Nürnberg

Abschied von Gertrud Steinl

Schoa-Gedenkstätte Yad Vashem Foto: imago

Die laut Deutsch-Israelitischer Gesellschaft letzte als »Gerechte unter den Völkern« Ausgezeichnete Deutschlands ist tot.

Gertrud Steinl starb am Montag vergangener Woche einen Tag vor ihrem 98. Geburtstag in Nürnberg, wie der Geschäftsführer der dortigen Israelitischen Kultusgemeinde, André Freud, am Sonntag erklärte.

Yad Vashem Die Gedenkstätte Yad Vashem erinnert seit 1963 an Menschen, die Juden retteten. Ihnen wird der Ehrentitel »Gerechte/r unter den Völkern« zuerkannt.

Steinl hatte ihn 1979 bekommen, weil sie im Dritten Reich eine jüdische Mitbürgerin vor der Verfolgung bewahrt hatte. Für ihren Einsatz war sie zudem vor knapp einem Jahr mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.

In einer am vergangenen Wochenende veröffentlichten Traueranzeige von Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) heißt es: »Mit ihrem selbstlosen Einsatz ist Gertrud Steinl Vorbild für uns alle. Die Stadt Nürnberg wird ihr stets ein ehrendes Gedenken bewahren.«

Veranstaltungen Freud sagte der Deutschen Presse-Agentur, Steinl habe bis zuletzt größere Veranstaltungen besucht. Sie sei aber eher still gewesen, habe »nicht zum Mikrofon gegriffen«.

Nach der Auszeichnung 1979 sei Steinl nach eigenen Angaben angefeindet worden und habe sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, sagte Freud. Deshalb habe sie auch eine früher angebotene Verleihung des Bundesverdienstkreuzes abgelehnt.  dpa

Frankfurt

Ein Abend – trotz allem

Im Philanthropin sprachen die Schoa-Überlebende Eva Szepesi und Ella Shani, eine Überlebende des 7. Oktober, über Zeitzeugen, Schüler und Erinnerungen

von Raquel Erdtmann  12.02.2026

Karneval

Ganz schön jeck

Die Düsseldorfer Gemeinde lud zum traditionellen Prinzenpaarempfang. Sie will damit ein Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen

von Jan Popp-Sewing  12.02.2026

Erfurt

Jüdische Kulturtage mit mehr Sichtbarkeit in Israel

Dank eines gewachsenen Netzwerks erwarten die Organisatoren von Thüringens größtem jüdischen Festival zahlreiche Künstler aus Israel

 12.02.2026

Kultur

Ensemble, Schmäh und Chalamet: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 12. Februar bis zum 18. Februar

 11.02.2026

Erinnerung

Verantwortung lebt weiter

In Dachau fand kurz vor dem Internationalen Holocaust-Gedenktag erstmals ein »March of the Living« statt

von Esther Martel  09.02.2026

Lerntool

Timothée Chalamet, Batmizwa und eine Davidstern-Kette

»Sich be-kennen«: Der Zentralrat der Juden bietet einen interaktiven Onlinekurs über die Vielfalt des Judentums für Schulen und interessierte Gruppen an

von Helmut Kuhn  09.02.2026

Berlin-Neukölln

Kritik am Kandidaten

Ahmed Abed sorgte jüngst für einen Eklat, als er einen israelischen Gast als »Völkermörder« beschimpfte. Doch bei der Linkspartei steht der Politiker mit palästinensischen Wurzeln hoch im Kurs

von Imanuel Marcus  09.02.2026

Restitution

Uni Frankfurt übergibt erstmals NS-Raubgut an Jüdische Gemeinde

Seit gut fünf Jahren durchforstet die Universitätsbibliothek in Frankfurt ihre Bestände systematisch nach Raubgut aus der NS-Zeit. Das Projekt trägt nun Früchte - und ist noch lange nicht abgeschlossen

 09.02.2026

Berlin

Lesen, Lernen, Spaß

Der Saftblatt-Baum stand im Mittelpunkt der Erzählstunde des Projekts PJ Library

von Naomi Gronenberg  08.02.2026