Religionsfreiheit

Aufruf: Beschneidung und koscheres Schlachten verteidigen

Leitete die Konferenzt: Christian Staffa, Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche Foto: screenshot

Zum 80. Jahrestag der sogenannten Wannsee-Konferenz haben Vertreter evangelischer Kirchen und jüdischer Verbände Widerstand gegen zunehmenden »Antisemitismus in Form von Delegitimierungsversuchen der jüdischen Religion sowie des Staates Israel« gefordert.

»Das bedeutet konkret, sich der Kriminalisierung der Beschneidung und des koscheren Schlachtens unter dem Deckmantel der Kinderrechte und der Tierschutzgesetze zu widersetzen«, heißt es in einer am vergangenen Freitag veröffentlichten Erklärung.

rituale »Diese Praktiken sind zentrale Rituale der jüdischen Religionsausübung und werden durch die Religions- und Glaubensfreiheit geschützt, wie sie in Artikel 18 der Allgemeinen Menschenrechtserklärung festgeschrieben sind«, heißt es weiter.

Ihren Aufruf richteten die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner vor allem an Christinnen und Christen. Darin erklären sie, der Holocaust habe nicht erst mit der Wannsee-Konferenz begonnen, »sondern mit einer langen Reihe von Gesetzen und Erlassen, die dazu dienten, die jüdische Kultur und Religion auszuschließen, zu diskriminieren und zu delegitimieren«. Bei der Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 organisierten Spitzenvertreter des NS-Staates den Völkermord an den Juden.

Die Erklärung wurde von den Teilnehmenden eines Symposiums der Evangelischen Akademie zu Berlin und der European Coalition for Israel verabschiedet. Daran nahmen den Angaben zufolge auch Vertreter der Konferenz der Europäischen Rabbiner teil. kna/ja

Beschalach

Fenster zur Welt

Selbst die Lücken zwischen den Wörtern biblischer Texte können neue Perspektiven eröffnen

von Isaac Cowhey  30.01.2026

Talmudisches

Der großzügige Elasar

Unsere Weisen über die Frage, warum echter Reichtum im Geben liegt

von Rabbiner Avraham Radbil  30.01.2026

Ethik

Tu Bischwat im Zeitalter des Klimawandels

Was das Judentum über Nachhaltigkeit weiß – und was es von uns fordert

von Jasmin Andriani  30.01.2026

Urteil

Fristlose Kündigung eines Rabbiners bestätigt

Die Jüdische Gemeinde Berlin hatte im Sommer 2023 einem Rabbiner wegen sexueller Übergriffigkeit fristlos gekündigt. Eine Klage des Mannes dagegen wurde jetzt auch in zweiter Instanz zurückgewiesen

 29.01.2026

Tagung

Europäische Rabbiner diskutieren interreligiösen Dialog in Jerusalem

Wie viel Religion braucht der Frieden? Diese Frage stand im Zentrum einer Podiumsveranstaltung der Europäischen Rabbinerkonferenz bei deren Tagung in Jerusalem

 28.01.2026

Justiz

Ehemaliger Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Berlin verurteilt

Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte den Angeklagten wegen eines sexuellen Übergriffs und sexueller Nötigung zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung

 23.01.2026

Talmudisches

Von hellen Tagen und dunklen Nächten

Was unsere Weisen über die Bedeutung von Licht und Dunkelheit lehren

von Vyacheslav Dobrovych  23.01.2026

Chidon Hatanach

Unser Fundament

Der Bibelwettbewerb, der nun in München in eine neue Runde geht, erinnert an den Kern der jüdischen Seele – die Texte der heiligen Schrift

von Rabbiner Dovid Gernetz  23.01.2026

Rezension

Eine Liebe in »bitterböser Zeit«

Die Briefe von Joseph Norden an Regina Jonas eröffnen einen völlig neuen Blick auf die erste Rabbinerin der Welt

von Mascha Malburg  23.01.2026