Justiz in NS-Zeit

Versäumnisse aufarbeiten

Heiko Maas (SPD) Foto: dpa

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will Versäumnisse der Justiz im Umgang mit ihrer Vergangenheit in der Zeit des Nationalsozialismus weiter aufarbeiten.

Sie habe den Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz oft die Gerechtigkeit verweigert, und sie habe gleichzeitig viel zu viele Täter laufen lassen, sagte Maas am Donnerstag bei der Eröffnung einer Ausstellung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin laut Redemanuskript. Sein Ministerium hat dazu eine unabhängige Kommission aus Wissenschaftlern eingesetzt. Erste Ergebnisse sollen laut Maas bis Ende dieses Jahres vorliegen.

Forscher Geklärt werde soll unter anderem, »wie auch nach 1949 in der jungen Bundesrepublik frühere Nazi-Juristen dafür gesorgt haben, dass die große Mehrzahl der NS-Täter nicht bestraft wurde, sondern ungeschoren in ihre bürgerliche Existenz zurückkehren konnte«, erklärte der Minister.

Erstmals hätten die Forscher Zugriff auf alle Akten bekommen. Der Bericht der Wissenschaftler werde kein »schmeichelhaftes Werk« für die deutsche Justiz werden. »Wir wollen, dass auch hier die Wahrheit endlich ans Licht kommt«, unterstrich Maas. Die »beschämenden Versäumnisse« würden weiter aufgearbeitet.

Verbrechen Zugleich sprach sich Maas für eine weitere juristische Verfolgung von KZ-Verbrechern aus. Derzeit liefen noch etwa 30 strafrechtliche Vor-Ermittlungen gegen einstige Aufseher und Wachmänner des KZ Auschwitz, berichtete der SPD-Politiker und ergänzte: »Es stimmt, dass diese Leute inzwischen hochbetagte Greise sind.« Wer an Verbrechen beteiligt gewesen sei, der habe aber keinen Anspruch auf einen ruhigen Lebensabend.

Maas rief dazu auf, die Ausstellung »Vergiss Deinen Namen nicht – Die Kinder von Auschwitz« über die Kinder des Konzentrationslagers zu besuchen. »Ich wünsche mir, dass all jene in die Ausstellung kommen, die am Montag wieder hinter den Parolen von ›Pegida‹ mitgelaufen sind.« Er wünsche sich auch, dass »viele junge Muslime kommen«.

Die Erinnerung an die Schrecken, die Rassismus und Nationalismus über die Menschheit gebracht haben, sei gerade heute wichtig. epd

Extremismus

Die Linke und der Judenhass

Der »taz«-Journalist Nicholas Potter hat ein Buch über die Zusammenhänge zwischen Antisemitismus und Autoritarismus bei Teilen der Linken geschrieben. Ein Auszug

von Nicholas Potter  05.04.2026

Krieg

Trump gibt iranischer Führung Zeit bis Dienstagabend

Der US-Präsident hat der iranischen Führung mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie nicht einlenken

 05.04.2026

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Debatte

»Das wäre enorm wichtig, gerade für die vielen Kinder mit muslimischem Migrationshintergrund«

Israels Botschafter Ron Prosor spricht sich für Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten aus

 05.04.2026

Krieg

Israel meldet Tötung eines weiteren Öl-Kommandeurs im Iran

Nach einem Angriff in Teheran spricht Israels Militär von einem »schweren Schlag gegen die wirtschaftlichen Grundlagen des iranischen Sicherheitsapparats«. Das steckt hinter dem Angriff

 05.04.2026

Krieg

Trump: Wir haben unseren Soldaten gerettet und in Sicherheit gebracht

Rettung wie in einem Hollywood-Film: US-Spezialeinheiten konnten den vermissten Offizier des abgeschossenen Kampfjets geborgen. Der US-Präsident schildert die riskante Mission mit dramatischen Worten

von Lars Nicolaysen  05.04.2026

Krieg

Bericht: USA greifen Suchort von vermisstem US-Soldaten an

Die Suche nach dem vermissten Besatzungsmitglied eines US-Kampfjets läuft auf Hochtouren. Jetzt werden aus dem Iran Luftangriffe in einer Gegend gemeldet, in dem sich der US-Soldat befinden soll

 05.04.2026

München

Der Grüne, das Rathaus und die jüdische Gemeinschaft

Dominik Krause wird der nächste Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt. Der 35-Jährige ist Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und geht entschlossen gegen Antisemitismus vor. Ein Porträt

von Chris Schinke  04.04.2026

Krieg

»Kritische« Rettungsmission im Iran - Trump in Erklärungsnot

Die Suche nach dem vermissten Besatzungsmitglied eines Kampfjets wird für die USA zum Wettlauf gegen die Zeit - im Iran werden Kopfgelder ausgesetzt. Die Lage bringt die US-Regierung in Bedrängnis

von Cindy Riechau  04.04.2026

Großbritannien

Brandanschlag in London: Untersuchungshaft für Verdächtige

Mehrere Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes in Golders Green werden in Brand gesetzt. Vor Gericht erschienen nun drei Verdächtige

 04.04.2026