Meinung

Wahl der Werte

In den USA beginnt wieder der Präsidentschaftswahlkampf. Mit dem »Karneval der Konservativen«, wie es die Medien nannten, haben die Republikaner den Startschuss bei der ersten Testabstimmung im Schlüsselstaat Iowa gegeben. Die stramm rechten Herausforderer Michele Bachmann, Mitt Romney und Rick Perry wollen Barack Obama aus dem Weißen Haus jagen. Der derzeitige Amtsinhaber versucht unterdessen, bei einer Tour durch Minnesota, Illinois und Iowa zu punkten.

Problem Angesichts der gigantischen Schuldenkrise, Rezession und Massenarbeitslosigkeit in seinem Land verfolgt der amerikanische TV-Rabbi Shmuley Boteach das Geschehen und warnt: »Unsere Politiker werden uns nicht aus der Misere führen.« Alle zwei Jahre gebe es eine ideologische Kehrtwende: Erst war Obama der Messias, nun ist er unten durch. Zuvor war es George Bush, der die Welt von der Tyrannei befreien sollte. Jetzt wird er für den Bankrott des Landes verantwortlich gemacht. Und zweifellos wird auch der, der im November 2012 zum Präsidenten gewählt wird, zunächst als Held gefeiert werden, um dann ein Jahr später als Verlierer dazustehen.

Dies zeigt: Das wirkliche Problem liegt nicht bei der Politik, sondern bei den Wählern. Die USA befindet sich nicht in einer Krise der Führung – sondern in einer der Werte. Eine Gesellschaft, die jahrzehntelang fast ausschließlich auf materielle Ideale gesetzt hat, wird korrupt.

Tatsächlich sind es weder Demokraten noch Republikaner, die helfen werden, aus der globalen Krise herauszufinden, sondern vielmehr die Religion, die uns lehrt, dass alle Menschen gleich sind, unabhängig von Einkommen, Sparguthaben und Aktienbesitz. Nicht Selbstbezogenheit, sondern höhere Werte zählen. Gut, dass wir alle – und nicht nur Amerikaner – mal wieder daran erinnert werden.

Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat bei der Abgeordnetenhauswahl 2026

Berlin

SPD-Vorstand beschließt Mitgliedervotum zu Koalitionsvertrag

Noch haben die Koalitionsverhandlungen in Berlin nicht begonnen. Klar ist aber schon, dass die Basis der drei potenziellen Regierungspartner eng eingebunden werden soll

 30.10.2026

Friedens-Mission

Woidke lobt Pferdetreck nach Jerusalem als Friedenszeichen

Sechs Monate und mehr als 3.500 Kilometer Reise durch acht Länder: Der Friedenstreck nach Jerusalem im vergangenen Jahr musste viele Hindernisse überwinden

 30.10.2026

Meinung

Elif Eralp und der »Spiegel«: Alles nur eine böse rechte Kampagne!

Die Spitzenkandidatin der Linken in Berlin offenbart aus Versehen ihre Angst vor dem Umfeld der eigenen Partei – und entlarvt den Vorwurf, Opfer einer Kampagne zu sein

von Wiebke Hollersen  30.10.2026

Iran-Krieg

Katarische Unterhändler in Teheran zu Gesprächen

Inmitten von Spannungen und Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus mehren sich diese Woche diplomatische Besuche im Iran. Jetzt sind Vertreter aus Katar eingetroffen

 30.10.2026

Wahl in Israel

Josef Schuster: Regierungswechsel in Israel könnte förderlich sein

Äußerungen rechtsradikaler Minister in Israel sind nicht akzeptabel, sagt der Präsident des Zentralrats der Juden. Was ein möglicher Regierungswechsel im Land für die deutsch-israelischen Beziehungen bedeuten könnte

von Leticia Witte  30.10.2026

SPIEGEL-Affäre

Eralp zu Angst-Eingeständnis: Nehme Rat von Behörden ernst

Mit schriftlichen Anmerkungen zu einem Interview sorgt die Berliner Linken-Frontfrau für Aufsehen. Nun bezieht sie selbst Stellung - und führt ihr Handeln auf den Rat der Sicherheitsbehörden zurück

 30.10.2026

Berlin

Thorsten Frei fordert Abbruch der Koalitionsverhandlungen mit Linken

»Wer in den eigenen Reihen die Zusammenarbeit mit Hamas-Sympathisanten duldet, kann nicht glaubwürdig Verantwortung für die Sicherheit von Millionen Berlinern übernehmen«, so der Fraktionschef der Bundestagsunion

 30.10.2026

Debatte

Nach Eralp-Veröffentlichung: Jetzt meldet sich der »Spiegel« zu Wort

 30.10.2026

Rheinland-Pfalz

CDU, SPD und Grüne fordern Schulterschluss gegen Antisemitismus

Nachdem in einem Brief an die Jüdische Gemeinde Speyer gedroht wurde, die Synagoge in die Luft zu sprengen, wollten die Fraktionen ein Zeichen setzen

 30.10.2026