Berlin

Zentralrat: Proteste »aus gutem Grund«

Im Gespräch: Außenministerin Annalena Baerbock und Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: picture alliance / photothek

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, kann die Proteste gegen die geplante Justizreform in Israel nach eigenem Bekunden verstehen. Es sei so, dass die Regierung dort »eine umstrittene Justizreform plant, gegen die viele Israelis aus gutem Grund demonstrieren«, hieß es am Dienstag in einem Tweet des Zentralrats. Zuvor hatte sich Schuster mit Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) zu einem Gespräch im Auswärtigen Amt getroffen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Deutschland und Israel seien enge Partner, unterstrich Schuster. »Deutschland steht fest an der Seite Israels und steht für die Sicherheit der einzigen Demokratie im Nahen Osten ein«, so der Tweet.

RÜCKBLICK In der vergangenen Woche hatte Schuster auf einer Veranstaltung im bayerischen Ichenhausen gesagt, er mache sich »ernsthaft Sorgen« um die Demokratie in Israel. Die geplante Justizreform höhle die Justiz letztlich aus. »Ich finde das völlig unverständlich, auch inakzeptabel.«

In Israel sorgt seit mehr als zehn Wochen die geplante Justizreform der Regierung für Proteste. Kritiker befürchten eine Schwächung des Justizsystems und damit der demokratischen Gewaltenteilung durch Gesetzesvorhaben, die unter anderem größeren Einfluss der Regierung auf die Ernennung von Richtern sowie eine deutliche Einschränkung der Vollmachten des obersten Gerichts vorsehen.

ZUSAMMENARBEIT Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird unterdessen am Donnerstag in Berlin erwartet, wo er mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zusammentrifft. Nach Angaben des Kanzleramts geht es bei den Gesprächen um die bilaterale Zusammenarbeit sowie internationale und regionale Sicherheitsthemen.

Gegen den Besuch und auch gegen eine geplante Visite danach in Großbritannien gibt es Kritik. kna

Lesen Sie mehr zum Thema in unserer nächsten Printausgabe am Donnerstag.

Nahost

Italien nimmt als Beobachter an Trump-»Friedensrat« teil

Bislang sind in dem Gremium des US-Präsidenten nur zwei EU-Staaten dabei

 14.02.2026

Solidarität

Für Freiheit im Iran: 200.000 Demonstranten in München

Unter den Rednern war auch der Publizist Michel Friedman: »Ein Regime, das für Terrorismus steht, gehört abgesetzt«

 14.02.2026

USA/Iran

US-Präsident Trump: Machtwechsel im Iran wäre wohl das Beste

US-Präsident droht Teheran im Streit über das Atom- und Raketenprogramm mit einem Angriff. Er legt nach: Nur ein Deal könne dies verhindern

 14.02.2026

NS-Raubkunst

Wolfram Weimer kündigt Restitutionsgesetz an

»Eine Frage der Moral«: Der Kulturstaatsminister stimmt einem unter anderem vom Zentralrat der Juden geforderten Gesetz zu

 14.02.2026

Berlin

Brandenburger Tor leuchtet als Zeichen der Solidarität mit Iran-Protesten

»Die gewaltsame Niederschlagung der Proteste ändert nichts daran, dass der Drang nach Freiheit bleibt«, sagt Kai Wegner (CD), der Regierende Bürgermeister

 13.02.2026

Augsburg

Gericht kippt Redeverbot für Höcke im Allgäu

Am Wochenende sollte Thüringens AfD-Landtagsfraktionschef in zwei Hallen in Bayern als Gastredner auftreten. Die Gemeinden wehren sich – aber vorerst nur in einem Fall mit Erfolg

 13.02.2026

Meinung

Danke, Herr Minister!

Johann Wadephul hat sich von Francesca Albanese distanziert und ihren Rücktritt gefordert. Doch jetzt müssen Deutschland und andere Staaten den Druck weiter erhöhen

von Michael Thaidigsmann  13.02.2026

Meinung

Jeffrey Epstein: Ein schlechter Mensch

Der verurteilte amerikanische Sexualstraftäter ist und bleibt ein beliebig formbares Vehikel für jedweden Verschwörungsmythos

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026

Diplomatie

Berichte: USA schicken weiteren Flugzeugträger nach Nahost

Der Schritt ist eine Drohung an das Regime im Iran, mit dem US-Präsident Donald Trump gerne ein Atom-Abkommen abschließen möchte

 13.02.2026