 25.03.2026

Programm

Ferienprogramm, Retrospektive und ein Rache-Musical: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 26. März bis zum 2. April

 25.03.2026

Turnier

Fliegende Kippot

Die Halle war voll, der Spaß groß: Zum ersten Mal trafen zwölf jüdische Teams beim Berlin Jewish Football Cup in Spandau aufeinander

von Pascal Beck  24.03.2026

Sachsen

Rund 1000 Veranstaltungen zum »Jahr der jüdischen Kultur«

Unter dem Titel »Tacheles« steht in Sachsen 2026 das jüdische Leben im Mittelpunkt. Zahlreiche Akteure beteiligten sich. Das Programm wächst noch immer

von Katharina Rögner  24.03.2026

Rothenburg

Unter dem Pflaster

Als im vergangenen Sommer bei Grabungsarbeiten die Fundamente einer Synagoge entdeckt wurden, war das eine Sensation. Messungen zeigen nun: Sie war eine der großen

von Marc Peschke  23.03.2026

Kulturprogramm

Von Spezialitäten und Zumutungen

Der Schriftsteller Dmitrij Kapitelman las im Jüdischen Gemeindezentrum aus seinem jüngsten Buch

von Nora Niemann  23.03.2026