Anti-Judaismus

Friedman: Kirche hat »erste globale Fake News« verbreitet

Michel Friedman spricht zum 80. Jahrestag der Wiedergründung der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Foto: picture alliance / SZ Photo

Für den deutsch-jüdischen Publizisten Michel Friedman stellt der Anti-Judaismus der Kirche die »ur-antisemitische Prägung« dar. Die Kirche habe die »erste globale Fake News« verbreitet, indem sie Juden für den Tod Jesu verantwortlich machten, sagte der 69-Jährige dem »Tagesspiegel« (Dienstag). Dieses fast zweitausendjährige Narrativ habe sich in das kulturelle Gedächtnis aller Länder eingebrannt, in denen das Christliche mit seiner Mission angekommen sei.

Die steigende Zahl antisemitischer Delikte macht der Sohn von Holocaust-Überlebenden unter anderem an fehlendem Wissen fest: »Die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland weiß nicht, dass sechs Millionen Juden umgebracht wurden, 40 Prozent der Jugendlichen wissen nicht, was Auschwitz ist.«

Die »Bundesvereinigung Juden in der AfD« sei ein Beweis dafür, »dass Juden so sind wie alle Menschen auch: Es gibt unter ihnen auch dumme.«

Über die »Bundesvereinigung Juden in der AfD« sagte Friedman, die Gruppierung sei ein Beweis dafür, »dass Juden so sind wie alle Menschen auch: Es gibt unter ihnen auch dumme.« Ein AfD-Verbotsverfahren halte er für eine ernstzunehmende Option, wenn dies von »einer ernsthaft geführten politischen und gesellschaftlichen Debatte begleitet wird«.

Der gebürtige Pariser warnte zudem vor weltweiten autokratischen Tendenzen und dem Verlust der Freiheit. Bezüglich einer Chance auf Frieden im Nahen Osten äußerte sich der frühere stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden optimistisch: »Wer hätte sich 1945, nach zwei Weltkriegen, vorstellen können, dass wir 2025 - mit allen dazugehörigen Schwierigkeiten - die Europäische Union haben?« epd

Ha’asinu

Von der Einheit hinter allem

Die Tora lehrt, dass die Liebe zum Mitmenschen auch eine Form ist, den Ewigen zu ehren

von Daniela Rusowsky  17.09.2026

Der jüdische Kardinal

Den einen zu jüdisch, den anderen zu katholisch: Heute vor 100 Jahren wurde Aron Jean-Marie Lustiger geboren

von Andrea Krogmann  16.09.2026

Feiertage

Rosch Haschana für Anfänger

Vom Lichterzünden bis zum Taschlich: eine kleine Einführung für weniger erfahrene Synagogenbesucher

von Rabbinerin Ulrike Offenberg  11.09.2026 Aktualisiert

Rosch Haschana

»Wenn ich einmal reich wärʼ …«

An Neujahr, so sagt der Talmud, legt Gʼtt die Summe fest, die wir im kommenden Jahr verdienen werden. Warum wir trotzdem arbeiten, planen und gut haushalten sollten

von Rabbiner Dovid Gernetz  11.09.2026

Teschuwa

Auf die echte Erneuerung!

Statt einfach nur unsere schlechten Laster loszuwerden, bedeutet die Mizwa vielmehr das Finden unseres wahren Ichs

von Rabbiner Jaron Engelmayer  11.09.2026

Neujahr

Stunde null

Zu Rosch Haschana können wir alljährlich durch Teschuwa unsere guten Potenziale hervorrufen

von Rabbinerin Elisa Klapheck  11.09.2026

Rosch Haschana

Jahr der Einheit

Wenn wir uns gegenseitig stärken, werden wir viel erreichen

von Rabbiner Avichai Apel  11.09.2026

Ernte

Von Möhren und Mehrn

Unsere Redakteurin will zu Rosch Haschana eine selbst gezogene Karotte essen. Ein jiddisches Wortspiel brachte sie auf die Idee – und auf einen Weg, auf dem sie manches über das Judentum und über sich selbst lernte

von Mascha Malburg  11.09.2026

Spiritualität

Eine Reise zum Ich

Unser Autor verbrachte die Feiertage als Kind in der Enge der jemenitischen Gemeinschaft von Kiryat Arba. Dann verließ er die religiöse Welt – und fand sie an Rosch Haschana in der Ukraine wieder

von Yonatan Amrani  11.09.2026