Karlsruhe

Juden fürchten antisemitischen Eklat bei ÖRK-Vollversammlung

Rami Suliman, Vorstandsvorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden Foto: picture alliance/dpa

Die Israelitische Religionsgemeinschaft (IRG) Baden befürchtet, dass die am Mittwoch in Karlsruhe beginnende Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) antisemitische Positionen beschließen könnte. »Ein antisemitischer Eklat kann nicht ausgeschlossen werden«, erklärte die IRG am Montag.

Existenzrecht Zwar freuten sich Juden im Südwesten auf die ÖRK-Vollversammlung und stünden in gutem Kontakt mit den christlichen Gemeinden. »Leider gibt es in den Weltkirchen auch andere Stimmen, nicht so offensichtlich, aber wenn man genau hinhört, dann werden die Juden verantwortlich gemacht für Leid und Ungerechtigkeit, dann wird dem Staat Israel - dem einzig demokratisch verfassten Land in der Region - das Existenzrecht bestritten«, kritisierte der Vorsitzende des IRG-Oberrats, Rami Suliman.

Positionierung Die IRG verlange daher von den Kirchen in Deutschland und Europa eine klare Positionierung gegen jeden Antisemitismus. »Antisemitismus ist keine Meinung, Antisemitismus ist Menschenverachtung und Volksverhetzung«, so die Religionsgemeinschaft.

Beobachter rechnen mit einem Resolutionsentwurf für die ÖRK-Vollversammlung, der die Lage von Christen in den Palästinensergebieten als israelische Unterdrückung und Israel als Apartheid-Regime verurteilen könnte. Nach ÖRK-Angaben ist dieser Antrag noch nicht offiziell eingegangen. Da die Vollversammlungen Papiere nur im Konsens beschließen kann, ist eine Verabschiedung einer solchen Verurteilung Israels sehr unwahrscheinlich. epd

Teheran

Irans neuer Oberster Führer erklärt USA zum Verlierer des Krieges

Der Oberste Führer wirft den Gegnern seines Landes vor, nach dem militärischen Konflikt nun auf psychologische Mittel zu setzen

 05.06.2026

Hamburg

Ex-Antisemitismusbeauftragter berät CDU

Stefan Hensel hatte sein Amt aus Protest gegen die Arbeit des rot-grünen Senats niedergelegt. Jetzt berät er die Opposition bei der Ausarbeitung eines Aktionsplans gegen Antisemitismus

 05.06.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter legt Bericht vor

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner hat eine erste offizielle Bilanz seiner Arbeit angekündigt

 05.06.2026

Wahlen

Weimer: AfD wird »wie ein Soufflé« zusammenfallen

In Umfragen ist die AfD an den Regierungsparteien CDU und SPD vorbeigezogen. Doch der Kulturstaatsminister ist zuversichtlich, dass sich das Blatt bald wendet

 05.06.2026

Jerusalem

US-Botschaft warnt amerikanische Staatsbürger vor erhöhter Gefahr im Nahen Osten

Ist die neue Sicherheitswarnung ein Hinweis auf bevorstehende neue Angriffe gegen das iranische Regime, dessen Revolutionsgarden und atomare Anlagen?

 05.06.2026

Interview

»Wir wollen eine Gegenstimme zu israelfeindlichen Narrativen sein«

Anika Schmütz ist die neue Vorsitzende des »Jungen Forums« der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Ein Gespräch über das Israelbild unter jungen Deutschen, Antisemitismus in linken Milieus und die Freundschaft zwischen zwei Ländern

von Joshua Schultheis  05.06.2026

Washington D.C.

Trump will iranische Uranbestände nach Kriegsende holen

Zum wiederholten Mal äußert sich der US-Präsident hinsichtlich eines Abkommens mit Teheran optimistisch: Bereits in den kommenden Tagen könne eine vorläufige Einigung erzielt werden

 05.06.2026

Kommentar

Juden haben Hausverbot

Ausgerechnet in einem Prozess gegen einen Antisemiten würde einer Jüdin der Zutritt verwehrt, weil sie einen Davidstern um den Hals trug. Keine der Erklärungen für diesen Skandal ist beruhigend

von Wolf J. Reuter  05.06.2026

Meinung

Sicherheitsrat? Wichtiger ist, dass Deutschland Weltmeister wird!

Deutschland scheitert in New York mit seiner Bewerbung für den UN-Sicherheitsrat - und die versammelte Schwarmintelligenz weiß auch warum. Spoiler-Alert: Es hat etwas mit Annalena Baerbock zu tun. Oder mit Israel

von Michael Thaidigsmann  04.06.2026