Benefiz

Auf der Straße zum Frieden

Fotokunst aus Israel ist noch bis zum 16. Oktober das Thema der Ausstellung bei Bernheimer Fine Art Photography in der Briennerstraße 7. Unter dem Titel »Inner Landscapes – Israeli Contemporary Photography« präsentiert Blanca Bernheimer eine Auswahl von Arbeiten namhafter israelischer Fotokünstler, die größtenteils erstmals in München zu sehen sind. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Kunst israelischer Fotografen der Nachkriegsgeneration. Ihre Arbeiten befassen sich mit der Topografie des heutigen Israels, sowohl mit der tatsächlichen geografischen Oberfläche der Landschaft als auch mit der Seelenlandschaft ihrer Generation. Der politische Wandel sowie die religiösen Konflikte zwischen der jüdischen und muslimischen Bevölkerung geben hierbei den thematischen Rahmen vor.

Neben den israelischen Künstlern Michal Rovner, Gilad Ophir, Simcha Shirman, Ori Gersht, Roi Kuper, Boaz Tal und Sigalit Landau wird mit der Serie Trees of Tel Aviv von Mat Hennek auch ein deutscher Fotograf mit seiner Sicht auf Tel Aviv zu sehen sein. Fasziniert von der einzigartigen Atmosphäre der Stadt sind die Aufnahmen 2007 in einer Nacht entstanden. In Langzeiteinstellung aufgenommen, nur mit dem vorgefundenen Licht vor schwarzem Nachthimmel, erscheinen die Stadt und ihre Bäume fast wie eine Studioaufnahme.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Tel Aviv Museum of Art statt und unterstützt das Friedensprojekt »The Art Road to Peace« des deutschen Freundeskreises, bei dem jüdische und muslimische Kinder über gemeinsamen Kunstunterricht zusammengebracht werden. Den Direktor des Tel Aviv Museums, Mordechai Omer, sowie den Vorsitzenden des Freundeskreises, Samy Gleitmann und seine Frau Hélène begrüßte Konrad O. Bernheimer am 28. September in der Ausstellung. Denn an diesem Abend waren die Bilder nicht nur zu besichtigen, sondern einige von ihnen wurden auch in einer Benefizauktion zugunsten des Friedensprojektes versteigert.

Schulkinder »Mit der Kunst auf dem Weg zum Frieden« lautet die Idee, die hinter diesem Projekt steht. Es schafft für arabische und jüdische Schulkindern aller sozialer Schichten die Gelegenheit, Kunst und Kunstschaffen im Tel Aviv Museum zu erleben. Bei zahlreichen Museumsbesuchen und Rundgängen können die Teilnehmer neue Erfahrungen sammeln und sich selbst in den verschiedenen Kunstsparten erproben.

Die Kinder lernen unter Leitung israelischer Künstler unterschiedlichster kultureller Herkunft, gemeinsam die Welt der Kunst für sich zu entdecken. Dabei erproben sie kreative Ausdrucksmittel wie Malerei, Bildhauerei, Fotografie und Druck. »Dabei«, so erklärt Hélène Gleitmann, »erfahren sie auch, wie wichtig Gemeinsamkeit ist. Über die Sprache der Kunst erleben die Kinder die Möglichkeit, einander mit Interesse zu begegnen und in einen Dialog zu treten. Dieser friedlichen Vision einer gelebten Gemeinsamkeit und Toleranz gilt die besondere Aufmerksamkeit der Freunde des Tel Aviv Museum of Art.«

Prominent Diese Arbeit verlangt nicht nur den Einsatz vieler Mitarbeiter, sie kostet auch Geld. Umso erfreulicher war es für den Museumsleiter Omer und den Freundeskreis, dass zu dem Benefizabend viele Gäste kamen und sich engagiert an der Auktion beteiligten. Auch Kunstinteressierte und Sammler waren der Einladung zahlreich gefolgt. Unter den prominenten Gästen waren Präsidentin Char- lotte Knobloch, Benedict Rodenstock und Bettina von Siemens. Nach den Erläuterungen zu den Kunstwerken von Professor Omer und der Kuratorin für Fotografie am Tel Aviv Museum of Art wurden dann ausgewählte Kunstwerke versteigert.

Dabei erwiesen sich die Galeristin Blanca Bernheimer und die Auktionatorin Katrin Stoll vom Münchner Auktionshaus Neumeister als überaus motivierendes Team – für die Kunst ebenso wie für die gute Sache. Auf diese Weise kamen 45.000 Euro für die »Art Road to Peace« zusammen. Dass die Sammler mit ihrem Engagement nicht nur ein Herz für das Friedensprojekt zeigten, sondern sich auch selbst beschenkten, wurde an der geringen Auflage der Fotografien – zum Teil nur insgesamt fünf Exemplare – deutlich. Zum anderen sind es auch faszinierende Motive, die jetzt ihren Besitzer gefunden haben.

Die beiden Arbeiten von Gilad Ophir aus seiner Serie »Necropolis« sind Zeugnisse aus dem Libanonkrieg, Mahnung auch für den Frieden. Sigalit Landau, die auch als Installations- und Video-Künstlerin arbeitet, vereinigt die Schönheit der Form mit hintergründig philosophisch-metaphysischen Fragestellungen. Auf optische Schönheit setzt Boaz Tal, der sich in seiner bei Bernheimer Fine Art Photography versteigerten Tulpenblüte auf die Bildsprache altmeisterlicher Malerei bezieht. Lange nach der Auktion konnten sich die Gäste nicht von all den gezeigten Bildern losreißen. Neben Gesprächen und dem Genuss kulinarischer Köstlichkeiten lenkten sie ihre Blicke immer wieder auf die vielen Kunstwerke.

Shelly Meyer

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