Justiz

Vorwürfe gegen Führung der Arolsen Archives: Kontrollgremium will Abschlussbericht abwarten

Zentrale Namenskartei der Arolsen Archives in Bad Arolsen Foto: dpa

Nach anonym erhobenen Vorwürfen gegen die Führung des internationalen Zentrums zur NS-Verfolgung Arolsen Archives hat sich das Kontrollgremium der Einrichtung geäußert. »Wir nehmen diese Anschuldigungen ernst«, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme des Internationalen Ausschusses. Aber auch angesichts der Unschuldsvermutung werde sich der Ausschuss bis zum Abschlussbericht »weiterhin auf seine Führung verlassen«.

Das Gremium hatte eine Untersuchung durch eine unabhängige Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben. Sobald deren Abschlussbericht vorliege, müsse über die nächsten Schritte entschieden werden, erklärte der Ausschuss. Dem Aufsichts- und Kontrollgremium gehören Vertreterinnen und Vertreter aus elf Mitgliedsstaaten an. 

Medienberichten zufolge hatten 25 ehemalige und aktuelle Mitarbeitende der Führung der Arolsen Archives Mobbing, Machtmissbrauch und Sexismus vorgeworfen. Am 7. März habe man von einem Brief erfahren, den sowohl der Internationale Ausschuss als auch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien erhalten hätten, hatte das Zentrum nach Bekanntwerden mitgeteilt. Die Direktion sei gehalten, nicht zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, bis die laufende Untersuchung abgeschlossen sei.

Die Organisation mit Sitz im nordhessischen Bad Arolsen bewahrt persönliche Gegenstände von in Konzentrationslager verschleppten Menschen auf. Mit Freiwilligen sucht das Zentrum nach den Familien der Opfer, um die gestohlenen Erinnerungsstücke zurückzugeben. Zudem haben die Arolsen Archives das weltweit umfassendste Archiv mit Hinweisen zu 17,5 Millionen Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. dpa

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