Kroatien

Wiesenthal-Zentrum fordert Verbot der Schoa-Leugnung

Ustascha-Treffen am Loibacher Feld in Österreich (2018) Foto: imago

Das Wiesenthal-Zentrum hat die Behörden in Kroatien dazu gedrängt, Aktionen und Publikationen von Holocaust-Leugnern zu verbieten. »Bemühungen der kroatischen Ultra-Rechten, die Verbrechen der (faschistischen) Ustascha zu leugnen, müssen von der Regierung für illegal erklärt werden«, teilte der Leiter des Zentrums, Efraim Zuroff, am Mittwoch über Twitter mit.

Zuroff bezog sich auf die in Zagreb geplante Präsentation eines neuen Buches von Holocaust-Leugnern über das Ustascha-Konzentrationslager Jasenovac 100 Kilometer südöstlich von Zagreb.

In dem Vernichtungslager sind nach inzwischen gesicherten historischen Erkenntnissen mehr als 80.000 Juden, Serben, Roma und antifaschistische Kroaten getötet worden.

»Die Regierung muss die Leugnungen der Ultra-Rechten verbieten«, fordert Efraim Zuroff.

ÜBERLEBENDE Holocaust-Leugner in Kroatien behaupten hingegen, Jasenovac sei ein reines »Arbeitslager« gewesen, wobei die Opferzahlen nachträglich »übertrieben« worden wären. Sie berufen sich auf willkürlich zusammengetragene Indizien unter Ignorierung der Ergebnisse der zeithistorischen Forschung und der Aussagen von KZ-Überlebenden.

Dieser Linie folgt auch das Druckwerk Die Enthüllung der Jasenovac-Lüge, das am 16. Januar in der Zagreber Herz-Jesu-Kirche vorgestellt werden soll. Die Autoren sind nach Informationen der links-liberalen Zagreber Wochenzeitung »Novosti« ein Mathematiker und ein katholischer Priester. In der Herz-Jesu-Kirche war zuletzt eine Messe für den Ustascha-Führer Ante Pavelic (1889–1959) gelesen worden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Wie Zuroff am Mittwoch erklärte, würde das Buch »in Deutschland oder Österreich umgehend verboten werden, und zwar zu Recht«. Die als Veranstalter der Präsentation auftretende »Gesellschaft zur Erforschung des dreifachen Lagers Jasenovac« sei geschaffen worden, »um die abscheulichen Verbrechen der Ustascha, die beispiellos waren für den Balkan, zu vertuschen«.  dpa

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  05.05.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

Obama kritisiert Netanjahu-Kurs und warnt vor Eskalation im Nahen Osten

Der frühere Präsident sagt, vor Jahren habe Netanjahu ihm gegenüber ähnliche Argumente für ein militärisches Vorgehen gegen den Iran vorgebracht, wie später gegenüber Trump

 05.05.2026

Abu Dhabi

Emirate melden neue Angriffe Irans

Einige Wochen lang schien sich die Lage für Anwohner in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Blick auf Irans Angriffe zu entspannen. Kommt es jetzt zur erneuten, größeren Eskalation?

 05.05.2026

Washington

Hegseth: »Die Waffenruhe ist nicht beendet«

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben am Montag wieder zugenommen. Ausgangspunkt war eine neue US-Initiative zur Öffnung der Straße von Hormus. Nun gibt der Pentagonchef ein Update dazu

 05.05.2026

Erinnerungsarbeit

Virtuelle Ausstellung mit NS-Zeitzeugen tourt durch Brandenburg

In der mobilen Ausstellung »In Echt?« berichten NS-Zeitzeuginnen und -zeugen von ihren Schicksalen. Die virtuelle Schau wurde 2023 in Potsdam entwickelt und tourt wieder durch Brandenburg

 05.05.2026

Sachsen-Anhalt

Erneut antisemitische Vorfälle an Kunsthochschule Halle

An der Kunsthochschule Halle tauchen antisemitische Aushänge auf. Die Hochschule prüft rechtliche Schritte und will den Dialog mit der Jüdischen Gemeinde stärken

 05.05.2026

London

Weiterer Brandanschlag in London - Starmer warnt den Iran

Nach mehreren antisemitischen Angriffen untersuchen die britischen Behörden mögliche Verbindungen nach Teheran. Am Morgen kommt es zu einem weiteren Zwischenfall

 05.05.2026

Erfurt

AfD-Parteitag: Protest, Sperrungen, Störaktionen erwartet

Für das AfD-Treffen in Erfurt rechnet die Polizei mit Demonstrationen. Im Vorfeld gab es bereits Kritik am Datum: Genau 100 Jahre zuvor hatte die NSDAP ihren zweiten Reichsparteitag in Thüringen abgehalten

 05.05.2026

Potsdam

Volksverhetzung: Arafat Abou-Chaker vor Gericht

»Für mich ist Adolf Hitler besser als Netanjahu«, soll der Angeklagte gesagt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Volksverhetzung vor

 05.05.2026