Potsdam

Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und Levinson Stiftung vereinbaren enge Zusammenarbeit

»Ein Anker jüdischer Bildung muss die Fähigkeit und der Wille zur Vernetzung sein«: Zentralratspräsident Schuster sprach von einem Signal mit strategischer Bedeutung für die jüdische Bildungslandschaft. Foto: Gregor Matthias Zielke

Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und die in Potsdam ansässige Nathan Peter Levinson Stiftung wollen künftig enger kooperieren. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Mittwoch im Senatssaal der Universität Potsdam unterzeichnet.

Neben dem Rektor der Hochschule, Andreas Brämer, und dem Stiftungsvorstand Dmitrij Belkin unterzeichnete auch Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, das Dokument. Der Zentralrat ist Träger der Hochschule und zugleich Stifter der Levinson Stiftung.

Mit der Kooperation soll ein stärker vernetztes jüdisches Bildungs- und Forschungsumfeld in Deutschland entstehen. Geplant ist, Studienangebote für angehende Rabbiner, Kantoren sowie theologisch-pädagogische Studierende auszubauen und die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Einrichtungen zu vertiefen. Die Vereinbarung gilt als wichtiger Schritt, um akademische Forschung und rabbinische Ausbildung enger miteinander zu verzahnen und jüdisches Leben in Deutschland langfristig zu stärken.

Josef Schuster sprach von einem Signal mit strategischer Bedeutung für die jüdische Bildungslandschaft. »Ein Anker jüdischer Bildung muss die Fähigkeit und der Wille zur Vernetzung sein. Die heute vereinbarte Kooperation von Hochschule für jüdische Studien und Levinson Stiftung ist ein sehr bedeutsamer Schritt. Durch gebündelte Kräfte statt Parallelstrukturen und durch Austausch auf Augenhöhe entsteht ein Vorbild der Zusammenarbeit zur Stärkung der jüdischen Gemeinschaft.«

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Auch Andreas Brämer betonte den langfristigen Charakter der Vereinbarung. »Diese Absichtserklärung ist ein Versprechen an die Zukunft: Wir vollziehen den Schulterschluss zwischen akademischer Forschung und theologisch ausgerichteter Rabbinerausbildung, geeint durch den Auftrag, das jüdische Leben in Deutschland von innen heraus zu stärken.« Dmitrij Belkin verwies auf die symbolische Bedeutung der Kooperation zwischen den Standorten Potsdam und Heidelberg: »Diese Kooperation schlägt eine akademische und religiöse Brücke zwischen Potsdam und Heidelberg – keine Brücke, die selbstverständlich ist. Das stärkt den jeweiligen Standort und die jüdische Gemeinschaft. Und das zählt.«

Die Unterzeichnung fand im Rahmen einer Veranstaltung an der Universität Potsdam statt, wo die Levinson Stiftung mit ihren Ausbildungsseminaren als An-Institut angebunden ist. Universitätspräsident Oliver Günther begrüßte die Initiative als wichtigen Impuls für die jüdische Bildung in Deutschland.

Zum Abschluss der Veranstaltung sprach der Rabbiner Netanel Olhoeft über Anforderungen und Herausforderungen an das Rabbinat in Deutschland. Anschließend diskutierten Brämer, Belkin und Schuster in einer Gesprächsrunde, moderiert von Anastassia Pletoukhina, über Perspektiven und konkrete Schritte der künftigen Zusammenarbeit. ja

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