Erfurt

Achava – das Programm

MoZuluArt treten zur Eröffnung auf. Foto: PR

Achava heißt Brüderlichkeit. »Nie hätte ich für möglich gehalten, dass in diesem Jahr aufgrund der internationalen politischen Situation die Festspiele noch wichtiger erscheinen als 2015, als es sie erstmals in Thüringen gab«, sagt Intendant Martin Kranz.

Achava, das bedeutet ab dem 31. August wieder ein Festival des Dialogs zwischen den Kulturen und Religionen. Der Klassik-Höhepunkt der Festspiele dürfte das Verdi-Requiem am 8. September sein. Es ist ein Gedenkkonzert für die Musiker, die im Holocaust ermordet wurden. Die Staatskapelle Weimar, der MDR-Rundfunkchor und hochkarätige Solisten gestalten diesen Abend im Erfurter Dom.

Zudem bereichern in diesem Jahr neue Formate die Festspiele. Während eines Gesprächskonzerts wird erstmals seit der Befreiung Buchenwalds die Geige des Schriftstellers Bruno Apitz (des 1979 verstorbenen Autors von Nackt unter Wölfen) erklingen. Während der »Erfurter Religionsgespräche« werden Texte Martin Luthers unter dem Motto »Die Staatskunst in Zeiten der Empörung« diskutiert. Thomas Seidel, der Reformationsbeauftragte Thüringens, verweist in diesem Kontext auch auf Luthers Schrift Von den Juden und ihren Lügen aus dem Jahr 1543. Die Debatte zum Thema »Religionen und der säkulare Staat« dürfte viel Zeit beanspruchen.

Jazz-Award Verliehen wird in diesem Jahr erstmals ein Jazz-Award, es ist die einzige Ehrung deutschlandweit für transkulturellen Jazz. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis geht an Tatiana Parra (Brasilien) und Vardan Ovsepian (Armenien). Eine internationale Jury hatte unter 15 Künstlern die Preisträger ermittelt.

Ebenfalls neu ist in diesem Jahr ein Straßenmusikfest rund um die Krämerbrücke zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur, in deren Nähe die potenziellen UNESCO-Welterbestätten wie die Mittelalterliche Mikwe und die Alte Synagoge stehen.

Das Theater Gera-Altenburg hatte sich bei dem Intendanten Martin Kranz und dem musikalischen Leiter Jascha Nemtsov gemeldet, um in diesem Jahr erstmals bei den Achava-Festspielen dabei sein zu können. Und tatsächlich wird es dort nun die Uraufführung der ersten hebräischen Oper in der Musikgeschichte geben. Die Jugend Abrahams von Michail Gnesin wurde vor 95 Jahren komponiert.

Party Eröffnet werden die Festspiele mit der Ausstellung »Verdis ›Messa da Requiem‹ in Theresienstadt und jüdische Musiker im nationalsozialistischen Weimar«, ehe es ein Konzert »MoZuluArt – Mozart trifft Zulu« gibt. Nach dem Konzert laden die Veranstalter zur Eröffnungsparty unter dem Motto »Thüringen tanzt Gypsy« ein.

Die Schirmherrschaft für diese dritten Achava-Festspiele, die vom 31. August bis zum 10. September stattfinden, hat erneut der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, übernommen. Er wird von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, begleitet.

Das Festival ist ein interkultureller Dialog mit jüdischem Impuls, beschreibt Kranz die Besonderheit dieser elf Tage. Es ist das zweite jüdische Festival in Thüringen nach dem Yiddish Summer Weimar. Ein drittes wird es ab dem 19. Oktober in insgesamt mehr als einem Dutzend Thüringer Städte geben – die 25. Tage jüdisch-israelischer Kultur.

achava-festspiele.de

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