EILMELDUNG! Medienbericht: Iran soll Ermordung von Josef Schuster und Volker Beck geplant haben

Interview

»Wir müssen eine Lösung finden«

Herr Saltiel, die griechische Regierung erhebt im Zusammenhang mit der Euro-Krise Reparationsforderungen gegen Deutschland. Wie stehen Sie dazu?
Sie sind mehr als berechtigt. Auf jeden Fall soll die Zwangsanleihe, die sich Deutschland 1942 von der griechischen Notenbank hat auszahlen lassen, endlich zurückgegeben werden. Die beläuft sich mittlerweile auf mehr als zehn Milliarden Euro.

Entschädigungsforderungen sind nicht neu. Wie beurteilen Sie die deutschen Reaktionen?
Es gibt kein deutsches Entgegenkommen. Im Jahr 2000 hatte das höchste griechische Gericht beschlossen, dass Eigentum der Bundesrepublik Deutschland, das sich in Griechenland befindet, gepfändet werden darf, um die Opfer des Massakers von Distomo zu entschädigen. 1944 hatten die Nazis dort sämtliche verbliebenen Dorfbewohner erschossen. Unglücklicherweise zogen die Kläger aber nach Straßburg, wo sie vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte scheiterten.

Die Bundesregierung argumentiert, sie habe 1960 bereits einen dreistelligen Millionenbetrag an Griechenland gezahlt.
Das stimmt. Aber an uns griechische Juden ging etwa eine halbe Million D-Mark. Und die Opfer von Dörfern wie Distomo, Kommeno, Hortatis oder Kalavryta, in denen die Nazis viele Menschen umgebracht haben, erhielten gar nichts.

Gibt es noch besondere Forderungen der griechischen Juden, die sich von denen, die Athen jetzt erhebt, unterscheiden?
Ja, sehr viele. Wenigstens die Fahrkarten sollte die Regierung in Berlin uns erstatten, die wir 1943 haben lösen müssen. Den Juden aus Thessaloniki war von den deutschen Besatzern gesagt worden, sie müssten sich Zugtickets kaufen, auf sie warte woanders eine gute Zukunft. Das waren 50.000 Menschen, von denen die meisten nach Auschwitz deportiert wurden.

Nach dem Straßburger Urteil und der aktuellen Verstimmung zwischen Berlin und Athen: Ist die Tür für Entschädigungen nun endgültig zu?
Es war ein Fehler, nach Straßburg zu gehen. Solche Dinge müssen politisch geregelt werden, nicht juristisch. Da müssen die beiden Regierungen sich nun zusammensetzen und eine Lösung finden.

Viele Deutsche sehen das Vorgehen der Athener Regierung eher als Erpressung denn als Suche nach einer für beide Seiten vertretbaren Lösung.
Erst vor wenigen Tagen hat ja unsere Regierung ihre Forderungen noch einmal wiederholt. Im Grunde ist es das, was wir seit 1950 fordern. Unsere Regierung will ein Prozedere finden, damit wenigstens ein Teil der Entschädigungen gezahlt wird. Ob das gelingt, wird man sehen.

Sind Sie optimistisch?
Nein. Die Regierungen befinden sich in einem Kampf miteinander, das ist nicht gut.

Mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde von Thessaloniki sprach Martin Krauß.

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott soll sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, gerichtet haben

 21.05.2026

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Kiel

Staatsschutz ermittelt zu antisemitischen Plakaten

Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen einer Aufforderung zu Straftaten nach Paragraf 111 Strafgesetzbuch eingeleitet worden, sagt die Polizei

 21.05.2026

New York

Nach Angriff auf israelisches Restaurant in München: Anklage in USA

Der Angeklagte soll als Kopf einer proiranischen Terrorgruppierung agiert haben

 21.05.2026

Meinung

Das entspricht nicht der Essenz unseres Landes!

Man muss keine Sympathie für die Aktivisten der Gaza-Flotille haben, um die Art abzulehnen, wie Itamar Ben-Gvir mit ihnen umgegangen ist. Der Minister hat dem Ansehen Israels geschadet

von Sarah Cohen-Fantl  21.05.2026

Washington D.C.

US-Justizministerium gründet Beratungsgremium gegen Judenhass

Der amtierende Justizminister Todd Blanche: »Präsident Trump hat die Bekämpfung des Antisemitismus zu einer obersten Priorität dieser Regierung gemacht.«

 21.05.2026