EILMELDUNG! Medienbericht: Iran soll Ermordung von Josef Schuster und Volker Beck geplant haben

Antisemitismus

Nordkirche distanziert sich

»Völlig unangemessen«: Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt Foto: imago

Die evangelische Nordkirche hat sich von den Äußerungen ihres Bischofs Hans-Jürgen Abromeit distanziert, nachdem dieser in einem Vortrag von einer »Überidentifikation« Deutschlands mit dem Staat Israel gesprochen hatte. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt nannte die Formulierung »völlig unangemessen«.

»Es handelt sich bei dem Vortrag von Bischof Abromeit um seine persönliche Meinungsäußerung. Der Vortrag stellt keine Stellungnahme oder Positionsbeschreibung der Nordkirche dar«, heißt es in einer am Montag in Schwerin veröffentlichten Reaktion auf die Vorwürfe gegen Abromeit.

PALÄSTINENSER Der Greifswalder Bischof hatte in einem Vortrag am 1. August während der Jahreskonferenz der Evangelischen Allianz in Deutschland in Bad Blankenburg von einer »Überidentifikation mit dem Staat Israel« gesprochen. Repräsentanten der Bundesrepublik gingen so weit, das Eintreten für die Sicherheit des Staates Israel zur Staatsräson für Deutschland zu erklären. Da sich der Staat aber als jüdischer Staat verstehe, folge daraus prinzipiell die Benachteiligung der Palästinenser und eine Zurücksetzung ihrer berechtigten Sicherheitsinteressen.

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt kritisiert Abromeits Äußerung als »völlig unangemessen«.

Abromeit erklärte am Montag, es liege ihm fern, die aus der deutschen Schuld und der christlichen Mitschuld gewachsene Verantwortung für die Sicherheit der Bürger Israels oder das Existenzrecht Israels infrage zu stellen. Er bedauere, dass seine Formulierungen Anlass zu Missverständnissen gegeben hätten.

»UNSÄGLICH« Abromeits Äußerungen hatten ihm den Vorwurf des Antisemitismus eingebracht. Auch aus der Politik war Kritik zu hören. Der religionspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Konstantin von Notz, sagte der »Welt«, die Aussagen seien »unsäglich« und machten ihn »fassungslos«.

Der religionspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lars Castellucci, hatte betont, dass das Eintreten für die Sicherheit Israels als deutsche Staatsräson »folgerichtig« sei. Er hatte Abromeit jedoch teilweise in Schutz genommen. Den Bischof als Antisemiten hinzustellen, sei überzogen, sagte er der »Welt«.

Er bedauere, dass seine Formulierungen Anlass zu Missverständnissen gegeben hätten, sagt Abromeit .

Der Greifswalder Bischof, der für den Sprengel Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist, hat sich bereits in der Vergangenheit ähnlich geäußert. So sagte er im Jahr 2016 der »Mecklenburgischen und Pommerschen Kirchenzeitung«, die Deutschen seien tief in den Nahost-Konflikt verwickelt, weil sie Verantwortung für die Verfolgung und Vernichtung von Millionen Juden übernehmen müssten.

Nur durch die Judenverfolgung sei die Einwanderung nach Palästina so groß geworden, dass dort ein eigener Staat entstehen konnte. »Wir dürfen aber diese Verantwortung nicht zulasten des anderen, im gleichen Land lebenden Volkes, der Palästinenser, wahrnehmen«, hatte er damals gesagt.  epd/ja

Schawuot 2

Mit offener Hand

Das Gebot des Zehnten ist weit mehr als eine soziale Maßnahme. Es ist eine geistige Übung

von Rabbiner Joel Berger  21.05.2026

Jerusalem

Auf den Spuren der Pilger

Seit Januar kann man auf jener Straße gehen, auf der zu Schawuot einst Juden ihre Früchte zum Tempel brachten. Die Ausgrabungen bekräftigen religiöse Überzeugungen – und entfachen politische Konflikte

von Detlef David Kauschke  21.05.2026

Schawuot

Sei wie ein kleiner Berg

Der Ewige wählte nicht den höchsten Gipfel der Wüste Sinai für die Offenbarung der Tora. Dahinter steckt eine Botschaft

von Rabbiner Avraham Radbil  21.05.2026

Religionen

Rabbiner: Juden, Christen und Muslime können einander stärken

Der Nahostkrieg hat auch Auswirkungen auf Gesellschaften in Europa und den USA. Ein niederländischer Rabbiner schreibt, was Juden, Christen und Muslime dennoch einander bedeuten können - und welche Werte sie teilen

von Leticia Witte  21.05.2026

Interreligiöser Dialog

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen mehr Austausch

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen sich intensiver austauschen. Am Mittwoch kamen Delegationen in Berlin zusammen, um einen festen Turnus festzulegen

 20.05.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Konflikt

»Große Irritation« nach Gründung eines neuen liberalen Rabbinatsgericht

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die Union progressiver Juden haben ein Beit Din gegründet. Die Allgemeine Rabbinerkonferenz kritisiert den Schritt als »Spaltungsmanöver«

von Mascha Malburg  19.05.2026

Klang

Ewiges Nachhallen

Warum die Israeliten in die Stille der Wüste ziehen mussten, um das Wichtigste zu hören

von Rabbiner Jaron Engelmayer  17.05.2026

Pro & Contra

Ist die traditionelle jüdische Familie passé?

Ja, sagt Rabbiner Alexander Grodensky: »Die traditionelle Familie ist heute eine Illusion.« Nein, meint Daniela Fabian: »Eine Familie zu gründen, hat Zukunft, weil sie Leben in die Welt bringt«

von Rabbiner Alexander Grodensky, Daniela Fabian  17.05.2026