Meinung

Vorwärts in die Vergangenheit

Der American Jewish Congress ist zahlungsunfähig, er hat neunzig Prozent seiner 24 Millionen Dollar Stiftungsgelder verloren, weil er sie dem Betrüger Bernie Madoff anvertraut hatte. So endet eine große Geschichte. Denn der American Jewish Congress rief im August 1933 zu einem Boykott deutscher Waren auf. Er rettete 5.000 Juden aus Deutschland, sprach schon vom Holocaust, während er passierte, war zionistisch, als sich das noch gar nicht gehörte, und setzte sich für die Juden in der Sowjetunion ein, ehe es Mode wurde. Dass der American Jewish Congress jetzt darüber nachdenkt, ausgerechnet mit dem American Jewish Committee zu fusionieren, ist eine Ironie der Geschichte. Denn das Committee verkörperte – zumindest anfangs – die elitäre Gegenstrategie: »Scha, a schande far die gojm!« Das American Jewish Committee war still, diplomatisch, manchmal auch ein wenig übervorsichtig; der Congress war laut und deutlich. Es bleibt zu hoffen, dass etwas von seinem Geist auf die andere Organisation übergehen möge. Vielleicht ist seine große Geschichte hier doch nicht zu Ende. Vielleicht wird sie erfolgreich fortgeschrieben.

Iran

Mullah-Regime richtet zwei Demonstranten hin

Die Männer hatten Anfang des Jahres an den blutig niedergeschlagenen Protesten teilgenommen

 03.11.2026

Midterm-Wahlen

Wird US-Präsident Trump zur lahmen Ente?

Für Donald Trump wird es eine Schicksalswahl: Heute wählt Amerika einen neuen Kongress. Sollten die Demokraten gewinnen, könnte Trump nur noch per Dekret regieren

 03.11.2026

Iran-Krieg

US-Armee greift Insel Gheschm an

Vor den Kongress-Wahlen am Dienstag haben US-Kampfflugzeuge eine Stellung der Revolutionsgarden attackiert

 03.11.2026

Staatsangehörigkeit

170.000 Anträge von NS-Verfolgten und Nachfahren auf Einbürgerung

Immer mehr Menschen beantragen die deutsche Staatsbürgerschaft über die sogenannte Wiedergutmachungs-Einbürgerung - fast die Hälfte der Anträge kommen aus Israel

 03.11.2026

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 02.11.2026

Berlin

SPD nominiert Michel Friedman für Bundesversammlung

Der Publizist darf damit über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abstimmen

 02.11.2026

Frankfurt am Main

»Zeit ist’s!«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zur Eröffnung der Jüdischen Akademie in der Mainmetropole. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  02.11.2026

Berlin

Koalitionsverhandlungen für Rot-Grün-Rot beginnen

Sechs Wochen nach der Wahl starten Linke, Grüne und SPD in Berlin ihre Koalitionsverhandlungen. Viele Fragen sind noch offen – und Scheitern ist jederzeit möglich.

 02.11.2026

Jugendproteste

Prien: Bei Krawallen nach »Gen Z«-Protesten die Realität betrachten

Die Jugendministerin Prien spricht von »weitestgehend friedlichen Demonstrationen« am Samstag. Was danach geschah, nennt sie »Gewaltexzesse von linksradikalen Gruppen«. Es seien wohl auch Menschen »aus migrantischen Milieus« beteiligt gewesen

 02.11.2026