Nahost

Wadephul: »Jeder weiß, dass wir auf der Seite Israels stehen«

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) Foto: picture alliance/dpa

Außenminister Johann Wadephul hat die deutsche Unterstützung für Israel und für den Friedensplan von US-Präsident Donald Trump nach einem Besuch im Golfemirat Katar untermauert. »Es gibt keinen besseren Plan als den von Präsident Trump. Er muss im Grunde nach umgesetzt werden, auch wenn Details davon noch zu klären sind«, sagte der CDU-Politiker nach einem Treffen mit dem Außenminister des Emirats, Mohammed bin Abdulrahman al-Thani, in der Hauptstadt Doha. 

Katar gilt als zentraler Vermittler zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas im Ringen um ein Ende des Gaza-Kriegs.

Es gebe »eine realistische Chance, dass die Geiseln recht bald reinkommen können, dass wir zu einem Waffenstillstand kommen und dass es eine gute humanitäre Versorgung für die notleidende Bevölkerung im Gazastreifen gibt«, ergänzte Wadephul. »Das wäre eine erste Phase, die recht bald erreicht werden könnte.« Er werde versuchen, mit seinen Möglichkeiten einen Beitrag dazu zu leisten.

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»Jeder weiß, dass wir auf der Seite Israels stehen, dass wir eine besondere Verantwortung für Israel haben, aber natürlich auch für die Geiseln«, betonte der Außenminister. Derzeit sind noch 48 Geiseln in der Gewalt der Hamas, darunter auch sieben mit deutscher Staatsangehörigkeit. Von den Entführten sind nach israelischen Informationen 20 noch am Leben.

In einer späteren Phase wäre Deutschland auch bereit, Verantwortung in einem sogenannten Friedensrat zu übernehmen, »wenn das von beiden Seiten gewünscht wird«, sagte Wadephul. »Wir drängen uns nicht auf, aber Deutschland ist bereit, mit dabei zu sein.«

Der zerstörte Gazastreifen soll demnach zunächst von einer Übergangsregierung eines technokratischen palästinensischen Komitees verwaltet werden. Neben Palästinensern sollen internationale Experten in dem Komitee sitzen, das wiederum von einem Friedensrat mit Trump an der Spitze kontrolliert wird. Dem Rat sollen weitere Spitzenpolitiker angehören, etwa der ehemalige britische Premierminister Tony Blair. 

Direkt im Anschluss flog Wadephul ins Emirat Kuwait weiter, um dort unter anderem an einem Außenministertreffen von EU und Golf-Kooperationsrat teilzunehmen. Dem 1981 gegründeten Kooperationsrat gehören die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Kuwait, Oman, Katar und Saudi-Arabien an. 

Die Golfstaaten verfügen über die arabische Halbinsel und den Persischen Golf hinaus über viel Einfluss. Am Montag will Wadephul kurzfristig auch Israel besuchen und dort mit seinem Amtskollegen Gideon Saar über die Umsetzung des Trump-Friedensplans sprechen.

An diesem Montag sind in Ägypten Gespräche über den Plan vorgesehen. Empfangen würden Vertreter Israels und der Hamas zu Gesprächen über den Austausch der israelischen Geiseln im Gazastreifen mit palästinensischen Gefangenen, teilte das ägyptische Außenministerium mit. dpa

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