Berlin

Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge gesichert

Philipp Stricharz, 1. Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hamburg, zeigt auf ein historisches Foto der Bornplatzsynagoge. Foto: dpa

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat die Bundesmittel für den Wiederaufbau der Synagoge im Hamburger Grindelviertel freigegeben. Für 2021 seien 150 Millionen für Mehrkosten für Maßnahmen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus sowie zur Stärkung des interreligiösen Dialogs bereitgestellt worden, teilte der Hamburger Bundestagsabgeordnete Rüdiger Kruse (CDU) laut eines NDR-Berichts mit.

Davon könne ausdrücklich auch der Bundesanteil am Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge finanziert werden. Dieser beträgt 65 Millionen Euro. Die gleiche Summe soll noch einmal aus dem Hamburger Haushalt kommen.

Antisemitismus »Jetzt ist der ganz große Schritt möglich geworden«, sagte Kruse in dem Rundfunkbericht. Die Zeit sei reif, »dieses herausragende Projekt in Angriff zu nehmen und mit dem Wiederaufbau ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben zu setzen«.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Niels Annen sagte: »Es ist uns gelungen, den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge im Bundeshaushalt zu verankern. Das ist ein großer Erfolg für Hamburg und das jüdische Leben in unserer Stadt.«

Die Botschaft aus dem Bundestag, gebe Rückenwind, »die motiviert, jetzt noch schneller voranzukommen. Heute ist ein wirklicher Freudentag, sagte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne).

Mit einem Wiederaufbau der Synagoge am Bornplatz könne erneut ein zentraler Ort des jüdischen Lebens in Hamburg entstehen, sagt Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher.

Seit gut einem Jahr wird in Hamburg über den Wiederaufbau des Gotteshauses diskutiert. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte erst kürzlich den Aufruf für den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge unterzeichnet. Die Initiatoren wollten bis zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar die Unterschriften von 100.000 Hamburgern für den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge im Grindelviertel gewinnen.

Stadtgesellschaft Tschentscher betonte, jüdische Religion und Kultur müssten einen festen Platz in der vielfältigen Hamburger Stadtgesellschaft haben. «Mit einem Wiederaufbau der von den Nationalsozialisten zerstörten Synagoge am Bornplatz kann dort erneut ein zentraler Ort des jüdischen Lebens in Hamburg entstehen», zitiert der NDR den Ersten Bürgermeister.

Die Bornplatzsynagoge wurde 1906 fertiggestellt und war die größte Synagoge Norddeutschlands mit Platz für mehr als 1000 Besucher. In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge von NS-Anhängern verwüstet und schwer beschädigt. 1939 ließ die Stadt sie abreißen. Zum 50. Jahrestag der Zerstörung wurde 1988 nach Entwürfen des Architekten Bernhard Hirche und der Künstlerin Margrit Kahl ein Synagogenmonument errichtet. Granitsteine zeichnen heute das frühere Deckengewölbe der Synagoge im Originalmaßstab nach. Später wurde der Platz nach dem letzten Hamburger Oberrabbiner Dr. Joseph Zwi Carlebach (1883-1942) benannt. ja

Berlin

»Clanbosse gehören hinter Gitter, nicht auf Wahlpartys«

Die Linke steht nach den zahlreichen Antisemitismusvorfällen in der Partei nun wegen zwei Besuchern in der Kritik, die der organisierten Kriminalität und dem gegen Israel gerichteten Terrorismus zuzuordnen sind

 21.09.2026

Berlin

»Dass Herr Remmo sich freut, das ist ja wohl klar«

Jetzt äußert sich Berlins Innensenatorin Spranger zum Besuch des arabischstämmigen Remmo-Clans-Chef bei einer Wahlveranstaltung des möglichen Koalitionspartners Die Linke

 21.09.2026

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026

Wahl in Berlin

Zentralrat der Juden warnt vor Regierungsbeteiligung der Linken

Präsident Josef Schuster hat sich trotz des Wahlsiegs der Partei Die Linke in Berlin dagegen ausgesprochen, diese mit Regierungsverantwortung zu betrauen

 20.09.2026

Landtagswahlen

Merz: CDU-Ergebnis in MV »ein Desaster«

Die CDU muss bei den Wahlen zu den Landesparlamenten in der Hauptstadt und im Nordosten Verluste einstecken. Der Kanzler und Parteivorsitzende äußert sich gleich kurz nach Schließung der Wahllokale

 20.09.2026

Landtagswahl

Hochrechnungen: Linke bei Berlin-Wahl klar vor CDU

In den Umfragen lagen Linke und CDU zuletzt in etwa gleichauf. Nach den ersten Zahlen deutet sich ein deutlicher Gewinner an

 20.09.2026 Aktualisiert

Landtagswahl

Hochrechnungen: AfD knapp vor SPD in MV - CDU zittert

In Mecklenburg-Vorpommern hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit ihrer SPD in den vergangenen Wochen eine Aufholjagd hingelegt. Nach ersten Zahlen verfehlt ihre Partei dennoch Platz eins

 20.09.2026 Aktualisiert

Nahost

Regierungstruppen im Jemen erobern Gebiete von Huthi zurück

Nach der Blitzoffensive der Huthi laufen die Gefechte im jemenitischen Gebirge weiter. Einen strategischen Erfolg kann aber keine der Konfliktparteien erreichen

 20.09.2026

Sachsen-Anhalt

Halle: Gemeindevorsitzender hat keine Angst vor AfD-Regierung

Max Privorozki kritisiert in einem aktuellen Interview das Geschichtsbild der AfD in Sachsen-Anhalt. Er wolle jedoch abwarten, »was die Partei tatsächlich umsetzen würde«

 20.09.2026