Die schleswig-holsteinische Landtagspräsidentin Kristina Herbst hat die Verwüstung des Synagogen-Mahnmals in Kiel verurteilt. »Ich bin bestürzt über diesen Vandalismus an einem Ort des Gedenkens und der Mahnung«, erklärte sie am Montag in Kiel. Auch Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) und der Antisemitismus-Beauftragte Gerhard Ulrich äußerten sich bestürzt: »Dies ist kein harmloser Vorfall, dies ist vielleicht sogar eine neue Stufe der Eskalation«, erklärten beide.
Am Wochenende hatten Unbekannte das Mahnmal für die zerstörte Synagoge in der Kieler Goethestraße verwüstet. Dort abgestellte Kerzen, Blumen sowie weitere Gegenstände wurden vom Mahnmal entfernt, über den Gehweg verteilt und teilweise zertreten.
»Feiger Akt«
Es sei ein Ort geschändet worden, der für die schleswig-holsteinische Erinnerungskultur und das jüdische Leben in dem Bundesland von immenser Bedeutung sei, so Stenke und Ulrich. Auch mit Blick auf den Holocaustgedenktag am Mittwoch sei die Zerstörung zu verurteilen. Der feige Akt führe vor Augen, dass Judenfeindlichkeit allgegenwärtig sei. kna