Nachruf

»Die Liebe im Herzen«

IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch erinnert sich an Tamara Schmerz sel. A.

von Charlotte Knobloch  08.09.2014 20:30 Uhr

Tamara Schmerz sel. A. Foto: privat

IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch erinnert sich an Tamara Schmerz sel. A.

von Charlotte Knobloch  08.09.2014 20:30 Uhr

Am 3. September ist Tamara Schmerz sel. A. gestorben, gerade einmal 41 Jahre jung. Es ist unfassbar, entsetzlich. Dafür gibt es keine Worte. In diesem Moment sind da nur Trauer und Schmerz. Mein und unser tiefes, von ganzem Herzen empfundenes Mitgefühl gilt Ihnen, lieber Gregory, lieber James, Jeffrey und Justin, sowie Ihnen, verehrte Herr und Frau Schneier. Ihr furchtbares Leid, wir können es nicht nachfühlen, nicht einmal erahnen. Wir können Ihnen nur zeigen, dass Sie in dieser schweren Zeit nicht alleine sind. Was immer ich für Sie tun kann, bitte lassen Sie es mich wissen.

Die Familien Schmerz und Schneier gehören zu den tragenden Säulen unserer Gemeinde. In vielfältiger Weise setzen sie sich für unsere Gemeinschaft ein – und zwar unaufgefordert und an entscheidender Stelle. Eben dort, wo es auf Menschlichkeit ankommt, auf Nächstenliebe, auf Jüdischkeit. Auch Tamara Schmerz sel. A. war eine tragende Säule unserer Gemeinschaft. Mit ihrem Engagement im erzieherischen Bereich lag ihr die Zukunft des Judentums, die Zukunft der Gemeinde und die Bewahrung unserer Religion am Herzen.

Bereicherung Sie war ein ganz besonderer Mensch. Sie hatte, wie nur sehr wenige, die wertvolle Gabe, ihr Gegenüber von der ersten Sekunde an zu verzaubern – mit ihrem Lächeln, ihren funkelnden Augen und ihrer warmen, offenen, einnehmenden Art. Wir danken G’tt für die Begegnungen mit ihr. Sie waren ein Geschenk, eine Bereicherung für unser Leben. Tamara Schmerz sel. A. war so jung, so fröhlich, so wunderbar – eine großartige Mutter, eine liebende Ehefrau, eine liebevolle Tochter, eine äußerst erfolgreiche, kluge und hervorragende Juristin – sie stand mitten im Leben.

Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr, wie es war – ist einfach nichts mehr gut. Wir sind kraftlos, wir sind machtlos. Wo gerade noch Leben war, ist nur noch Weinen. Wo eben noch Freude war, Lust auf Zukunft, Energie und Hoffnung, herrschen nur noch Leere und Verzweiflung. Lieber Gregory, liebe Herr und Frau Schneier, liebe Kinder: War das Leben vom gemeinsamen Glück und Leichtigkeit getragen, brauchen Sie nun unendlich viel Kraft. Aber Sie sind nicht allein. Sie tragen die große Liebe Ihres Lebens im Herzen. Die liebende, uns schützende Hand Ihrer Frau, eurer Mutter und Ihrer Tochter wird für immer mit Ihnen und euch sein.

Tamara sel. A. wünschte sich nichts mehr, als Sie glücklich zu sehen. Ich bin sicher, dass sie aus den Sternen auf Sie niederblickt und für Sie heller strahlt als alle anderen Sterne. So wie sie schon zu Lebzeiten strahlte. Es gibt Momente, da man nicht mehr ertragen will, was sich alles ereignet. Sprachlos, hilflos, flehentlich fragend: warum? In diesen Momenten können wir verzweifeln – oder wir können vertrauen: auf Haschem und die Menschen, die er uns an die Seite gab.

Karneval

Rosenmontag gegen Rechts

»Für eine plurale, weltoffene Gesellschaft«: Toleranzwagen mit Trauerflor

 24.02.2020

Würzburg

Verhalten optimistisch

Im Gemeindezentrum »Shalom Europa« diskutierten Experten über die Erinnerungskultur in der Region

von Stefan W. Römmelt  21.02.2020

Dokumentation

»Höchste Zeit, sich dem Geist des Hasses entgegenzustellen«

Rede zum 50. Jahrestag des Brandanschlags auf das Jüdische Altenheim in München

von Esther Schapira  20.02.2020

Zahl der Woche

1300 Jugendliche

Fun Facts und Wissenswertes

 20.02.2020

Zeremonie

»Rabbiner made in Germany«

Israels aschkenasischer Oberrabbiner erkennt Absolventen des Berliner Rabbinerseminars offiziell an

von Anton Jakob Weinberger  20.02.2020

München

Erinnerung, School of London, Purim

Meldungen aus der IKG

 20.02.2020

Erinnerung

Später, aber notwendiger Schritt

Der Freistaat Bayern investiert 200 Millionen Euro in Sanierung und Ausbau von NS-Gedenkstätten

von Helmut Reister  20.02.2020

München

Wenn Hass tötet

Bei einem Gedenkakt zum Anschlag auf das jüdische Altenheim 1970 betont Charlotte Knobloch die Notwendigkeit tatkräftigen Handelns

von Helmut Reister  20.02.2020

Berlin

»Innovativ, lebendig, gegenwärtig«

Felix Husmann über die Ben-Gurion-Stiftung, Projekte mit Schulklassen und Hauptstadtbarsch aus der Wüste

von Katharina Schmidt-Hirschfelder  20.02.2020