Dortmund

Anschlag auf Ausstellung

Die Ausstellung war bisher an mehreren Standorten zu sehen, hier im Juli 2015 auf dem Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof. Foto: Rolf Walter

Unbekannte Täter haben mutmaßlich bereits am Wochenende Skulpturen jüdischer Sportler vor dem Deutschen Fußballmuseum in Dortmund zerstört. Laut Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) sei der Schaden durch Vandalismus entstanden. Die Polizei werte nun Videomaterial der Überwachungskameras aus.

Museumsdirektor Manuel Neukirchner zeigt sich über den Vorfall schockiert, so die Tageszeitung weiter. Er halte das Fußballmuseum aber nicht davon ab, »dass wir uns intensiv mit diesem Kapitel deutscher Geschichte auseinandersetzen.

Wir sind mit den Figuren bewusst in den öffentlichen Raum gegangen, damit viele Menschen den Biografien der zum Teil in Vergessenheit geratenen Sportler begegnen. Ihre durch die Verfolgung im Nationalsozialismus von großem Leid geprägten Lebensläufe sind Teil deutscher Gesellschaftsgeschichte, die sich nie wiederholen darf«, zitiert die WAZ den Museumsdirektor. Die Sonderausstellung befindet sich auf dem frei zugänglichen Vorplatz des Fußballmuseums.

Erich Seelig Eine der beiden zerstörten Skulpturen ist dem Boxer Erich Seelig gewidmet. Die ursprünglich 17 Figuren gehören zur Ausstellung »Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach«, die noch bis zum 19. November auf dem Platz der Deutschen Einheit vor dem Fußballmuseum gezeigt wird.

Die Schau des Zentrums deutsche Sportgeschichte würdigt den Verdienst jüdischer Athleten um den Leistungssport in Deutschland und thematisiert ihre Verfolgung durch die Nationalsozialisten und wurde bisher unter anderem in Berlin, Frankfurt, Leipzig und Nürnberg gezeigt. epd/ja

Maccabiah

Momente, Medaillen, Menschen

Nach zwei Wochen ist das größte internationale Sportevent in Jerusalem erfolgreich zu Ende gegangen

von Katrin Richter  15.07.2026

Programm

100 Synagogen, zwei Chemnitzer und ein Eis am Stiel: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 16. Juli bis zum 23. Juli

 15.07.2026

Jahrhundertzeugin

Wie eine Sintiza die Nazizeit überlebte und ihre Heiterkeit rettete

Frieda Daniels ist Hochseilartistin. Sie floh als Sintiza vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten. Als 93-jährige Zeitzeugin war sie nun in Heidelberg zu Gast. Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte

von Stefanie Ball  15.07.2026

Interview

Glaubwürdigkeit schaffen

Yuki Ronen Schmidt über die Arbeit von Miphgasch/Begegnung und die eigene Rolle in dem Bildungsarbeitsprojekt

von Pascal Beck  14.07.2026

Düsseldorf

Das Om im Schalom

Die Jüdische Volkshochschule bietet Kurse an, die Yoga und Judentum verbinden. Das Online-Angebot ist auch offen für andere Gemeinden und Interessenten

von Annette Kanis  13.07.2026

Porträt der Woche

Spezialist für Musicals

Adam Benzwi ist Amerikaner und entdeckte in Berlin die Schlager der 1920er-Jahre

von Gerhard Haase-Hindenberg  12.07.2026

Berlin

Türkisches Unternehmen »Medicana« neuer Träger vom Jüdischen Krankenhaus

Die 270-jährige Tradition des Hauses bleibe bewahrt – Kritik an der Übernahme kommt von Ver.di

 10.07.2026

Entscheidung

Halberstädter Museum für jüdische Kultur wird weiter gefördert

Im Jahr 2001 wurde das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt gegründet. Zum Museum gehören die frühere Mikwe sowie die Synagoge im ehemaligen rabbinischen Lehrhaus, der Klaus. Sie bekommen weiterhin eine Förderung.

 09.07.2026

Speyer, Worms und Mainz

SchUM-Stätten feiern fünfjährigen »Welterbe-Geburtstag«

Vor fünf Jahren erhielten sie wegen ihrer wichtigen Bedeutung für das mittelalterliche Judentum den Welterbe-Titel. Nun feiern die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz die Aufnahme auf die Unesco-Welterbeliste mit einer Veranstaltung in Speyer

 09.07.2026