Berlin

Zentralrat der Palästinenser entschuldigt sich für Auslage der »Protokolle der Weisen von Zion«

Der Zentralrat der Palästinenser in Deutschland hat sich für die Auslage eines Exemplars der »Protokolle der Weisen von Zion« entschuldigt.

Das Buch hatte im Schaufenster des Vereinszentrums des Zentralrats in Berlin-Schöneberg gelegen, wo es von Mitarbeitern des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus fotografiert wurde.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die »Protokolle der Weisen von Zion« sind eine Anfang des 20. Jahrhunderts im Russischen Kaiserreich publizierte antisemitische Hetzschrift. Die Protokolle sind eine nachweisliche Fälschung, die vorgeben, eine geheime jüdische Weltverschwörung zu dokumentieren. Auch die Nationalsozialisten bezogen sich auf die Protokolle. Heute ist die Schrift insbesondere in der arabischen Welt noch weit verbreitet.

Der Zentralrat der Palästinenser erklärte auf Anfrage der Jüdischen Allgemeinen: »Diese Auslage war ein Fehler.« Dafür entschuldige man sich. »Das Buch wurde entsorgt.« Die Organisation sei »ein gemeinnütziger Verein, der keine politischen Zwecke« verfolge und »lediglich Kultur und Kunst« fördere.

Auf Twitter erklärte der Verein zudem, man lehne die Protokolle »entschieden ab« und distanziere sich »ausdrücklich von diesem Gräuelwerk«. Den Vorfall erklärte die Organisation so: »Wir kriegen für unsere Bibliothek laufend Spenden in Form von Büchern. Die neuesten werden sodann ausgelegt. Dieses Buch wurde von jemandem ausgelegt, der nicht einmal arabisch lesen kann.«

Der Zentralrat der Palästinenser in Deutschland ist ein in Berlin eingetragener Verein. Auf seiner Facebook-Seite beschreibt er sich selbst als »eine unabhängige Institution, die alle palästinensischen Fraktionen vereint«. js

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  22.06.2026

Kanada

Zwei Tote bei Anschlag im jüdischem Viertel von Montreal

Bei einem der Opfer soll es sich laut Medienberichten um Michael Moshe Mizrahi handeln, ein Mitglied der örtlichen jüdischen Gemeinde

 22.06.2026 Aktualisiert

Meinung

Wenn niemand sonst zu Israel steht

Unser Autor ist Schüler auf einem Gymnasium nahe Köln. Mit Entsetzen musste er feststellen, dass Antisemitismus und Israelhass in seiner Klasse weit verbreitet sind. Nun fragt er sich: Wie kann das sein?

von Jan Tersteegen  22.06.2026

Verhandlungen

USA lockern Sanktionen auf iranisches Öl

Nach »produktiven« Gesprächen mit dem Iran setzen die USA Teile ihrer Sanktionen gegen den Iran vorübergehend aus. Die Maßnahme könnte dem Iran Milliarden einbringen und die Energiemärkte beruhigen

 22.06.2026

Trauer

Orakel und Maestro

Über 18 Jahre lang herrschte Alan Greenspan als Zentralbankchef über die Zinspolitik der weltgrößten Wirtschaftsmacht. Mit 100 Jahren ist er nun gestorben

von Anna Ringle, Thomas Kaufner  22.06.2026

Debatte

Jüdischer Verein verlangt Schutz für das Tragen religiöser Symbole

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: Bei einem Prozess wegen Volksverhetzung in Flensburg musste eine Zuschauerin ihre Davidsternkette ablegen. Der Verein Jüdischer Hochschullehrender fordert nun Maßnahmen von der Justiz

 22.06.2026

Berlin

Mann mit Kippa beleidigt und bespuckt

Laut eines Medienberichts kam es am Samstag in Berlin-Charlottenburg zu einem antisemitischen Vorfall

 22.06.2026 Aktualisiert

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  22.06.2026

Berlin

Nova-Ausstellung: Interne Unterlagen zeigen Streit um Fördergeld

Die Finanzierung des Projekts war bis zuletzt umstritten. Eine angekündigte Kürzung der Landesförderung in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro wurde zurückgenommen

 22.06.2026