Frankfurt

»Ein unbefangener Blick auf Israel«

DIG-Vizepräsidentin Maya Zehden Foto: Gregor Zielke

Am Sonntag findet im Congress Center an der Frankfurter Messe der 5. Israel-Kongress statt. Als Co-Direktorin von ILI – I Like Israel sind Sie zusammen mit Sacha Stawski Veranstalter. Wie ist Ihre persönliche Stimmung so kurz vor dem bedeutendsten Israel-Kongress im Ausland?
Natürlich angespannt, aber das ist normal, wenn man eine solche Großveranstaltung mitorganisiert. Da gibt es gerade in den letzten Tagen vorher noch unheimlich viel zu tun. Aber ich bin zugleich auch positiv gestimmt. Denn wir konnten sehr viele Unterstützer mobilisieren, und die Zahl der bisher eingegangenen Anmeldungen zur Teilnahme ist ebenfalls erfreulich hoch.

Wo liegt in diesem Jahr der inhaltliche Schwerpunkt des Programms?
Wir haben uns dieses Mal für eine besondere Agenda entschieden: Das Land, die multikulturelle Gesellschaft, die Wirtschaft, die Kultur sollen im Vordergrund stehen, und weniger die Politik. Es wird um Integration, Sicherheit, Traumabewältigungs-Strategien, Start-ups und vieles mehr gehen. Wir wollen zeigen, wie die verschiedenen Minderheiten in Israel zusammenleben und einfach ein lebendiges Bild einer blühenden Gesellschaft vermitteln. So erwarten wir Drusen, Muslime, Christen, Beduinen und Juden aus Israel und anderen Ländern des Nahen Ostens als Gäste auf dem Kongress. Auch wollen wir mehrere israelische Hilfsorganisationen und deren Engagement vorstellen.

Wie ist die Resonanz bisher?
Diese neue Ausrichtung bei der Gestaltung hat uns bereits den Vorwurf eingebracht, wir seien zu naiv und weichgespült und würden ein unkritisches Bild von Israel zeichnen. Aber das Gegenteil ist meines Erachtens der Fall: Wenn man die politische Situation bewerten will, muss man zuvor die davon betroffenen Menschen verstehen lernen und begreifen, was die israelische Gesellschaft bewegt und zusammenhält. Jede Nation möchte sich nach außen hin positiv darstellen. Und wir zeigen unter anderem auch Israels wunderschöne Landschaften und die vielen solidarischen Menschen, die dort leben. Ich selbst werde eine Gesprächsrunde moderieren, in der Israelis, die in Deutschland wohnen, auf Deutsche, die nach Israel gegangen sind, treffen. Unser Ziel ist es einfach, einmal einen unvoreingenommenen und unbefangenen Blick auf dieses Land zu werfen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Israel-Kongresses?
Mehr Unterstützung, vor allem aus der Politik. Es ist nicht leicht, hochrangige Politiker, etwa aus der Ministerriege, als Gastredner für den Kongress zu gewinnen. Beim Thema Israel weichen dann doch viele lieber aus. Umso glücklicher sind wir, dass sich Alexander Graf Lambsdorff, Experte für Außen- und Sicherheitspolitik, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender im Bundestag und Vorsitzender der DeutschIsraelischen Parlamentariergruppe, bereit erklärt hat zu kommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird per Video eine Grußbotschaft schicken, wie auch Israels Staatspräsident Reuven Rivlin, Knessetpräsident Yuli Edelstein und Premier Benjamin Netanjahu. Das zeigt die große Wertschätzung, die man diesem Kongress von israelischer Seite entgegenbringt.

Mit der DIG-Vizepräsidentin sprach Barbara Goldberg.

Seder

Es ist unsere Freiheit

Zu Pessach setzen wir unser Vertrauen in die Kraft des Guten

von Charlotte Knobloch  31.03.2026

Pessach

Der leere Stuhl

Für viele bedeutet der Seder, auf geliebte Menschen zu verzichten. Hier erzählen vier Frauen und Männer, wer an Pessach fehlt – und was ihnen Hoffnung gibt

von Nicole Dreyfus  31.03.2026

Programm

Führung, Erinnerung und Vorträge: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 2. April bis zum 16. April

 30.03.2026

»Koscher-Licious«

Mazze, Challe, Wodka

Viele Besucher und noch mehr gute Laune gab es beim Streetfoodfestival auf dem Pears-Campus von Chabad in Berlin. Bereits zum fünften Mal probierten sich Gäste durch das Angebot

von Alicia Rust  29.03.2026

Meinung

Das Gedenken schützen

Ein linksextremes Bündnis plant zum Jahrestag der Befreiung Buchenwalds eine antisemitische Kundgebung. Thüringens Juden wehren sich gegen die Provokation

von Reinhard Schramm, Marek Sierka  29.03.2026

Porträt der Woche

Für alt und jung

Judit Marach hat in einem Seniorenheim gearbeitet – heute ist sie Schulsekretärin

von Gerhard Haase-Hindenberg  29.03.2026

Frankfurt

Wieder zusammen

Fast neun Jahrzehnte nach dem Novemberpogrom 1938 wird der Silberschmuck einer Torarolle erstmals als Einheit präsentiert

von Eugen El  29.03.2026

Ilja Richter

Zu Hause zwischen den Stühlen

Der Schauspieler stellte sein neues Buch vor und verzauberte das Publikum mit Gesang, Rezitationen – und sogar als Bauchredner

von Nora Niemann  29.03.2026

Oldenburg

»Es ist gesund, wenn nicht alles von nur einem Rabbiner abhängt«

Seit einem Jahr amtieren Netanel Olhoeft und Levi Israel Ufferfilge in der Gemeinde. Nun wurden sie auch offiziell eingeführt. Wie funktioniert die rabbinische »Doppelspitze«?

von Mascha Malburg  28.03.2026