Interview

»Eine große Ehre für die Stadt«

Rabbiner Jehuda Puschkin Foto: Brigitte Jähnigen

Interview

»Eine große Ehre für die Stadt«

Fünf Minuten mit Rabbiner Jehuda Puschkin über ein Rabbinertreffen und eine Tora für Esslingen

von Brigitte Jähnigen  06.06.2016 17:40 Uhr

Herr Rabbiner Puschkin, wie erleben Sie den heutigen Tag?
Es ist eine große Ehre für die Stadt Esslingen und unsere Gemeinde, dass so viele Rabbiner bei der Vollendung und Einbringung der Torarolle dabei waren. Dieses Erlebnis wird vermutlich für alle einmalig sein.

Was bedeutet Ihnen die neue Torarolle?
Sie ist ganz neu. Sie kommt aus Jerusalem, gestern erst wurden die Griffe angebracht. Die Torarolle hat keine Vergangenheit, sie hat nur Zukunft. Mit ihr haben wir neue Freunde gefunden. Eine eigene Torarolle zu haben, sollte eine normale Sache für eine Gemeinde sein. Bei uns hat es etwas Zeit gebraucht. Aber jetzt ist es – dank der erfolgreichen Aktion – eine Riesenfreude.

Zur Zukunft gehört auch die jüngere Generation. Wird es bald einen Kindergarten in Esslingen geben?
Nein, den brauchen wir hier noch nicht. Wir haben ja Kindertagesstätte und Grundschule in Stuttgart, nur zehn Kilometer entfernt von Esslingen. Aber Religionsunterricht gibt es bei uns.

Das Seminar der ORD, das gerade auch in Esslingen stattfindet, widmet sich dem Thema »P’tira und G’wura«. Referent ist Rabbiner Ruza von einer Chewra Kadischa aus Israel. Was gibt es zum Themenkreis Sterben, Tod, Beerdigung zu besprechen?
Es sollte auch in Deutschland möglich sein, dass der Tote nach rabbinischem Gesetz, also am Tag seines Sterbens, beerdigt wird. Bisher ist das sehr schwierig. Doch in der Schweiz schaffen sie es auch.

Wie haben Sie das Treffen der Rabbinerkonferenz in Esslingen organisiert?
Wir haben die Teilnehmer in einem Hotel in der Nähe des Flughafens untergebracht, getagt haben wir in den Räumen der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Stuttgart und auch hier in Esslingen im Gemeindezentrum.

Und wie war die koschere Verköstigung?
Die neuen Köche, die Brüder Jäger aus Israel, haben sich alle Mühe gegeben. Und das mit Erfolg.

Mit dem Gemeinderabbiner und ORD-Vorstandsmitglied sprach Brigitte Jähnigen.

In eigener Sache

Die Jüdische Allgemeine erhält den »Tacheles-Preis«

WerteInitiative: Die Zeitung steht für Klartext, ordnet ein, widerspricht und ist eine Quelle der Inspiration und des Mutes für die jüdische Gemeinschaft

 07.01.2026 Aktualisiert

Programm

Kicken, Karneval, König Salomo: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 8. Januar bis zum 14. Januar

 07.01.2026

Berlin

Blackout im Südwesten

Kalte Wohnungen, kein Licht – so bewältigten Familien den Anschlag auf das Stromnetz der Stadt

von Christine Schmitt  07.01.2026 Aktualisiert

Dresden

Neue Ausstellung zu jüdischer Exilgeschichte

Unter dem Titel »Transit - Bilder aus dem Exil« sind ab dem 9. Januar Werke der argentinischen Künstlerin Monica Laura Weiss zu sehen

 06.01.2026

Berlin

Anklage: Wegen Davidstern Messer gezogen

In Berlin hat im vergangenen Juni ein 29-Jähriger aus mutmaßlich antisemitischen Motiven einen 60-Jährigen mit einem Messer bedroht. Jetzt wurde Anklage erhoben

 06.01.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Akademie eröffnet 2026

Das intellektuelle jüdische Leben erhält einen neuen Mittelpunkt. Die neue Bildungseinrichtung ist die erste dieser Art in der Bundesrepublik

 05.01.2026

Frankfurt

18-mal Familie

In einer Ausstellung des Jüdischen Museums rekonstruiert die Künstlerin Ruthe Zuntz die 500-jährige Geschichte ihrer Vorfahren

von Leon Stork  04.01.2026

Rezension

Das neue Zuhause ist in Gefahr

Israelis in Berlin berichten über ihre persönlichen Erfahrungen nach dem 7. Oktober

von Geneviève Hesse  04.01.2026

Philanthropie

Die Wüste zum Blühen bringen

Richard Markus entstammt der Familie, der die größte Einzelspende in der Geschichte Israels zu verdanken ist

von Alicia Rust  04.01.2026