Frankfurt

Eins zu null für den Frauenfußball

Endlich wieder am Ball: das Makkabi-Frauen-Team Foto: Rafael Herlich

Um Frauenfußball geht es in der coronabedingten Sportauszeit selten – und genau das wollte Makkabi Deutschland am vergangenen Wochenende mit einem großen Frauenturnier ändern. »Wir haben die Fußball-Ebbe bewusst mit einem Frauenturnier beendet«, sagt Ariel Leibovici, sportlicher Leiter bei Makkabi Deutschland. Zwölf Mannschaften, die meisten aus Frankfurt/Main und Umgebung, waren eingeladen, »ein Team kam sogar aus Köln, auf Empfehlung einer unserer Spielerinnen, die selbst aus Köln stammt«.

Nach der langen Pause waren alle voller Vorfreude, dass nun endlich wieder und noch dazu im großen Rahmen gekickt werden konnte. »Das war eine Punktlandung«, sagt Leibovici. In Hessen ist Fußball erst seit dem 1. August wieder möglich. Die Veranstalter hatten sich sicherheitshalber das Okay der Stadt Raunheim und des dortigen Sportamtes sowie des Hessischen Fußballverbandes eingeholt, der acht Tage vor dem Termin grünes Licht gab und extra Schiedsrichter abstellte.

Registrierung Vorsicht ging vor: Akribisch notierten die Organisatoren alle Spielerinnen und Begleiter mit Namen und Adressen. »Das war uns sehr wichtig, denn nur eine lückenlose Kette garantiert, dass im Falle einer Corona-Infektion auch wirklich jeder informiert wird«, sagt Leibovici.

Insgesamt durften 250 Personen an diesem ersten großen Sportevent während der Corona-Zeit teilnehmen.

Bis zu 250 Menschen waren während des Turniers auf der Anlage erlaubt. Ihnen wurden nicht nur Fußball, sondern auch Verpflegung in Form von selbst gebackenem Kuchen, belegten Brötchen bis hin zu Rindswürstchen geboten. Außerdem hatte ein Limonadenhersteller Getränke, Biertische, Bänke und Sonnenschirme bereitgestellt. Ein paar Wolken verhinderten vorhergesagte Höchsttemperaturen.

Begrüßt wurden Spielerinnen und Zuschauer von Makkabi-Präsident Alon Meyer und der ehemaligen Nationalspielerin und heutigen DFB-Integrationsbotschafterin Celia Sasic. »Alle sollten schließlich spüren, dass das ein ganz besonderer Tag war«, sagt Leibovici.

Ligabetrieb Im Finale besiegten die Frauen von Eintracht Frankfurt das Team von DJK SSG Darmstadt mit 1:0. Die Makkabi-Spielerinnen wurden fünfte. Dieser Platz sei toll, freuten sich alle, denn die Auswahlmannschaft spielt nicht regelmäßig im Ligabetrieb zusammen. Besonders schön sei die Fairness aller Frauen gewesen, »es gab keine bösen Fouls, stattdessen Fair Play«.

Demnächst sollen ein Trainingslager in Duisburg und eine Surfwoche an der Nordsee stattfinden.

Zum Abschluss stand die Verlosung der Preise auf dem Programm, die der Trainer der Makkabi-Damenmannschaft, Ernest Struhl, früher als Torwart bei Makkabi aktiv, persönlich besorgte. 200 Tombola-Lose waren verkauft worden, deren Erlös dem Frauenteam zugutekommt. Zu gewinnen gab es jede Menge – von signierten Trikots der Bundesligisten Hertha BSC und Bayern München und der Herren-Nationalmannschaft über Hotelgutscheine bis zu gastronomischen Erlebnissen wie einem Krimi-Dinner.

Für Makkabi Deutschland war das Turnier »der Startschuss für die zweite Halbzeit. Jetzt wollen wir die Kinder und Erwachsenen wieder zum Sport auf die Plätze holen, allerdings nicht um jeden Preis«, sagt Leibovici. Außerdem sind ein Trainingslager in Duisburg und eine Surfwoche an der Nordsee für junge Menschen von 15 bis 35 Jahren geplant. »Und wir werden ein Battle der Chanichim veranstalten«, sagt Leibovici, um das sportlichste Jugendzentrum zu finden.

Meinung

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Essay

Zwischen Progressivität und Zerfaserung

Quo vadis, liberales Judentum? Ein Debattenbeitrag von Avitall Gerstetter

von Avitall Gerstetter  19.06.2026

Interview

»Ich kann daraus lernen«

Rabbiner Avigdor Moshe Nosikov hat eine ungewöhnliche Umfrage durchgeführt: Wie zufrieden sind die Mitglieder der Dortmunder Jüdischen Kultusgemeinde mit seiner Arbeit?

von Christine Schmitt  18.06.2026

Berlin

Kampflibellen am BER

Bei der gerade zu Ende gegangenen Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Schönefeld haben auch israelische Firmen die neueste Technik vorgestellt. Ein Besuch zwischen Kraftstofftanks und Drohnenabwehr

von Leon Stork  18.06.2026

Nordrhein-Westfalen

Landtag ehrt Sieger von »Shalom - Jüdisches Leben heute«

Mehr als 2200 junge Menschen haben mit mehr als 450 Beiträgen jüdisches Leben greifbarer gemacht

 17.06.2026

Berlin

Babka, Borschtsch und Pargiot

Zum fünften Jubiläum des Streetfood-Festivals locken 52 Stände, viele Acts und eine zusätzliche Kleinkunstbühne

von Helmut Kuhn  17.06.2026

Stuttgart

Eine Erfolgskomposition

Wie der Internationale Karl-Adler-Jugendmusikwettbewerb Werke jüdischer Komponisten lebendig hält

von Chris Meyer  17.06.2026

Frankfurt

Heimspiel für Makkabi

Nach Jahrzehnten ohne eigene Anlage eröffnet der jüdische Sportverein seinen neuen Campus

von Leon Stork  17.06.2026

Programm

Israel Day, Goldene Zwanziger und ein Kult-Hai: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 18. Juni bis zum 25. Juni

 17.06.2026