Leipzig

Diplomatie auf dem Parkett

Gast und Gastgeber: Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman (l.) und Porsche-Manager Siegfried Bülow Foto: PORSCHE AG / Marco Prosch

Roter Teppich, elegante Roben, eisgekühlter Champagner: Der Leipziger Opernball soll glanzvoller Höhepunkt des Jubiläumsjahres der deutsch-israelischen Beziehungen werden. Rund 2000 Gäste werden dazu am 31. Oktober im Opernhaus am Augustusplatz erwartet, unter ihnen Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Aus Israel sollen unter anderem Topmodel Bar Refaeli und die Gesangsstars Marina Maximilian und Ivri Lider mit dabei sein.

Offiziell wird Botschafter Yakov Hadas-Handelsman das Gastland des Opernballs vertreten. Am 27. Mai war er bereits zu einer Auftaktveranstaltung beim Sponsor des Balls, der Porsche AG, in Leipzig. Dabei sagte er, er freue sich schon jetzt auf dieses »ganz besondere Ereignis des Jubiläumsjahres«. Zugleich sei die Gastgeberstadt schon in den Alltagsbeziehungen mustergültig, lobte der Diplomat. Die Partnerschaft mit der israelischen Mittelmeerstadt Herzliya werde intensiv gepflegt, und es gebe stets zahlreiche Ideen und Initiativen im deutsch-israelischen Austausch. »Leipzig ist sehr aktiv und kann Vorbild für andere Städte in Deutschland sein.«

Motto Mit Blick auf den Opernball verwies Hadas-Handelsman auf das kürzlich unter dem Titel Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen erschienene Buch, in dem deutsche und israelische Autoren über das jeweils andere Land schreiben. Der Buchtitel könnte ein gutes Motto für den Leipziger Opernball sein, meinte er. Denn auch, wenn man sich der besonderen Geschichte beider Länder stets bewusst sei, gelte an diesem Abend: »Wir gehen zusammen tanzen, damit wir uns noch besser kennenlernen können.«

Und wunderbar zu diesem Anlass passe auch Tom Franz, befand der Botschafter. »Er ist sozusagen die personifizierte deutsch- israelische Freundschaft.« Der aus Köln stammende Gewinner der israelischen Kochshow Masterchef wird für das leibliche Wohl der Ballgäste sorgen. Franz versteht sich dabei als kulinarischer Botschafter: »Ich empfinde es als großes Privileg, dort meine Küche präsentieren zu können«, sagte er. »Ich habe die Gelegenheit, meine Liebe für Israel und das Judentum auf einer wundervollen Plattform zu präsentieren und zu zeigen, wie gut koscheres Essen schmecken kann.« Bei der Auftaktveranstaltung präsentierte der Chefkoch einige Kostproben.

»Wir wollen an diesem Abend unter dem Motto ›Shalom Israel‹ die deutsch-israelische Freundschaft mit Kulinarik, Musik und Tanz lebendig und greifbar werden lassen«, kündigte Opernball-Geschäftsführer Danilo Friedrich an. Als einen der Höhepunkte des Abends, der übrigens musikalisch vom Gewandhausorchester gestaltet wird, nannte er die Tombola zugunsten der Stiftung »Leipzig hilft Kindern«. Dabei gibt es als Hauptpreis einen knallroten Porsche Cayman im Wert von rund 70.000 Euro zu gewinnen.

Interview

»Alija machen ist wie vom Zehnmeterturm springen«

Sie haben Deutschland verlassen und sich für ein Leben in Israel entschieden. Was hat sie dazu bewogen? Ein Gespräch mit vier »Olim« über Zionismus, einen rastlosen Alltag und die Zukunft des Judentums in der Diaspora

von Joshua Schultheis  19.02.2026

Programm

Lesung, Erkundung, Abrechnung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 19. Februar bis zum 25. Februar

 19.02.2026

Jewrovision

Unterwegs zum Wettbewerb

Die Lieder stehen fest, die Proben laufen – Hunderte Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland fiebern dem Mini-Machane und der Show Mitte Mai schon jetzt entgegen

von Christine Schmitt  19.02.2026

Ukraine-Hilfe

Viele Aufgaben – wenig Geld

Aufwendige Prüfverfahren, zahlreiche Überstunden und unsichere Finanzierung – die Israelitische Gemeinde nimmt auch vier Jahre nach Beginn des Krieges weiterhin Geflüchtete auf

von Anja Bochtler  19.02.2026

Potsdam

Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und Levinson Stiftung vereinbaren enge Zusammenarbeit

Die Vereinbarung gilt als wichtiger Schritt, um akademische Forschung und rabbinische Ausbildung enger miteinander zu verzahnen und jüdisches Leben in Deutschland langfristig zu stärken

 18.02.2026

Brandenburg

Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde kritisiert Ministerium

Seit vielen Jahren versucht eine streng orthodoxe jüdische Gemeinde in Brandenburg, höhere staatliche Zuschüsse zu bekommen. Dafür werden auch immer wieder die Gerichte eingeschaltet

 18.02.2026

Jugendkongress

400 junge Juden treffen sich in Hamburg

»Strong. Jewish. Here.« - unter diesem Motto kommen rund 400 jüdische junge Erwachsene in Hamburg zu einem bundesweiten Kongress zusammen. Das Treffen soll ein besonderes Signal in politisch angespannten Zeiten sein

von Michael Althaus  18.02.2026

Dresden

Workshops für Polizisten

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und das Sächsische Innenministerium unterzeichneten einen Kooperationsvertrag

von Helmut Kuhn  17.02.2026

Thüringen

Landesgemeinde dringt auf Ehrung von Klaus Trostorff

Klaus Trostorff war Buchenwald-Häftling und leitete später die Mahn- und Gedenkstätte der DDR. Die Jüdische Landesgemeinde will ihm in Erfurt eine Straße widmen

 17.02.2026