Religion

»Teils dogmatischer und tief verwurzelter Judenhass«

Christian Staffa, Antisemitismusbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland Foto: Marco Limberg

Der Antisemitismusbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christian Staffa, sieht noch immer Judenfeindlichkeit in Teilen der Kirche.

Im Interview der mitteldeutschen Kirchenzeitung »Glaube+Heimat« (Ausgabe vom 6. Dezember) sprach er von einem »teils dogmatischen und tief verwurzelten Judenhass«, der in Luthers Antisemitismus begründet sei. Dieser Einstellung könne man nur durch Aufklärung begegnen: »Die Kunst ist es, dass wir uns vergegenwärtigen, dass die ersten Christen Juden waren.«

ausbildung Zudem forderte Staffa, der auch Studienleiter an der Evangelischen Akademie Berlin ist, eine »reformierte und dialogbasierte« Theologenausbildung. Nur so könne man auch Verschwörungsmythen, wie sie derzeit wieder stark im Umlauf seien, gezielt entgegentreten.

Er plädierte dafür, Weiterbildungsangebote zu schaffen, welche »die Offenheit gegenüber unseren jüdischen Wurzeln und parallelen Entwicklungen mit dem rabbinischen Judentum damals und heute in den Blick nehmen, wie auch die Ursachen für christliche Judenfeindschaft«.

Staffa ist Mitinitiator einer Plakatkampagne, mit der ab Januar die evangelische und die katholische Kirche für den christlich-jüdischen Dialog werben. kna

Talmudisches

Der jüdische Sindbad

Wenn Wale zu Inseln werden: Was unsere Weisen über die Abenteuer des Rabba bar bar Hana erzählen

von Detlef David Kauschke  29.03.2026

Essay

Wahre Freiheit gibt es nicht geschenkt

Warum Sicherheit ohne Freiheit weder für Israel noch für den Iran eine Zukunft bietet. Gedanken zu Pessach von Rabbinerin Elisa Klapheck

 29.03.2026

Gesa Ederberg

»Globaler und vielfältiger«

Die Berliner Rabbinerin über ihre neue Präsidentschaft der »Rabbinical Assembly«, amerikanische Kollegen und europäischen Elan

von Mascha Malburg  29.03.2026

Kashrut

Nicht ganz koscher – oder doch?

Die israelische Erfindung »ReMilk« schmeckt nach Milch, kann aber ohne Bedenken mit Fleisch kombiniert werden

von Rabbiner Dovid Gernetz  26.03.2026

Geschlechter

Mehr als nur Mütterlichkeit

Über die Stellung der Frau im Judentum finden sich zahlreiche, oftmals widersprüchliche Aussagen. Der richtige Kontext schafft da Orientierung

von Vyacheslav Dobrovych  26.03.2026

Zaw

Was vom Feuer bleibt

So wie im Tempel täglich die Asche vom Altar genommen wurde, sollten auch wir uns im Alltag von lähmenden Gedanken und Gefühlen nicht bestimmen lassen

von Rabbiner Yehuda Teichtal  26.03.2026

Vatikan

Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem lädt Papst Leo nach Jerusalem ein

Rund zwei Millionen Menschen besuchen jährlich die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, die der versuchten Vernichtung des jüdischen Volkes in Nazi-Deutschland gewidmet ist. Nun wurde auch der Papst dorthin eingeladen

 24.03.2026

Interview

»Eine heilige Mission«

Oberstleutnant V. hat mit seiner Einheit die sterblichen Überreste von Soldaten geborgen, auch jene der letzten Geisel Ran Gvili. Hier spricht er über die Prinzipien seiner Arbeit

von Detlef David Kauschke  19.03.2026

Wajikra

Im Zentrum

So wie das Buch Wajikra die Mitte der Tora markiert, sind Gebete und Opfergaben das Herzstück des jüdischen Bewusstseins

von Gabriel Umarov  19.03.2026