Meinung

Vorwärts in die Vergangenheit

Der American Jewish Congress ist zahlungsunfähig, er hat neunzig Prozent seiner 24 Millionen Dollar Stiftungsgelder verloren, weil er sie dem Betrüger Bernie Madoff anvertraut hatte. So endet eine große Geschichte. Denn der American Jewish Congress rief im August 1933 zu einem Boykott deutscher Waren auf. Er rettete 5.000 Juden aus Deutschland, sprach schon vom Holocaust, während er passierte, war zionistisch, als sich das noch gar nicht gehörte, und setzte sich für die Juden in der Sowjetunion ein, ehe es Mode wurde. Dass der American Jewish Congress jetzt darüber nachdenkt, ausgerechnet mit dem American Jewish Committee zu fusionieren, ist eine Ironie der Geschichte. Denn das Committee verkörperte – zumindest anfangs – die elitäre Gegenstrategie: »Scha, a schande far die gojm!« Das American Jewish Committee war still, diplomatisch, manchmal auch ein wenig übervorsichtig; der Congress war laut und deutlich. Es bleibt zu hoffen, dass etwas von seinem Geist auf die andere Organisation übergehen möge. Vielleicht ist seine große Geschichte hier doch nicht zu Ende. Vielleicht wird sie erfolgreich fortgeschrieben.

Diplomatie

Großes Zögern

Das iranische Regime unterdrückt die Proteste im eigenen Land brutal. Doch Brüssel und Berlin erhöhen den Druck nur langsam

von Michael Thaidigsmann  21.01.2026

Meinung

Jugendwerk endlich gründen

Seit vielen Jahren wird immer wieder betont, wie wichtig die Institutionalisierung des deutsch-israelischen Jugendaustauschs wäre. Höchste Zeit, die Idee in die Tat umzusetzen

von Joshua Schultheis  21.01.2026

Meinung

Liebe Iraner, wir fühlen mit euch!

Als Israelin wünscht sich unsere Autorin nichts mehr, als dass das brutale Regime in Teheran bald fällt. Ein offener Brief an die mutigen Menschen im Iran

von Sabine Brandes  21.01.2026

Berlin

Ahmed Abed: Nominierung der Linken sorgt für scharfe Kritik

Beim Neuköllner Kreisverband der Linkspartei sei Antisemitismus kein Randphänomen mehr, sagt Remko Leemhuis, der Direktor des AJC Berlin

von Imanuel Marcus  21.01.2026

Auszeichnung

Großer Kunstpreis Berlin geht 2026 an Meredith Monk

Die sechs Sektionen der Akademie der Künste wechseln sich bei der Vergabe des Großen Kunstpreises Berlin ab. In diesem Jahr ist die Sparte Musik dran. Sie ehrt eine US-amerikanische Sängerin und Komponistin

 21.01.2026

Berlin

Taglit für alle

Junge Führungskräfte sollen Israel entdecken – unabhängig von Religion und Herkunft. Der frühere israelische Staatspräsident Reuven Rivlin wirbt in Berlin für das Projekt »The Way Shalom«

 21.01.2026

Nairobi

Wadephul betont zu Trumps »Friedensrat« Bedeutung der UN

Die Welt schaut auf Davos und neue Pläne von US-Präsident Trump zur Konfliktlösung. Der deutsche Außenminister äußert sich weit entfernt in Kenia - und sieht Fragen offen

 21.01.2026

Judenhass

Bayern plant Exmatrikulation von Störern an Unis

Wer dauerhaft den Hochschulbetrieb in Bayern stört, soll künftig leichter herausgeworfen werden dürfen

 21.01.2026

Berlin

Wegner empfängt Kulturdelegation aus Tel Aviv

Im Zentrum des Treffens standen laut Staatskanzlei die weitere Vertiefung der kulturellen Beziehungen

 21.01.2026