EILMELDUNG! Netanjahu: Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass Khamenei nicht mehr existiert

Keren Hayesod

Blau-weißer Abend

Gute Stimmung bei (v.r.) Désirée Nick, Lala Süsskind und Ilan Brandstetter Foto: Gregor Zielke

Blau und weiß sind die dominierenden Farben an diesem Abend im festlich geschmückten Saal des Gemeindehauses: Blau schimmern die Tischtücher mit den weißen Überwürfen, weiß sind die Hussen auf den Stühlen, die von blauen Schleifen zusammengerafft werden. Dazu ragen Papierfähnchen mit der Flagge Israels aus den Blumengestecken auf den langen Tafeln, schmücken die Bühne und die Raumteiler. Nicht nur die Farbgestaltung entführt nach Israel: Keren Hayesod (KH) hatte zur feierlichen Gala geladen, die Vereinigte Israel-Aktion die bereits seit 90 Jahren Spenden für den jüdischen Staat sammelt.

So wird an diesem Sonntagabend nicht nur die Magbit-Eröffnung gefeiert, sondern auch das runde Jubiläum der IsraelAktion. 150 Gäste sind der Einladung gefolgt, sie werden von Ilan Brandstetter, Vorsitzender des Keren Hayesod Berlin, mit einem Aufruf begrüßt: »Sie sind nicht nur hier, weil sie feiern wollen, sondern, weil sie sich der Verantwortung für den Staat Israel bewusst sind.«

Unterstützung Lala Süsskind, Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde zu Berlin, lobte die Arbeit der Organisation: »Wenn man sieht, was der KH in Israel leistet, wird man stolz – auch als Berliner Jüdin.« Mit der Unterstützung von Keren Hayesod wolle die Gemeinde zeigen, dass sie Teil der jüdischen Welt sei.

Wie die anderen Ehrengäste wird auch Süsskind von Désirée Nick anmoderiert, die durch den Abend führt. Sie habe nicht gezögert, die Anfrage für diesen Abend anzunehmen, erklärt die Kabarettistin: »Eine Gelegenheit wie diese würde ich jederzeit wahrnehmen«, sagt sie. Sie setze sich immer gerne für die Jüdische Gemeinde ein, da sie das Gefühl habe, etwas Richtiges zu tun.

Zionismus Emanuel Nahshon, Gesandter des Staates Israel, betont in seinem Grußwort die Bedeutung der zionistischen Bewegung: »Sie ist die Antwort auf unsere jahrzehntelangen Gebete.« Das Engagement für die Israel-Aktion bedeute so auch, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. »Es ist eine einzigartige Organisation, die sich mit dem derzeit wichtigsten Thema in Israel beschäftigt: der Bildung«, ergänzt Amos Gilad, Sondersicherheitsberater der israelischen Regierung. Er hält einen kurzen Vortrag über die Lage im Nahen Osten, den er einleitet: »Überraschung: Es gibt auch gute Nachrichten!« So seien die Beziehungen zu Jordanien und Ägypten gut und der Terror habe lange Zeit bekämpft werden können. Doch immer noch stelle das Regime im Iran eine potenzielle, substanzielle Gefahr dar, außerdem drohe eine Radikalisierung in der Region. Gilad betont, es müsse nun darum gehen, Israel im Inneren aufblühen zu lassen und vor allem den Bildungsbereich zu fördern: »Deswegen sind solche Organisationen so wichtig«, sagt Gilad.

Musik Nach diesem eindrücklichen Bericht sorgt eine musikalische Einlage der jungen Opernsängern Inbal Levertov für Auflockerung. Auch der darauf gezeigte kurze Film über »90 Jahre Keren Hayesod« versetzt das Publikum wieder in Feierlaune, führt er doch noch einmal vor Augen, was der Fonds in Israel leistet – Errungenschaften, die auch der letzte Redner, Nathan Gelbart, deutscher KH-Vorsitzender, unterstreicht: »Der Keren Hayesod hat fast drei Millionen Einwanderern bei ihrer Integration in Israel geholfen.«

Nach diesen Worten ist das Spendensameln eröffnet: Von Tisch zu Tisch gehen die Umschläge mit den Spendenerklärungen. Für die Bereitschaft, das Portemonnaie zu zücken, gibt es schließlich den »krönenden Abschluss«, wie Moderatorin Désirée Nick es nennt: Das Konzert des »Idan Raichel Project«. Dafür werden die Trennwände, die den Festsaal künstlich verkleinerten, beiseite geschoben, noch einmal 250 Gäste strömen in den Saal. Wenig später tanzen Galagäste und Konzertbesucher vor der Bühne. »Das ist ein sehr erfolgreicher Abend für uns«, bilanziert denn auch KH-Mitarbeiter Udi Lehavi. »Nicht zuletzt, weil Jüngere und Ältere einmal zusammenfanden.«

Deutschland

Höhere Sicherheitsmaßnahmen nach Angriff auf Iran

Hessen verstärkt die Sicherheitsvorkehrungen. Laut Innenministerium betrifft dies besonders jüdische, israelische und amerikanische Einrichtungen

 28.02.2026

Sachsen-Anhalt

Landespolizei verstärkt Schutz jüdischer Einrichtungen

Nach den Militärschlägen im Nahen Osten rückt die Polizei den Schutz jüdischer Einrichtungen in den Fokus. Das Innenministerium spricht von höchster Priorität

 28.02.2026

»Brüllender Löwe«

Präventivschlag gegen Iran: Die Lage im Überblick

Nach dem gemeinsamen Angriff Israels und der USA auf den Iran reagieren die Behörden auf die erhöhte Sicherheitslage. Die Lage im Überblick

 28.02.2026 Aktualisiert

Standpunkt

Braucht es ein Verbot?

Warum gerade Juden einen Social-Media-Stopp für Jugendliche unter 16 Jahren unterstützen sollten

von Daniel Neumann  27.02.2026

Hamburg

»Seid stolz darauf, jüdisch zu sein!«

Der Jugendkongress unter dem Motto »Strong. Jewish. Here.« ist eröffnet

 26.02.2026

Berlin

Gedenktafel für NS-Gegner Otto Weidt geplant

In Berlin soll der Unternehmer Otto Weidt eine Gedenktafel bekommen: In der NS-Zeit bewahrte er blinde und gehörlose Jüdinnen und Juden vor der Deportation

 26.02.2026

Zeugnis

Gitarre mit Geschichte

Ein 1943 von Hanuš Smetana in Theresienstadt gebautes Musikinstrument erzählt vom Alltag im Ghetto und erinnert an seinen Erbauer, der die Schoa nicht überlebte

von Katrin Diehl  26.02.2026

Thüringen

Jüdisch-israelische Kulturtage fordern Verantwortung ein

16 Musiker und andere Vertreter der Kultur aus Israel sind dieses Mal dabei

 26.02.2026

Jugendkongress

400 junge Juden treffen sich in Hamburg

»Strong. Jewish. Here.« - unter diesem Motto kommen rund 400 jüdische junge Erwachsene in Hamburg zu einem bundesweiten Kongress zusammen. Das Treffen soll ein besonderes Signal in politisch angespannten Zeiten sein

von Michael Althaus  26.02.2026