Berlin

Geschichte jüdischer Politiker: Bundestag zeigt neue Ausstellung

Auch ein Hut von Stefan Heym zählt zu den Exponaten der Ausstellung im Paul-Löbe-Haus. Foto: picture alliance / akg-images / Gert Markert

Eine Ausstellung im Bundestag zeigt ab Mittwoch die Geschichten von jüdischen Politikerinnen und Politikern. »Sie erinnert an die Schicksale von Abgeordneten, die als Jüdinnen und Juden oder wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurden«, heißt es in der am Montag vorgestellten Ausstellung, deren Eintritt frei ist. In sechs Ausstellungsbereichen können Besucher die Biografien in Form von Tagebüchern, Videos und Audio erkunden.

Unter den Persönlichkeiten sind unter anderen die Nachkriegspolitiker Jeannette Wolff (SPD) und Erik Blumenfeld (CDU). Die Ausstellung wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundestags erarbeitet. Die Stiftung »Orte der Demokratiegeschichte« unterstützt die Schau.

Sadismus oder Wahnsinn»

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Holocaust-Überlebenden Wolff, der die Einführung gewidmet ist. Teile ihrer Aufzeichnungen «Sadismus oder Wahnsinn», die sie nach ihrer Inhaftierung ins ehemalige Konzentrationslager Stutthof bei Danzig (Gdansk) und einem Todesmarsch verfasste, sind in der Ausstellung zu sehen.

Der darauffolgende erste Teil widmet sich jüdischen Lebensläufen vor dem Nationalsozialismus. Ein Fokus liegt auf den Jahren 1848/49, 1868/71 und 1919/20. So ist etwa ein Text des jüdischen Redakteurs Rudolf Schay aus dem Jahr 1929 über die politische Entwicklung Deutschlands zu lesen.

Zwischen 1933 und 1945

Im zweiten Teil der Ausstellung geht es um Ausgrenzung, Demütigung und Verfolgung jüdischer Menschen mit einem Fokus auf den Jahren zwischen 1933 und 1945. In diesem Teil ist auch ein Stoffballen mit aufgedruckten Davidsternen aus dem Nachlass von Wolff ausgestellt.

Der dritte Teil behandelt die Erfahrung jüdischer Menschen im Nachkriegsdeutschland. «Wieso durfte gerade ich überleben?», fragt sich der Publizist Ernst Cramer in einem Brief an seinen Freund und Politiker Erik Blumenfeld, der in der Ausstellung zu sehen ist.

Der vierte Teil thematisiert die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit. Dabei wird sowohl die Debatte in der Bundesrepublik, wie auch der Umgang in der Deutschen Demokratischen Republik behandelt. Insbesondere der Einsatz der jüdischen Landtagsabgeordneten Hildegard Hamm-Brücher (FDP) in Bayern gegen die Verharmlosung der NS-Zeit ist hier nachzuvollziehen. Der letzte Teil und Schluss bearbeitet jüdische Biografien seit den 1980er Jahren..

Mittelmeer

Gaza-Flottille legt ungeplant auf Kreta an

Außenministerium in Jerusalem: Terrorverdacht gegen einen der Teilnehmer – zwei Aktivisten werden nach Israel gebracht

 01.05.2026

Bundesrats-Vorstoß

Zentralrat: Aufruf zur Vernichtung Israels soll strafbar sein

Bericht: Die Bundesländer Berlin und Brandenburg haben noch keine abschließende Position festgelegt

 01.05.2026 Aktualisiert

Jüdische Gemeinden

Das neue angstvolle »Normal«

Wie haben sich der 7. Oktober 2023 und die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten ausgewirkt? Der neue Lagebericht des Zentralrats der Juden in Deutschland

von Katrin Richter  01.05.2026

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  01.05.2026

Berlin

CDU-Präsidium tagt in Chabad-Synagoge

Die Parteispitze will damit ein Zeichen setzen

 01.05.2026

Urteil

Buchhandlungspreis: Gericht untersagt Weimer Extremismus-Äußerung

Die Buchhandlungspreis-Affäre lässt Kulturstaatsminister Weimer nicht los. Die unter Extremismusverdacht geratenen Buchhandlungen wehren sich

 30.04.2026

Washington D.C.

Größter US-Flugzeugträger soll Nahen Osten verlassen

Erstmals seit Jahrzehnten sind wieder drei US-Flugzeugträger im Nahen Osten - das verkündete das US-Militär vergangene Woche. US-Medien zufolge dürfte sich das aber schon bald wieder ändern

 30.04.2026

Washington D.C.

Trump drängt erneut auf Begnadigung Netanjahus

»Bibi ist ein Premierminister im Krieg. Mit so etwas im Nacken kann er nicht arbeiten«, sagt der amerikanische Präsident

 30.04.2026

Ralf Fischer

Kollegah: Judenhass in Reimform

Warum schweigen alle zu dem offenen Antisemitismus von Felix Blume aka Kollegah?

 30.04.2026