Meinung

Vorwärts in die Vergangenheit

Der American Jewish Congress ist zahlungsunfähig, er hat neunzig Prozent seiner 24 Millionen Dollar Stiftungsgelder verloren, weil er sie dem Betrüger Bernie Madoff anvertraut hatte. So endet eine große Geschichte. Denn der American Jewish Congress rief im August 1933 zu einem Boykott deutscher Waren auf. Er rettete 5.000 Juden aus Deutschland, sprach schon vom Holocaust, während er passierte, war zionistisch, als sich das noch gar nicht gehörte, und setzte sich für die Juden in der Sowjetunion ein, ehe es Mode wurde. Dass der American Jewish Congress jetzt darüber nachdenkt, ausgerechnet mit dem American Jewish Committee zu fusionieren, ist eine Ironie der Geschichte. Denn das Committee verkörperte – zumindest anfangs – die elitäre Gegenstrategie: »Scha, a schande far die gojm!« Das American Jewish Committee war still, diplomatisch, manchmal auch ein wenig übervorsichtig; der Congress war laut und deutlich. Es bleibt zu hoffen, dass etwas von seinem Geist auf die andere Organisation übergehen möge. Vielleicht ist seine große Geschichte hier doch nicht zu Ende. Vielleicht wird sie erfolgreich fortgeschrieben.

Großbritannien

Premier Burnham: Iran steckt hinter geplantem Angriff auf US-Militärbasis

Mehrere Männer werden verdächtigt, einen Anschlag auf einen Militärstützpunkt in Großbritannien geplant zu haben. Nun sagt der britische Premier: Das waren die iranischen Revolutionsgarden

 13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

 12.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Sachsen-Anhalt

So instrumentalisiert die AfD den Eklat von Halle

AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider geriert sich als Opfer »fanatisierter Studenten«. Eine Einordnung

von André Anchuelo  12.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Berlin

Merz fordert SPD und Grüne auf, nicht mit Linken zu koalieren

Gibt es in Berlin eine rot-rot-grüne Koalition? Der Kanzler appelliert an SPD und Grüne

 12.10.2026

Kommentar

Vereint unter dem Dach eines Rechtsextremen

Der Verleger Jürgen Elsässer hat die Fraktionen von AfD und BSW für ein Kennenlernen in sein Magdeburger TV-Studio eingeladen. Dabei soll es auch um eine strategische Zusammenarbeit gegangen sein

von Ralf Fischer  12.10.2026

Berlin

120 Linke kritisieren Beschluss gegen Judenhass

Linke, Grüne und SPD haben sich vor dem Beginn von Sondierungsgesprächen zum Vorgehen gegen Antisemitismus verständigt. Daran gibt es aus der Linke nun deutliche Kritik

 12.10.2026

Kommentar

Die Linke hat ihren eigenen Antisemitismus nicht verstanden

Nein, wir sind natürlich keine Antisemiten, schallt es aus der Linken, wir kritisieren nur die israelische Regierung! Diese Formel wird immer wieder als Rechtfertigung herausgeholt

von Frank Schmiechen  12.10.2026