Festakt

»Wir freuen uns über das blühende jüdische Leben«

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Festakt Foto: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Zentralrat der Juden in Deutschland zu seinem 70-jährigen Bestehen als verlässlichen Partner in Politik und Gesellschaft gewürdigt. Zugleich kritisierte sie beim Festakt im Innenhof der Neuen Synagoge in Berlin einen wachsenden Antisemitismus. Dies bereite ihr »große Sorgen«, so Merkel.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Kanzlerin betonte, viele Menschen, die die Schoa überlebt hatten, hätten sich nach dem Zweiten Weltkrieg kein Leben in Deutschland vorstellen können. Der Zentralrat sei deshalb zunächst als Provisorium gegründet worden, um Juden beim Auswandern zu helfen. »Wir dürfen uns über ein blühendes jüdisches Leben freuen«, sagte Merkel. Das sei aber nur ein Teil der heutigen Lebenswirklichkeit.

Der andere sei, dass sich viele Juden in Deutschland nicht mehr sicher und nicht respektiert fühlten. »Es ist eine Schande und beschämt mich zutiefst, wie sich Rassismus und Antisemitismus in diesen Zeiten äußern«, betonte Merkel.

Judenfeindliche Aussagen oder gar Angriffe müssen mit aller Kraft des Rechtsstaats geahndet werden, betont Merkel.

Zwar habe es Rassismus und Antisemitismus immer gegeben, er trete aber seit einiger Zeit sichtbarer und enthemmter auf. Beleidigungen, Drohungen und Verschwörungstheorien richteten sich offen gegen Juden. »Dazu dürfen wir niemals schweigen«, mahnte die Kanzlerin. »Wir wissen, wie schnell aus Worten Taten werden können.« Judenfeindliche Aussagen oder gar Angriffe müssten mit aller Kraft des Rechtsstaats geahndet werden.

Sie verwies dabei auf den Anschlag auf die Synagoge in Halle im vergangenen Jahr. Antisemitismus sei ein Angriff auf »Menschen, die Menschlichkeit und das Menschsein an sich«. kna/ja

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Essay

Kein Held

Das Hitler-Attentat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg jährt sich zum 80. Mal. Eine Einordnung

von Julien Reitzenstein  19.07.2024

Essay

Was hat dich bloß so ruiniert?

Die Autorin Elke Wittich denkt noch einmal über den Compact-Chef Jürgen Elsässer nach, der einst ihr Kollege war

von Elke Wittich  19.07.2024

Universität

Let’s talk!

Der Israeli Shay Dashevsky sucht auf dem Campus von Berliner Hochschulen das Gespräch

von Joshua Schultheis  19.07.2024

Kommentar

Irgendwelche Konsequenzen?

Der Terrorangriff der Huthis auf Tel Aviv sollte für Deutschland Anlass sein, seine Iran-Politik endlich zu überdenken

von Constantin Ganß  19.07.2024

Debatte

Antisemitismus-Vorwürfe: Stoppt Adidas Bella-Hadid-Kampagne?

Adidas bringt einen beliebten Schuh aus den 70er-Jahren neu heraus und bewirbt ihn mit Topmodel Bella Hadid. Doch die Marketing-Aktion löst einen Shitstorm aus. Jetzt reagiert der Konzern

von Alexander Pitz  19.07.2024

20. Juli 1944

Historiker: Rechte haben »krude« Sicht auf Hitler-Attentat

Das Erinnern an das Stauffenberg-Attentat war schon immer ideologisch gefärbt. Ein Historiker warnt vor neuer Instrumentalisierung

von Stefan Hantzschmann  19.07.2024

Besuch

Weißes Haus: Treffen von Biden und Netanjahu erwartet

Die Spitzen beider Parteien im US-Parlament haben Netanjahu zu einer Rede nach Washington eingeladen

 19.07.2024

Russland

Russland verurteilt US-Reporter zu 16 Jahren Haft 

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit macht Russland dem jüdischen US-Korrespondenten vom »Wall Street Journal« wegen angeblicher Spionage den Prozess. Trotz des Urteils könnte sich sein Schicksal bald wenden

von Friedemann Kohler  19.07.2024 Aktualisiert

Zürich

FIFA: Entscheidung über Sanktionen gegen Israel vertagt

Damit steht fest, dass Israel am olympischen Fußballturnier der Männer teilnehmen darf

 19.07.2024