Karlsruhe

Juden fürchten antisemitischen Eklat bei ÖRK-Vollversammlung

Rami Suliman, Vorstandsvorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden Foto: picture alliance/dpa

Die Israelitische Religionsgemeinschaft (IRG) Baden befürchtet, dass die am Mittwoch in Karlsruhe beginnende Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) antisemitische Positionen beschließen könnte. »Ein antisemitischer Eklat kann nicht ausgeschlossen werden«, erklärte die IRG am Montag.

Existenzrecht Zwar freuten sich Juden im Südwesten auf die ÖRK-Vollversammlung und stünden in gutem Kontakt mit den christlichen Gemeinden. »Leider gibt es in den Weltkirchen auch andere Stimmen, nicht so offensichtlich, aber wenn man genau hinhört, dann werden die Juden verantwortlich gemacht für Leid und Ungerechtigkeit, dann wird dem Staat Israel - dem einzig demokratisch verfassten Land in der Region - das Existenzrecht bestritten«, kritisierte der Vorsitzende des IRG-Oberrats, Rami Suliman.

Positionierung Die IRG verlange daher von den Kirchen in Deutschland und Europa eine klare Positionierung gegen jeden Antisemitismus. »Antisemitismus ist keine Meinung, Antisemitismus ist Menschenverachtung und Volksverhetzung«, so die Religionsgemeinschaft.

Beobachter rechnen mit einem Resolutionsentwurf für die ÖRK-Vollversammlung, der die Lage von Christen in den Palästinensergebieten als israelische Unterdrückung und Israel als Apartheid-Regime verurteilen könnte. Nach ÖRK-Angaben ist dieser Antrag noch nicht offiziell eingegangen. Da die Vollversammlungen Papiere nur im Konsens beschließen kann, ist eine Verabschiedung einer solchen Verurteilung Israels sehr unwahrscheinlich. epd

Paris

Antisemitische Verschwörungsmythen machen Juden für Ausschreitungen verantwortlich

Die NGO Combat Antisemitism Movement untersuchte Hunderte Beiträge auf der Plattform X. Das Ergebnis ist alarmierend, aber nicht überraschend

 21.10.2026

Mirjam Zadoff

Leiterin verlässt NS-Dokuzentrum München

Die Innsbruckerin geht zum 1. März 2027 ans Haus der Geschichte Österreich in Wien

 21.10.2026

Washington D.C./Jerusalem

Trump soll Netanjahu von neuem Großangriff auf Iran abgehalten haben

Die geplante Offensive sollte umfangreicher ausfallen als der gemeinsame israelisch-amerikanische Militäreinsatz im Februar

 21.10.2026

Berlin

Demonstranten kleben sich vor Rüstungsunternehmen fest

Die Aktivisten wollen damit gegen Waffenlieferungen nach Israel protestieren

 21.10.2026

Berlin/Augsburg

Volker Beck: Agieren von Grünen und SPD »unverständlich«

»Bei der Berliner Linken hat keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Judenhass und Antizionismus in den eigenen Reihen stattgefunden«, sagt der DIG-Präsident

 21.10.2026

Jerusalem

Schicksalswahl in Israel: Es geht um mehr als Netanjahu

Kann der heutige Ministerpräsident trotz des Versagens vom 7. Oktober und dreier harter Kriegsjahre seine Macht behaupten? Oder gelingt es der liberaleren Opposition, ihn nach Jahren an der Regierungsspitze abzulösen?

von Sara Lemel  21.10.2026

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026

Reaktionen

Ein Hausmeister für die Mullahs

Die Bundesregierung habe zu lasch auf die iranischen Mordkomplotte in Deutschland reagiert, finden jüdische und pro-israelische Organisationen. Sie fordern tiefgreifende Konsequenzen

von Stefan Laurin  20.10.2026

Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Der Würzburger Internist will auf der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden am 29. November für weitere vier Jahre antreten

 21.10.2026 Aktualisiert