Festakt

Ministerin Prien: Frauen in religiösen Ämtern sind wichtiges Vorbild

Der Festakt fand in der Berliner Synagoge Rykestraße statt.

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat die Ordination von zwei Rabbinerinnen als mehrfaches Zeichen der Hoffnung bezeichnet. »Für junge Frauen ist es enorm wichtig, Frauen in Führungsfunktionen zu sehen, auch in religiösen«, sagte sie laut Manuskript am Donnerstag anlässlich des Festakts in der Berliner Synagoge Rykestraße.

Zudem sei es in einer Zeit, in der jüdisches Leben in Deutschland wieder Bedrohungen ausgesetzt sei, ein wichtiges Signal: »Wir sind da. Wir gestalten mit. Wir gehören zu diesem Land.« Prien ist die erste Bundesministerin mit jüdischen Wurzeln; ihre beiden Großväter waren Juden.

Bei der Feier wurden Alisa Bach, geboren in Tel Aviv (Israel), und Alla Mitelmann, geboren in Charkiw (Ukraine) zu Rabbinerinnen ordiniert. Es sei ein »Zeichen des Fortschritts - aber auch der Heilung«, sagte Prien. »Sie, liebe Rabbinerinnen, stehen für ein lebendiges, mutiges und gleichberechtigtes Judentum in Deutschland. Dass das nach der Schoah wieder möglich wurde, gleicht einem Wunder.«

Beide sind Absolventinnen des liberalen Abraham Geiger Kollegs mit Sitz in Potsdam; Träger ist die Jüdische Gemeinde zu Berlin. Prien sagte, das Kolleg stehe seit seiner Gründung für ein offenes, aufgeklärtes, humanistisches Judentum: »Als Politikerin mit jüdischen Wurzeln ist es für mich wichtig zu wissen, dass es diesen Ort gibt an dem jüdisches Wissen, Spiritualität und Führung ausgebildet werden.« kna

Interreligiöser Dialog

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen mehr Austausch

Evangelische Kirche und Zentralrat der Juden wollen sich intensiver austauschen. Am Mittwoch kamen Delegationen in Berlin zusammen, um einen festen Turnus festzulegen

 20.05.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Konflikt

»Große Irritation« nach Gründung eines neuen liberalen Rabbinatsgericht

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die Union progressiver Juden haben ein Beit Din gegründet. Die Allgemeine Rabbinerkonferenz kritisiert den Schritt als »Spaltungsmanöver«

von Mascha Malburg  19.05.2026

Klang

Ewiges Nachhallen

Warum die Israeliten in die Stille der Wüste ziehen mussten, um das Wichtigste zu hören

von Rabbiner Jaron Engelmayer  17.05.2026

Pro & Contra

Ist die traditionelle jüdische Familie passé?

Ja, sagt Rabbiner Alexander Grodensky: »Die traditionelle Familie ist heute eine Illusion.« Nein, meint Daniela Fabian: »Eine Familie zu gründen, hat Zukunft, weil sie Leben in die Welt bringt«

von Rabbiner Alexander Grodensky, Daniela Fabian  17.05.2026

Talmudisches

Jüdische Longevity

Was unsere Weisen über gutes Altern lehrten

von Detlef David Kauschke  15.05.2026

Bamidbar

Die Kraft der Stämme Israels

Das jüdische Volk strebt dem Frieden nach – ist dafür aber auch bereit zu kämpfen

von Yonatan Amrani  15.05.2026

Interview

»Musik ist die Sprache, die die Seele versteht«

Jüdische Melodien begleiten Rabbiner Daniel Fabian schon sein Leben lang. Heute helfen sie ihm, das Judentum erfahrbar zu machen

von Mascha Malburg  15.05.2026

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026