Berlin

Treffen im Willy-Brandt-Haus

Die aktuelle Lage der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und Europa sowie der zunehmende Judenhass, Rechtspopulismus und Nationalismus in der Gesellschaft waren Thema eines Treffens von Vertretern des Zentralrats der Juden und des SPD-Parteivorstandes am Montag in Berlin.

Nach dem rund zweistündigen Gespräch im Willy-Brandt-Haus sagte Zentralratspräsident Josef Schuster: »Wir teilen mit der SPD die Sorge, dass politische Kräfte von Rechtsaußen sowohl aus der Europa-Wahl als auch aus den anstehenden Landtagswahlen gestärkt hervorgehen könnten.« Daher sei es notwendiger denn je, dass alle demokratischen Kräfte zusammenstehen. »Wir sind der SPD dankbar, dass wir mit unseren Anliegen auf offene Ohren gestoßen sind«, so Schuster.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

ANFEINDUNGEN SPD-Chefin Andrea Nahles betonte nach dem Treffen die Wichtigkeit des Kampfes gegen Antisemitismus. »Wir sind dankbar für das vielfältige jüdische Leben in Deutschland. Dass sich Juden und Jüdinnen heute ganz selbstverständlich zu Deutschland bekennen, ist für uns ein Geschenk.«

Deshalb stelle sich die SPD ohne Wenn und Aber gegen jede Form des Judenhasses, erklärte Nahles. »Wenn Juden und Jüdinnen in Deutschland ihre Identität aus Angst vor Anfeindungen verstecken müssen, dann sind wir alle gefragt zu handeln.«

Das Abstimmungsverhalten Deutschlands bei UN-Resolutionen gegen Israel war ein Thema, das der Zentralrat kritisch ansprach.

Thema der Unterredung war zudem die Altersarmut jüdischer Zuwanderer sowie Deutschlands besondere Verantwortung Deutschlands für Israels Sicherheit. Angesichts der zunehmenden Instabilität in der Region sei es wichtig, auf internationaler Ebene weiterhin mit aller Kraft Initiativen zur Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses zu unterstützen, hieß es von beiden Seiten nach dem Treffen.

IRAN Ein Thema, das der Zentralrat kritisch ansprach, war die Haltung Deutschland gegenüber dem Iran sowie das Abstimmungsverhalten Deutschlands bei UN-Resolutionen gegen Israel.

An dem Gespräch nahmen unter anderem für den Zentralrat Josef Schuster, Abraham Lehrer, Mark Dainow, Vera Szackamer sowie Barbara Traub und Daniel Botmann teil. Die SPD wurde unter anderem durch Andrea Nahles, Olaf Scholz, Malu Dreyer und Katarina Barley vertreten. ja

Exklusiv

Causa Georg Restle: Jetzt meldet sich WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni zu Wort

Felix Schotland, Mitglied im WDR-Rundfunkrat und im Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, beschwerte sich über einen X-Post des Journalisten Georg Restle. Nun bekam er eine Antwort

von Michael Thaidigsmann  13.08.2026

Florida

»Es geht um uns gegen den Juden«: Antisemitische Hetze im Wahlkampf

»Unsere Regierung ist nichts anderes als ein Werkzeug für jüdische Vorherrschaft«, schreibt der republikanische Vorwahl-Kandidat und Influencer Dan Bilzerian

 13.08.2026

Nahost

Ex-Botschafter Seibert fordert »klare europäische Position« zu Israel

Bis vor kurzem war er das Gesicht deutscher Diplomatie in Israel: Steffen Seibert. In einem Interview äußert er sich zu Grenzen der Staatsräson, Siedlungen, dem Terror der Hamas und gegen Boykotte

 13.08.2026

Geburtstag

Romani Rose wird 80: »Nie vergessen, zu welcher Unmenschlichkeit Menschen fähig sind«

Romani Rose kämpft gegen Vorurteile und Ausgrenzung. Der Minderheitenschutz ist für ihn eine tragende Säule der Demokratie. Nun wird der Heidelberger Bürgerrechtler 80 Jahre alt - und will weiter mitmischen

von Volker Hasenauer  13.08.2026

Meinungsfreiheit

Wenn Juden plötzlich Nazis sein sollen

Ein Gericht erklärt die Gleichsetzung von Hakenkreuz und Davidstern für zulässig. Kritiker sind irritiert

von Michael Thaidigsmann  13.08.2026

Sachsen-Anhalt

Polizeirabbiner vor der Wahl: Erstarken der AfD bereitet Sorgen         

Mehr Begegnung zwischen Juden und Nicht-Juden - das wünschen sich Deutschlands Polizeirabbiner. Sie bilden Polizeianwärter hierzulande fort und vermitteln jüdische Kultur. Seit fünf Jahren gibt es sie

von Nina Schmedding  13.08.2026

Hamburg

Haftbefehl gegen AfD-Politiker wegen offener Böhmermann-Kosten

Maximilian Krah bezeichnete den Satiriker als »einen Widerling« und erklärte, er zahle deshalb »nur widerwillig«

 13.08.2026

Hamburg

Gericht erklärt Kritik an Claim für zulässig: Journalist darf NGO »unsaubere« Zahlen vorwerfen

Der Investigativjournalist Sascha Adamek darf der Organisation vorwerfen, bei der Erfassung antimuslimischer Vorfälle mit »unsauber« erhobenen Zahlen gearbeitet zu haben. Die Hintergründe

 13.08.2026

Meinung

AfD als Sicherheitsrisiko

Es ist die Pflicht jedes Einzelnen, unsere Verfassung zu verteidigen und ein Überprüfungsverfahren anzustrengen. Verbieten kann nur unser freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat

von Roderich Kiesewetter  13.08.2026