Justiz

Vorwürfe gegen Führung der Arolsen Archives: Kontrollgremium will Abschlussbericht abwarten

Zentrale Namenskartei der Arolsen Archives in Bad Arolsen Foto: dpa

Nach anonym erhobenen Vorwürfen gegen die Führung des internationalen Zentrums zur NS-Verfolgung Arolsen Archives hat sich das Kontrollgremium der Einrichtung geäußert. »Wir nehmen diese Anschuldigungen ernst«, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme des Internationalen Ausschusses. Aber auch angesichts der Unschuldsvermutung werde sich der Ausschuss bis zum Abschlussbericht »weiterhin auf seine Führung verlassen«.

Das Gremium hatte eine Untersuchung durch eine unabhängige Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben. Sobald deren Abschlussbericht vorliege, müsse über die nächsten Schritte entschieden werden, erklärte der Ausschuss. Dem Aufsichts- und Kontrollgremium gehören Vertreterinnen und Vertreter aus elf Mitgliedsstaaten an. 

Medienberichten zufolge hatten 25 ehemalige und aktuelle Mitarbeitende der Führung der Arolsen Archives Mobbing, Machtmissbrauch und Sexismus vorgeworfen. Am 7. März habe man von einem Brief erfahren, den sowohl der Internationale Ausschuss als auch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien erhalten hätten, hatte das Zentrum nach Bekanntwerden mitgeteilt. Die Direktion sei gehalten, nicht zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, bis die laufende Untersuchung abgeschlossen sei.

Die Organisation mit Sitz im nordhessischen Bad Arolsen bewahrt persönliche Gegenstände von in Konzentrationslager verschleppten Menschen auf. Mit Freiwilligen sucht das Zentrum nach den Familien der Opfer, um die gestohlenen Erinnerungsstücke zurückzugeben. Zudem haben die Arolsen Archives das weltweit umfassendste Archiv mit Hinweisen zu 17,5 Millionen Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. dpa

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026

Meinung

Linke Luftnummer

Der Fünf-Punkte-Plan gegen Antisemitismus der Berliner Linken ist heuchlerisch. Die Partei ist derzeit nämlich nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems

von Ralf Balke  13.05.2026

TikTok

Antisemitismus per Algorithmus

Antisemitische Inhalte auf der Social-Media-Plattform treten häufig codiert auf. Reichweitenstarke Beiträge sind oft uneindeutig und werden erst im Kontext als antisemitisch erkannt

 13.05.2026

Meinung

Was Sachsen-Anhalt im Herbst droht

Nach den aktuellen Umfragen ist eine Alleinregierung für die AfD zum Greifen nah. Was das allein für die Erinnerungspolitik bedeuten würde, konnte man zuletzt an der Reaktion der Landespartei auf den 8. Mai beobachten

von Mascha Malburg  13.05.2026

Berlin

Ulf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei »Welt« auf

Die Hintergründe

von Steffen Trumpf  13.05.2026

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026

London

Sie »fischten« mit Geld nach Juden: Zwei Männer verurteilt

»Fishing for Jews« mit einer Angel, an der ein Geldschein hängt: Im Stadtteil Stamford Hill, in dem viele Charedim wohnen, werden die Verdächtigen von den Shomrim gestellt und später festgenommen

 13.05.2026

Teheran

Weitere Hinrichtung im Iran nach Spionagevorwürfen

Die iranische Justiz hat in den vergangenen Wochen viele Männer exekutieren lassen. Nun wird wieder ein Todesurteil vollstreckt

 13.05.2026

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  13.05.2026