Islamismus-Experte

Ahmad Mansour prangert deutsche Debattenkultur über Israel an

»Ein Staat, der aktiv seine Bürger schützt und seine Grenzen verteidigt, passt nicht ins Gedenknarrativ,« so Mansour Foto: picture alliance/dpa

Islamismus-Experte

Ahmad Mansour prangert deutsche Debattenkultur über Israel an

Empathie gelte hierzulande nur toten Juden - nicht den lebendigen: Islamismus-Experte Mansour übt scharfe Kritik daran, wie hierzulande auf Israel geblickt wird. Im Konflikt mit dem Iran brauche es eine klare Haltung

von Paula Konersmann  29.06.2025 00:50 Uhr

Eine »entleerte« deutsche Erinnerungskultur kritisiert der Islamismus-Experte Ahmad Mansour. »Große Teile der Gesellschaft, die stolz ist auf ihr Holocaust-Mahnmal im Zentrum der Hauptstadt, versagen ihre Empathie«, schreibt Mansour in der Zeitung »Die Welt« (Freitag). »Juden, die kämpfen, irritieren mehr als solche, in deren Andenken man Kerzen anzündet.«

Der Autor bezieht sich auf den derzeitigen Krieg zwischen Israel und dem Iran. Der Iran stelle »die stärkste Bedrohung jüdischen Lebens dar«; der Angriff der islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 seit von dort geplant und finanziert worden. Es sei beschämend und »eine Schande«, dass »Leute mit Antifa-Flaggen und Regenbogenwimpeln« hierzulande »neben Mullah-Fans und Hamas-Anhängern« marschierten.

Experte sieht »Obsession« mit Israel

Mansour verweist auf andere Konflikte, die in der deutschen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen würden, etwa in Syrien, Afghanistan oder im Sudan. »Weiße Flecken auf den politischen Landkarte. Nur Juden interessieren über die Maßen, nur Israel.« Deutschland misstraue den lebenden Juden: »Ein Staat, der aktiv seine Bürger schützt und seine Grenzen verteidigt, passt nicht ins Gedenknarrativ.«

Eine solche Erinnerungskultur bleibe jedoch auf sich selbst fixiert, so Mansour: »Deutschland glaubt, seine historische Lektion aus dem Zivilisationsbruch gelernt zu haben. Als selbst ernannter Schuldweltmeister will es jetzt den Nachfahren der Opfer Schuld zuschreiben. Und ihnen ihr Verhalten vorschreiben.«

Damit werde der Auftrag des Gedenkens verkehrt, mahnt der arabische Israeli. Kritik an Israel müsse möglich sein; der Umgang mit dem Land solle »weder verkrampft sein noch in Sprachlosigkeit erstarren«. An Schulen und Universitäten, auf Bühnen und in Feuilletons sei derzeit allerdings nicht Kritik zu hören, »sondern eine Obsession«. Wer Kritik übe, »sollte sich fragen, ob er überall dieselben Standards anlegt. Es braucht starke Solidarität und viel Feingefühl für ein Land, das sich gegen Feinde wehrt, die nicht nur Juden hassen, sondern alles Freie, Demokratische, Westliche.«

Berlin

Söder warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linkspartei

Nach der Wahl in Berlin mit dem Sieg der Linkspartei ist noch immer unklar, wer künftig regieren wird. Der CSU-Chef hat eine klare Erwartung für den Umgang mit dem Wahlsieger

 25.09.2026

Kassel/Heidenau

Stadt stoppt Stolpersteine – Künstler: War zu erwarten

Der Stadtrat von Heidenau bei Dresden lässt keine neuen Stolpersteine im Straßenraum zu. Der Initiator der Gedenksteine, Gunter Demnig, warnt vor Unsichtbarkeit der NS-Opfer und will weitermachen

 25.09.2026

Berlin

Schuster: Seit Hamas-Angriff kaum Kontakte zu muslimischen Verbänden

Er hat muslimische Freunde. Doch offizielle Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinde und muslimischen Verbänden gibt es kaum noch. Der Zentralratspräsident kritisiert dies und hofft auf Besserung

 25.09.2026

USA

Rennpferd muss wegen Hitler-Bezug umbenannt werden

Der Jockey Club erhält eine formale Beschwerde, woraufhin der Name des Tieres verboten wird. Wie hieß das Pferd? Und wie heißt es jetzt?

 25.09.2026

New York

Susan Sarandon bei Demo gegen Israel festgenommen

Zwei Proteste gegen Israel fanden während der Rede von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der UNO statt. Bei einer davon wurde zum Mord an ihm aufgerufen

 25.09.2026

New York

Netanjahu vor der UNO: »Israel hat keinen anderen Weg als zu gewinnen«

Der israelische Ministerpräsident spricht über Iran, Katar, die Türkei. Er konfrontiert Kritiker seines Landes, inklusive Bürgermeister Zohran Mamdani

 25.09.2026

Berlin

Berliner Linken-Chefin: »sehr überrascht« über Kritik

Seit der Berlin-Wahl am Sonntag wird bundesweit heftig über Antisemitismus bei der Linkspartei diskutiert. Sieht die Landesvorsitzende Kerstin Wolter ein strukturelles Problem in ihrer Partei?

 25.09.2026

Nach der Wahl

Berliner SPD will mit Linken und CDU sondieren

Die Sozialdemokraten wollen mit dem Wahlsieger Linke und der CDU über eine mögliche Regierungsbildung sprechen. Parteichef Krach nennt eine »rote Linie«

 25.09.2026

New York

Berichte: Iran legt Sieben-Tage-Plan zur Beendigung des Kriegs vor

Die USA und der Iran verhandeln mit Hilfe von Vermittlern über die Zukunft der Straße von Hormus. Nun will die iranische Seite einen Vorschlag ins Spiel gebracht haben

 25.09.2026