Aktion Sühnezeichen

Mehr als 10.000 Freiwillige

Unkraut jäten für den Frieden: hier beim deutsch-russischen Sommerlager 2015 von Aktion Sühnezeichen auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee Foto: dpa

Die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) feiert das 60-jährige Bestehen der Organisation mit mehreren Veranstaltungen. Laut ASF-Geschäftsführerin Dagmar Pruin will sich die Organisation auch künftig für eine kritische und sensible Auseinandersetzung mit den Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen engagieren.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste war am 30. April 1958 auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter maßgeblicher Mitwirkung des NS-Widerstandkämpfers und evangelischen Christen Lothar Kreyssig gegründet worden.

Ehemaligentreffen Vom 25. bis 27. Mai stehen zum 60-jährigen Bestehen eine Tagung, ein Gottesdienst, ein Festakt sowie ein Ehemaligentreffen in Berlin auf dem Programm. Bundesweit sind weitere Veranstaltungen geplant.

Seit der Gründung engagiert sich ASF mit Freiwilligendiensten, Bildungsarbeit und Kampagnen gegen Antisemitismus, Rassismus und Geschichtsvergessenheit. Dabei setzen sich jährlich mehrere Hundert überwiegend junge Menschen in vielen Ländern Europas, den USA und Israel für die Begleitung von Holocaust-Überlebenden sowie für eine inklusive, vielfältige Gesellschaft ein.

Zu den Schwerpunkten des Vereins gehöre auch die Auseinandersetzung mit der Vermittlung der NS-Geschichte im Einwanderungsland Deutschland, hieß es. Seit der Gründung seien mehr als 10.000 ASF-Freiwillige gezählt worden.

Geschichtsrevisionismus »Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, dass Deutschland die Verantwortung für seine Geschichte trägt und Geschichtsrevisionismus keinen Platz in unserer Gesellschaft hat«, sagte Pruin. So müsse den Überlebenden der Schoa versichert werden, »dass die aktuellen rechtspopulistischen Bewegungen nur von einer Minderheit der deutschen Gesellschaft unterstützt werden«, betonte Pruin.

ASF-Geschäftsführerin Jutta Weduwen ergänzte: »Wir sehen in Deutschland und in vielen anderen Ländern, dass Rechtspopulismus, Rassismus und Antisemitismus zunehmen und bis in die Mitte der Gesellschaften wirken.« Es bleibe deshalb die Aufgabe von ASF, sich entschieden für Vielfalt, Demokratie und Frieden zu engagieren und menschenfeindlichen und ausgrenzenden Bewegungen immer wieder eine Kraft entgegenzusetzen. epd

Wajera

Lots Töchter

Wie in der Tora über Inzest und sexuelle Gewalt gesprochen wird

von Paige Harouse  30.10.2026

Talmudisches

Sonnenanbeter

Was unsere Weisen über die Macht lehren, die wir dem Zufall zuschreiben

von Vyacheslav Dobrovych  30.10.2026

Mobilität

Scootern am Schabbes?

Was Rabbiner über Fahrräder, Roller und die Belohnung für jeden Schritt lehren

von Rabbiner Dovid Gernetz  29.10.2026

Aleeza Ben Shalom

»Wir suchen nach Körper und Seele«

Als Star der Netflix-Serie »Jewish Matchmaking« ist sie international bekannt und kommt auch nach Deutschland. Funktioniert die jüdische Liebe hierzulande anders?

von Mascha Malburg  26.10.2026

München

20 Jahre jüdisches Leben im Herzen Münchens: Synagoge Ohel Jakob

Das Judentum ist seit 20 Jahren wieder mitten in der bayerischen Hauptstadt verankert

von Christiane Ried  26.10.2026

Lech Lecha

Mut zur Veränderung

Unsicherheit ist Teil jedes neuen Anfangs – doch manche Wege öffnen sich erst, wenn wir sie betreten

von Rabbiner Boris Ronis  23.10.2026

Talmudisches

Das Gebet am Ende der Mahlzeit

Tischgebete kennen alle Weltreligionen. Doch während sich beispielsweise Christen vor dem Essen für das »tägliche Brot« bedanken, steht in der jüdischen Tradition der Dank am Ende der Mahlzeit. Aus einem ganz besonderen Grund

von Detlef David Kauschke  23.10.2026

Talmudisches

Bier

Was unsere Weisen über Getränke und ihre Wirkung lehren

von Rabbinerin Yael Deusel  21.10.2026

Rezension

Wie wurden wir, was wir wurden?

Der Judaist Peter Schäfer erzählt in seinem Buch die Geschichte des aschkenasischen Judentums – faktengesättigt, klar gegliedert und mit einer provokanten These zu Mutterland und Diaspora

von Michael Wolffsohn  18.10.2026