Nissan

Der Frühlingsmonat

Foto: IMAGO/Wallmüller

Dieser Schabbat ist ein ganz besonderer, denn es wird zugleich Rosch Chodesch, der Beginn des neuen Monats Nissan, gefeiert. Es ist der siebte Monat nach Rosch Haschana, dem jüdischen Neujahr. Und auch wenn der Wetterbericht mit Vorhersagen für Minusgrade und Schneefälle es nicht vermuten lässt: Nissan ist der Monat des Frühlings.

Es ist die Zeit der Erneuerung. Im Talmud wird dieser Monat neben dem Monat Tischrei im Zusammenhang mit der Erschaffung der Welt genannt. Denn dort wird Rabbi Joschua mit den Worten zitiert: »Die Welt wurde im Nissan erschaffen.« (Rosch Haschana 11a).

mischkan Auch seien im Nissan die Patriarchen Awraham, Jizchak und Jaakow geboren und gestorben. Am ersten Tag des Monats Nissan soll die Erde nach der Flut trocken geworden sein, das biblische Volk Israel soll die erste Mizwa, die Heiligung des Monats, erhalten haben. Zudem soll am ersten Tag des Nissan das Stiftszelt, der Mischkan, geweiht worden sein.

Verschiedene Mizwot, also religiöse Pflichten, sind mit Nissan verbunden, dem Monat, in dem das Pessachfest gefeiert wird. In der Tora (2. Buch Mose 23,15) ist zu lesen: »Das Fest der ungesäuerten Brote haltet: Sieben Tage sollst du ungesäuerte Brote essen, so, wie ich dir geboten, zur bestimmten Zeit des Ährenmonats, denn da bist du aus Mizrajim gezogen.«

mizwa Eine besondere Mizwa des Monats Nissan ist die Segnung von Obstbäumen: »Gesegnet seist Du, Ewiger, unser G´tt, König der Welt, dass Du es in dieser Welt an nichts fehlen lassen und gute Schöpfungen und gute Bäume erschaffen hast, damit die Menschen davon Genuss haben können.«

Wenn der Mensch die ersten Blüten der Bäume im Frühlingsmonat erblickt, steht er dem Wunder der Natur und der sich immer wieder erneuernden Schöpfung gegenüber. ddk

Behar

Alle 7 und alle 49 Jahre

Was die Tora über das Schmitta- und über das Joweljahr lehrt

von Rabbiner Joel Berger  20.05.2022

Talmudisches

Bärenstark

In den jüdischen Schriften steht der Bär vor allem für eines: ungebändigte Natur

von Chajm Guski  20.05.2022

Interview

»Religiosität stößt auf immer weniger Verständnis«

Rabbiner Julian-Chaim Soussan über Feiertage, Konflikte zwischen Geboten und Alltag sowie gesetzliche Regelungen

von Eugen El  20.05.2022

Bamberg

Antijüdische Statue im Dom bleibt

Die Figur der Synagoga soll mit Informationsmaterial in ihren historischen und kulturellen Kontext eingeordnet werden

von Leticia Witte  20.05.2022

Tagung

Zwischen Glauben und Grundgesetz

Die Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden diskutierte mit Experten über das Verhältnis von Staat und Religion

von Ayala Goldmann  19.05.2022

München

400 orthodoxe Rabbis erwartet

Ab dem 30. Mai tagt die 32. Generalversammlung der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER)

 18.05.2022

Lag BaOmer

Trauer und Freude

Am 33. Tag zwischen Pessach und Schawuot wird traditionell gefeiert – im vergangenen Jahr wurde das Fest am Berg Meron von einer schrecklichen Tragödie überschattet

von Rabbiner Raphael Evers  18.05.2022

Tora

Hüter des Heiligen

Rabbi Jonathan Sacks sel. A. über das moralische Verhalten von jüdischen Führungspersönlichkeiten

 13.05.2022

Talmudisches

Einander helfen beim Toralernen

Was die Weisen über das Studium lehren

von Yizhak Ahren  13.05.2022