Osnabrück

Ausstellung über jüdische Sportler in der NS-Zeit

Der Boxer Erich Seelig wurde 1933 Meister im im Halbschwergewicht. Kurze Zeit später emigrierte er in die USA. Foto: Institut für angewandte Geschichte

Osnabrück

Ausstellung über jüdische Sportler in der NS-Zeit

Die Schau schildert anhand ausgewählter Biografien das Schicksal der von den Nazis verfolgten und ermordeten Athleten

 30.08.2019 12:33 Uhr

Das Schicksal jüdischer Spitzensportler in Deutschland während der NS-Diktatur ist Thema einer Wanderausstellung auf dem Osnabrücker Domhof. Ab Sonntag zeigen 15 überlebensgroße Fotoporträts als Silhouetten-Statuen deutsch-jüdische Sportlerpersönlichkeiten, die als Nationalspieler, Welt- und Europameister, Olympiasieger oder Rekordhalter zu den gefeierten Idolen ihrer Zeit zählten. Die Schau läuft bis 13. Oktober, wie das Osnabrücker Diözesanmuseum als Gastgeber ankündigte.

Die Ausstellung feierte 2015 in Berlin Premiere und war seither unter anderem in Frankfurt, Leipzig, Nürnberg und Dortmund zu sehen. Sie wird vom Zentrum deutsche Sportgeschichte und den Universitäten Potsdam und Hannover verantwortet.

deportation Unter den Porträtierten ist der deutsche Fußballpionier Walther Bensemann, Mitbegründer des Deutschen Fußball-Bundes, dem wie vielen anderen Juden seinerzeit nur die Flucht blieb. Nicht wenige Sportler, darunter der Fußballnationalspieler Julius Hirsch oder die zehnfache deutsche Leichtathletikmeisterin Lilli Henoch, wurden deportiert und ermordet. Ralph Klein entkam nur knapp der Deportation nach Auschwitz. Nach dem Krieg war er israelischer, später deutscher Basketball-Nationaltrainer.

Die Ausstellung feierte 2015 in Berlin Premiere und war seither unter anderem in Frankfurt, Leipzig, Nürnberg und Dortmund zu sehen.

Zu den weiteren Biografien gehören jene der Fechtolympiasiegerin Helene Mayer, des Schachweltmeisters Emanuel Lasker, des Meisterboxers Erich Seelig, der Deutschen Tennismeisterin Nelly Neppach, der Deutschen Speerwurfmeisterin Martha Jacob, der Leichtathletin Gretel Bergmann, der Turnolympiasieger Alfred und Gustav Felix Flatow, der Europameister im Gewichtheben beziehungsweise im Ringen, Julius und Hermann Baruch, des Eishockeyspielers Rudi Ball sowie des deutschen Fußballnationalspielers Gottfried Fuchs.

gegenwart Die Ausstellung bietet mit der Schwimmerin Sarah Poewe zugleich einen Ausblick auf die Gegenwart. Sie gewann 2004 in Athen als erste jüdische Athletin nach Ende des Zweiten Weltkrieges für Deutschland eine olympische Bronze-Medaille. Zudem wird im nahen Forum am Dom an jüdische Sportler aus Osnabrück erinnert.

Die offizielle Eröffnung findet am 2. September im Forum am Dom statt mit einem Vortrag des Sporthistorikers Henry Wahlig. Am 10. September spricht der Direktor des Diözesanmuseums, Hermann Queckenstedt, im Forum am Dom zum Thema »Sportler im Visier der Gestapo. Wie die Nationalsozialisten in Osnabrück den Sport unter ihre Kontrolle brachten«.  kna/ja

www.dfb.de/news/detail/jewish-allstars-deutsche-sportidole-zwischen-erfolg-und-verfolgung-126832

www.bpb.de/shop/buecher/einzelpublikationen/210047/jewish-allstars-deutsche-sportidole-zwischen-erfolg-und-verfolgung

Frankfurt

Vielfalt an Stimmen

Erstmals wurde der Georg-Stefan-Troller-Preis vergeben für Beiträge, die jüdisches Leben sichtbar machen

von Anja Baumgart-Pietsch  12.10.2026

Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

 12.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Sachsen-Anhalt

So instrumentalisiert die AfD den Eklat von Halle

AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider geriert sich als Opfer »fanatisierter Studenten«. Eine Einordnung

von André Anchuelo  12.10.2026

Darmstadt

Musik, Schabbat und Comedy

Die Jüdischen Kulturwochen der Gemeinde bieten bis Anfang Dezember ein vielfältiges Programm

von Chris Meyer  12.10.2026

München

Fairness jenseits des Spielfelds

Bernd Neuendorf, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, war zu Gast in der Kultusgemeinde

von Luis Gruhler  12.10.2026

Frankfurt am Main

Auszeichnung für Journalisten und Buchautoren

Der Georg-Stefan-Troller-Preis für die Berichterstattung über jüdisches Leben wurde erstmals verliehen. Mit Mascha Malburg und Joshua Schultheis sind auch zwei JA-Journalisten unter den Ausgezeichneten

 11.10.2026

Porträt der Woche

Verliebt in Berlin

Carolina Schomer ist Brasilianerin, kam für eine Auszeit – und fand eine zweite Heimat

von Alicia Rust  11.10.2026

7. Oktober

»Wir erinnern nicht schweigend«

Melody Sucharewitz über ihren Kampf gegen das Vergessen des 7. Oktober bei der Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Rede im Wortlaut

von Melody Sucharewicz  08.10.2026

9. Oktober 2019

Gedenken zum Jahrestag des Anschlags von Halle

Der antisemitische Anschlag von Halle jährt sich am Freitag zum siebenten Mal. Die jüdische Gemeinde, Kirchen, Stadt und zivilgesellschaftliche Gruppen planen Gedenkveranstaltungen auch an den Anschlagsorten

 08.10.2026