Training

Endlich wieder im Becken

Gut vier Monate konnten sie nicht trainieren, die Jugendlichen der »Negev Swimmers«. Doch in der vergangenen Woche gingen die Vorbereitungen auf die Israelmeisterschaften endlich los – und zwar in Düsseldorf.

Rund 40 jugendliche Schwimmerinnen und Schwimmer aus Israel waren auf Einladung der Landesregierung, der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf sowie der Stadt Düsseldorf im Rahmen des Aufbauprojekts »Shalom – Chaveruth: Solidaritätspartnerschaften NRW-Israel« eine Woche lang zu Gast in der Landeshauptstadt, in der sie 30 Trainingsstunden absolvierten. Und die Bilder auf dem Instagram-Account der Negev Swimmers stehen für sich: für die Begegnungen und die Begeisterung, sich nach so langer Zeit wieder kopfüber ins Wasser zu stürzen.

Einer der Schwimmer ist der 16-jährige Gal Begerano, der noch am vergangenen Sonntag über den Tag erzählte, der alles veränderte, den 7. Oktober 2023. Der »Schwarze Schabbat«, an dem sein Großvater Luis Har aus seinem Haus in Nir Yitzhak von der Hamas entführt wurde. Nach 129 Tagen in der Gewalt der Terroristen wurde er nun in der Nacht zum 12. Februar von der israelischen Armee befreit.

Seit fünf Jahren bei den Negev Swimmers

Gal kommt ursprünglich aus dem Kibbuz Dvir. Der Teenager schwimmt, seitdem er neun Jahre alt ist, seit fünf Jahren ist er bei den Negev Swimmers. Elf Mal die Woche trainierte er in Shar Hanegev. Nun, da das Trainingszentrum geschlossen wurde, ist Gal auf der Suche nach einem neuen Ort gewesen. Gal ist ein typischer Teenager: schwarzer Hoodie, kurze, wuschelige Haare, ziemlich cool. Er wirkt gefasst, aber Sorgen sprechen aus seinen Augen.

Umso glücklicher wirken die Jugendlichen beim Training im Wasser. Und außerhalb der Trainingseinheiten? Ein Treffen mit Schülerinnen und Schülern des Albert-Einstein-Gymnasiums sowie ein gemeinsamer Schabbat in der Gemeinde Düsseldorf standen ebenso auf dem Programm wie ein Stadtrundgang oder ein Besuch beim Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, Nathanael Liminski (CDU).

Liminski war es, der im November das Projekt »Shalom Chaveruth« ins Leben gerufen hatte, bei dem neben dem Wiederaufbau auch die Unterstützung der Menschen mit ihren psychischen Traumata im Mittelpunkt steht. Ziel des Besuchs der Sportler sei daher auch »die Stärkung und Förderung des kulturellen Austauschs zwischen jungen Menschen aus beiden Regionen sowie die professionelle Wettkampfvorbereitung der Schwimmerinnen und Schwimmer« gewesen.

»Für uns war sofort klar, dass wir dieses Projekt unterstützen und alles tun, um die Negev Swimmer nach Düsseldorf zu holen«, sagte Bert Römgens, Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. »Unsere Unterstützung gilt dem Wiederaufbau der betroffenen Kibbuzim, um diesen Gemeinschaften wieder Hoffnung und Stabilität zu geben.« Gal ist wieder in Israel – bei seiner Familie und bei seinem Opa. ja

Jugendkongress 2026

»Wir wurden hier aufgefangen«

Ronja Nayeri war als Sprecherin des iranischen Jugendverbandes »Ayande« auf dem Jüdischen Jugendkongress, als Israel den Iran angriff. Ein Gespräch über ein Wochenende zwischen Sorgen, Freude und Solidarität

von Mascha Malburg  02.03.2026

Porträt der Woche

»Es ist schön, jüdisch zu sein«

Julia Markhovski wuchs zweisprachig auf und fand ihre Identität

von Eugen El  01.03.2026

Interview

»Der Kopf der Schlange wurde abgeschlagen«

Der gebürtige Iraner Armin Levy über den Tod Chameneis, Kritik aus Deutschland an dem Angriff der USA und Israel und einen persönlichen Wunsch

von Katrin Richter  01.03.2026

Deutschland

Höhere Sicherheitsmaßnahmen nach Angriff auf Iran

Hessen verstärkt die Sicherheitsvorkehrungen. Laut Innenministerium betrifft dies besonders jüdische, israelische und amerikanische Einrichtungen

 28.02.2026

Sachsen-Anhalt

Landespolizei verstärkt Schutz jüdischer Einrichtungen

Nach den Militärschlägen im Nahen Osten rückt die Polizei den Schutz jüdischer Einrichtungen in den Fokus. Das Innenministerium spricht von höchster Priorität

 28.02.2026

»Brüllender Löwe«

Präventivschlag gegen Iran: Die Lage im Überblick

Nach dem gemeinsamen Angriff Israels und der USA auf den Iran reagieren die Behörden auf die erhöhte Sicherheitslage. Die Lage im Überblick

 28.02.2026 Aktualisiert

Standpunkt

Braucht es ein Verbot?

Warum gerade Juden einen Social-Media-Stopp für Jugendliche unter 16 Jahren unterstützen sollten

von Daniel Neumann  27.02.2026

Hamburg

»Seid stolz darauf, jüdisch zu sein!«

Der Jugendkongress unter dem Motto »Strong. Jewish. Here.« ist eröffnet

 26.02.2026

Berlin

Gedenktafel für NS-Gegner Otto Weidt geplant

In Berlin soll der Unternehmer Otto Weidt eine Gedenktafel bekommen: In der NS-Zeit bewahrte er blinde und gehörlose Jüdinnen und Juden vor der Deportation

 26.02.2026