Einspruch

Verloren, aber gewonnen

Katrin Richter Foto: Marco Limberg

Einspruch

Verloren, aber gewonnen

Katrin Richter findet, dass das Ergebnis der Berliner Makkabäer im DFB-Pokal ziemlich nebensächlich ist

von Katrin Richter  17.08.2023 09:35 Uhr

Zugegeben, es wäre schon sensationell gewesen, wäre der Erstligist VfL Wolfsburg am vergangenen Sonntag nicht mit sechs Toren nach Hause gefahren und der TuS Makkabi Berlin im begehrten DFB-Pokal eine Runde weitergekommen.

Aber dem ist nun mal nicht so, und alle, die jetzt meinen, konditionelle, spielerische oder taktische Schwächen herausarbeiten zu müssen, die können es sich wieder in ihren Sesseln bequem machen. Denn das 0:6 ist ein Gewinn – für den TuS Makkabi Berlin.

hauptrunde Der Berliner Verein, der am 26. November 1970 gegründet wurde, hat auch schon vor dem Spiel am Sonntag im Mommsenstadion gezeigt, was in ihm steckt. Spielerisch: Überhaupt den Berliner Landespokal gewonnen zu haben und damit für die Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert worden zu sein, verlangt großen Respekt ab.

Vor allem ist das 0:6 ein Gewinn in Sachen Fans, Respekt und Toleranz.

Die Spieler sind nicht hauptberufliche Fußballer, sondern gehen anderen Berufen nach. Konditionell: So sicher war es nun auch nicht, dass der VfL Wolfsburg in der ersten Halbzeit mal eben nebenbei den kleinen Berliner Amateurverein abfrühstückt. Die Makkabi-Elf ist bestens in Form.

Aber vor allem ist das 0:6 ein Gewinn in Sachen Fans, Respekt und Toleranz. Wo sonst gibt es einen jüdischen Verein mit Spielern aus 17 Nationen? Mit Sportlern ganz unterschiedlicher Konfession oder auch mit gar keiner?

abpfiff Das gibt es nur bei Makkabi. Auf dem Platz sind ohnehin alle gleich. Die Fans auf der Tribüne fieberten mit, regten sich auf, jubelten und waren beim Abpfiff stolz auf ihre Mannschaft.

Und beim nächsten Spiel, bei vielen kommenden Spielen vieler anderer Vereine, ob in der Bezirksklasse, in der Landesliga, in der Ober- oder Regionalliga und auch in der Bundesliga, gilt: Der TuS Makkabi Berlin und seine Fans können Vorbilder sein. Sie zeigen, wie man sich respektvoll und fair für das engagiert, was einem am Herzen liegt. Und wie man den Sport lebt, auch wenn der Abpfiff schon lange verhallt ist.

richter@juedische-allgemeine.de

Reaktion

Israels Botschafter spricht Klartext über AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt

 07.09.2026

Sachsen-Anhalt

Wagenknecht äußert sich zur Zusammenarbeit mit der AfD

Die Hintergründe

 07.09.2026

Washington D.C.

»Gut gemacht!«: Elon Musk gratuliert AfD zu Wahltriumph

Der Milliardär und Tech-Unternehmer ist seit langem als AfD-Sympathisant bekannt. Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt verzückt ihn. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund macht ihm sogleich ein Angebot

 07.09.2026

Parteien

Was Markus Söder der CDU nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt rät

 07.09.2026

Berlin

»Death to Israel!«: Angriff auf FDP-Mitglieder

Im Stadtteil Charlottenburg beschimpften israelfeindliche Demonstranten FDP-Politiker, die nach ihrem Sommerfest mit dem Abbau beschäftigt waren

von Imanuel Marcus  07.09.2026

»Freedom Flotilla Coalition«

Neue Gaza-Flottille unterwegs

Die Initiatoren wollen den Gazastreifen im Oktober erreichen und fordern eine »globale Intifada«

 07.09.2026

Kommentar

Und nun?

Bloße Empörung über den Wahlsieg der rechtsextremen AfD ist billig und wohlfeil. Es sollte endlich auch über die Gründe ihrer Popularität gesprochen werden. Die Parteien der Mitte müssen endlich aufwachen

von Philipp Peyman Engel  07.09.2026

Magdeburg

BSW würde AfD ins Ministerpräsidentenamt verhelfen

Die Hintergründe

 07.09.2026

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

»Wind der Freiheit« oder »Schock«: Globales Echo auf Wahl

Der AfD-Erfolg sorgt international für sehr unterschiedliche Reaktionen und hitzige Debatten

 07.09.2026