Berlin

Zentralrat fordert Sanktionen gegen Kuwait Airways

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Die Fluggesellschaft Kuwait Airways kann laut einer Entscheidung des Frankfurter Landgerichts nicht gezwungen werden, israelische Staatsangehörige zu befördern. Das entschied das Landgericht Frankfurt am Donnerstag. Der Zentralrat der Juden in Deutschland nimmt diese Entscheidung »mit Unverständnis zur Kenntnis«, wie er am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Der Kläger hatte bereits ein Ticket der Fluggesellschaft von Frankfurt nach Bangkok mit Zwischenlandung in Kuwait erworben. Als er der Airline seine Staatsangehörigkeit bekannt machte, verweigerte diese jedoch die Beförderung. Der Fluggesellschaft könne nicht zugemutet werden, einen Vertrag zu erfüllen, wenn sie damit einen Gesetzesverstoß nach den Regeln ihres eigenen Staates begehe und damit rechnen müsse, dort bestraft zu werden, hieß es in der Entscheidung des Frankfurter Gerichts.

boykott »Es ist unerträglich, dass ein ausländisches Unternehmen, das auf Grundlage von zutiefst antisemitischen nationalen Gesetzen agiert, in Deutschland tätig sein darf«, so der Zentralrat der Juden weiter in seiner Erklärung. Das kuwaitische Israel-Boykottgesetz erinnere »an die schlimmsten Zeiten der Judenverfolgung unter den Nationalsozialisten«.

Erst vor wenigen Wochen habe die Bundesregierung die Internationale Antisemitismus-Definition angenommen, so die Erklärung des Zentralrats weiter: »Danach fallen auch Angriffe auf den Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, unter diese Definition. Im Urteil des Landgerichts wurde der Definition keinerlei Beachtung geschenkt. Wir fordern daher die Bundesregierung auf, sämtliche rechtliche Möglichkeiten zu prüfen, um solche Fälle der Diskriminierung in Deutschland für die Zukunft auszuschließen. Das Verhalten von Kuwait Airways darf nicht folgenlos bleiben und muss durch die Bundesregierung sanktioniert werden.« ja

Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS)

Interview

Experte: AfD nutzt Sprachpolitik als »trojanisches Pferd«

Soziales Verhalten wird in der öffentlichen Kommunikation zunehmend durch psychologische Kategorien beschrieben, beobachtet der Sprachforscher Henning Lobin. Er hat sich mit der Sprachpolitik der AfD befasst

von Christine Süß-Demuth  03.09.2026

Frankfurt am Main/Magdeburg

Kann die AfD Staatsverträge zu Medienthemen kündigen?

Die AfD will bei einem Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt aus Staatsverträgen aussteigen, die Medienthemen regeln. Dabei müsste die neue Landesregierung jedoch zahlreiche Anforderungen beachten

 03.09.2026

Meinung

Ärmer durch die Wohngeldreform

Bereits heute ist mehr als die Hälfte der jüdischen Zuwanderer im Rentenalter auf Grundsicherung angewiesen. Die Reform drängt ausgerechnet jene dorthin zurück, die es mit eigener Lebensleistung geschafft haben, ihr zu entkommen

von Günter Jek  03.09.2026

Wahlen

Wie antisemitisch ist die AfD?

Die rechtsextreme Partei inszeniert sich gern als Vorkämpferin gegen Judenhass und für Israel. Ein Faktencheck

von Stefan Dietl  03.09.2026

Landtagswahlen

Zünglein an der Waage?

Das »Bündnis Sahra Wagenknecht« (BSW) könnte besonders in Sachsen-Anhalt wichtig werden

von Ralf Fischer  03.09.2026

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

AfD in weiterer Umfrage deutlich vor der CDU

Wie sehen die jüngsten Umfragewerte für die rechtsextremistische AfD und die anderen Parteien aus?

 03.09.2026

Cambridge

Literaturfestival streicht Auftritt mit Autorin, die den Terrorangriff vom 7. Oktober begrüßte

Randa Abdel-Fattah schrieb über die Massaker der Hamas, an jenem Tag habe es einen »Hoffnungsschimmer« gegeben, der »greifbar, real und berauschend« gewesen sei

 03.09.2026

Umfrage für Berlin

Nach jüngstem Judenhass-Skandal: CDU wieder stärkste Kraft, Linke verliert deutlich

Wenige Tage nach den Vorkommnissen in Neukölln, bei dem Linke zu antisemitischen Raps tanzten, ergibt sich ein neues Bild. Wie schneiden die wichtigsten Parteien ab?

 03.09.2026

Washington

Trump droht Iran mit neuen Angriffen und verspricht Israel Schutz

Der US-Präsident hat nach der jüngsten Eskalation im Konflikt mit Iran weitere amerikanische Militärschläge angekündigt

 03.09.2026