Bertelsmann-Studie

Zentralrat der Juden kritisiert Wunsch vieler Deutscher nach »Schlussstrich«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: Marco Limberg

Bertelsmann-Studie

Zentralrat der Juden kritisiert Wunsch vieler Deutscher nach »Schlussstrich«

Josef Schuster: »Diese Zahl ist erschreckend«

 03.09.2022 20:44 Uhr

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, ist besorgt wegen einer neuen Studie, der zufolge sich fast die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) einen »Schlussstrich« unter die NS-Vergangenheit wünscht. »Diese Zahl ist einerseits erschreckend, andererseits spiegelt sie leider unsere Wahrnehmung wider«, sagte Schuster der »Welt« mit Blick auf die Erhebung der Bertelsmann-Stiftung.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Politik, Bildungseinrichtungen und Zivilgesellschaft müssten diesen Tendenzen entgegentreten. Bei den Überlebenden und deren Nachfahren bis in die dritte Generation seien die Traumata täglich präsent. »Für sie ist ein Schlussstrich schlicht nicht möglich«, betonte der Zentralratspräsident.

Beunruhigend sei zudem das negative Bild, das viele Deutsche von Israel hätten. Wer Israel nur aus den Nachrichten kenne, kenne das Land fast ausschließlich im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Bertelsmann-Studie zufolge waren 93 Prozent der Deutschen noch nie in dem jüdischen Staat. »Ein ausgewogenes Bild von Israel als einziger Demokratie im Nahen Osten wird selten vermittelt«, kritisierte Schuster. Dabei könne nur so Empathie für die Lebenssituation der Israelis entstehen.

Lesen Sie mehr dazu in der kommenden Printausgabe der Jüdischen Allgemeinen.

Beirut

Israel: Haben hochrangigen Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gutachten missverstanden: Bundestagsdienst bewertet Iran-Angriffe nicht abschließend

Laut Medienberichten hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages den Iran-Krieg als völkerrechtswidrig eingeordnet. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« widerspricht in einer Analyse dieser Darstellung nun

 01.04.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Filmtage: Kino kündigt Kooperation, Organisatoren üben scharfe Kritik

Die Jüdische Gemeinde sieht »faktisch eine Kapitulation vor antisemitischem Druck«, während die Astor Film Lounge ihre Entscheidung verteidigt

von Imanuel Marcus  01.04.2026

Dresden/Leipzig

Hitlergruß: Urteil gegen Melanie Müller ist rechtskräftig

Das Urteil gegen die Schlagersängerin wegen des Zeigens des Nazigrußes ist rechtskräftig. Warum sie die Revision zurückzieht und was das für sie bedeutet

 01.04.2026

Pessach

Preis der Freiheit

Unabhängigkeit und Selbstbestimmung entstehen nicht von allein. Sie müssen erstritten, manchmal sogar erkämpft werden

von Josef Schuster  01.04.2026

Berlin

»Arrogante Belehrungen«: Israelische Botschaft kritisiert Castellucci scharf

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung übt Kritik an der Jerusalemer Regierung für die Ausweitung der Todesstrafe. Die israelische Botschaft spricht von Doppelmoral

 01.04.2026 Aktualisiert

Buenos Aires

Argentinien stuft Irans Revolutionsgarden als Terrororganisation ein

Präsident Javier Milei begründete den Schritt unter anderem mit dem Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA im Jahr 1994, bei dem 85 Menschen ermordet wurden

 01.04.2026

Ottawa

PFLP-Ableger: Kanada löst Samidoun auf

Der Schritt erfolgt wegen »Nichteinhaltung« gesetzlicher Vorgaben. In Kanada war die Gruppe zuvor als Terrororganisation eingestuft worden

 01.04.2026

Washington D.C.

Trump stellt baldiges Kriegsende in Aussicht

»Ob wir ein Abkommen haben oder nicht, ist jetzt irrelevant«, sagt der amerikanische Präsident

 01.04.2026