Judenhass

Zentralrat der Juden reagiert auf Entschuldigung von Kanye West

Kanye West Foto: picture alliance / AP Photo

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat auf Kanye Wests Entschuldigung an die jüdische Gemeinschaft reagiert. »Kanye Chance, dass wir eine Entschuldigung so kurz vor dem Albumrelease als aufrichtig betrachten«, schrieb der Zentralrat unter Wests Entschuldigungs-Post auf Instagram.

Der Hintergrund: Der Skandalrapper, der zu den übelsten und einflussreichsten Judenhassern weltweit gilt, hatte am Dienstag nach wiederholten antisemitischen Entgleisungen öffentlich um Vergebung gebeten. »Ich entschuldige mich aufrichtig bei der jüdischen Gemeinschaft für jeden nicht beabsichtigten Wutausbruch, der durch meine Worte oder meine Taten verursacht wurde«, schrieb der Rapper und Unternehmer auf Hebräisch auf der Plattform Instagram.

Es sei nicht seine Absicht gewesen, Menschen zu verletzen oder zu entwürdigen und er bedaure jeden Schmerz, den er verursacht habe.

»Ich bin verpflichtet, bei mir selbst anzufangen und aus dieser Erfahrung Lehren zu ziehen, um in Zukunft größere Sensibilität und Verständnis zu gewährleisten«, so der 46-Jährige weiter.

West, der auch eigenen Angaben zufolge mit schweren psychischen Problemen zu kämpfen hat, fiel in den vergangenen Jahren immer wieder mit Judenhass auf. Das Wiesenthal-Zentrum, das sich dem Kampf gegen Judenhass verschrieben hat, setzte diese Äußerungen vor einem Jahr sogar an die Spitze der zehn schlimmsten antisemitischen Vorfälle des Jahres 2022.

West, der sich heute Ye nennt, habe »Hass, Fanatismus und Ignoranz als Waffen eingesetzt«, hieß es damals vom Simon Wiesenthal Center in Los Angeles.

Zwischenzeitlich waren Wests Konten bei Instagram und Twitter (heute X) gesperrt worden, weil er immer wieder offen antisemitische Nachrichten und Nazi-Propaganda verbreitete. 

Auch offline schockte West öfter: Bei der Pariser Fashion Week trug er beispielsweise ein T-Shirt mit dem Slogan »White Lives Matter«. Die Organisation Anti-Defamation League stufte den Satz als rassistische Reaktion auf die »Black Lives Matter«-Bewegung ein.

Ende Oktober 2022 kündigte der Sportartikelhersteller Adidas die Zusammenarbeit und stellte die Produktion der Marke »Yeezy« ein.

Berlin

»Wenn Alice Weidel Kanzlerin wird, bin ich weg!« 

Der Kabarettist Dieter Nuhr sagt, er halte es für einen Fehler, die AfD politisch konsequent auszuschließen. Die Dämonisierung der Partei habe ihr eher genützt

 10.06.2026

New York

Kongress-Kandidat kritisiert Israel-Fokus im Wahlkampf

Der jüdische Demokrat Micah Lasher sagt, er sei »erschöpft« davon, wie stark der jüdische Staat den politischen Diskurs dominiere

 10.06.2026

Gaza

UN-Bericht: Hamas richtet Dutzende Palästinenser hin und verstümmelt sie

Das Hochkommissariat für Menschenrechte dokumentiert in einer Untersuchung Hunderte Fälle sogenannter extralegaler Strafen

 10.06.2026

Bogotá

Kolumbiens Präsident verteidigt »Heil Hitler«-Beitrag

Eine Gruppe von 24 Parlamentariern aus 14 lateinamerikanischen Staaten reagiert mit einer gemeinsamen Erklärung, in der sie den Beitrag verurteilt

 10.06.2026

Nahost

Nach Abschuss eines US-Hubschraubers: Washington greift Iran an

Die Hintergründe

 10.06.2026

Diplomatie

Frankreich verbietet Bezalel Smotrich die Einreise

Wegen der Siedlungspolitik im Westjordanland verhängt Frankreich Sanktionen gegen extremistische Siedler – und untersagt Israels Finanzminister Smotrich die Einreise

 09.06.2026

Meinung

Antisemitismus nach bayrischer Art

Ein Hotel im Bayerischen Wald verschickt eine antisemitische Nachricht an einen Touristen aus Israel. Das könnte eine Gelegenheit sein, Antisemitismus auf dem bayrischen Land zum Thema zu machen. Ein Kommentar

von Leon Stork  09.06.2026

Erfurt

»Echte« Deutsche: AfD streitet über Höcke-These

Thüringens AfD-Chef behauptet, in Westdeutschland gebe es nur noch »deutsch sprechende Amerikaner«, im Osten seien die Deutschen jedoch deutsch geblieben

 09.06.2026

Meinung

Nein, ein Davidstern ist keine Provokation

Im Amtsgericht Flensburg wurde einer Frau der Zutritt zum Saal nur unter der Bedingung gewährt, dass sie ihre Kette mit einem jüdischen Symbol ablegt. Das ist keine Auslegungsfrage, sondern ein Justizskandal

von Annabelle Ganapol-Vučelić  09.06.2026