New York

Columbia University beruft Jennifer Mnookin zur neuen Präsidentin

Jennifer Mnookin Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die Columbia University in New York bekommt nach turbulenten Monaten eine neue Präsidentin: Jennifer Mnookin (58), derzeit noch Kanzlerin der University of Wisconsin–Madison, übernimmt das Amt zum 1. Juli. Die Entscheidung fällt nach einer Phase erheblicher Spannungen auf dem Campus, die im Zusammenhang mit israelfeindlichen Protesten standen. Alle namhaften amerikanischen Medien berichteten.

Mnookin leitet die University of Wisconsin–Madison seit 2022. Bis zur Abschlussfeier im Frühjahr bleibt die jüdische Rechtswissenschaftlerin dort im Amt. Jay Rothman, Präsident der Universities of Wisconsin, kündigte an, anschließend zunächst eine vorläufige Nachfolge zu benennen.

In einer Stellungnahme würdigte Rothman Mnookins Amtsführung ausdrücklich. Sie habe ihre Aufgabe mit »grenzenloser Energie, Widerstandskraft und einer außergewöhnlich reflektierten Führung« ausgefüllt. Mit Blick auf ihren Wechsel an die Ostküste schrieb er: »Da sie nun eine neue Aufgabe an einer anderen renommierten Institution übernimmt, sprechen wir ihr unseren großen Dank für ihren Einsatz aus und wünschen ihr für die kommenden Jahre weiterhin viel Erfolg.«

Lesen Sie auch

Antisemitismus und Islamfeindlichkeit

Mnookin selbst erklärte, ihre Zeit in Madison sei für sie eine große Ehre gewesen. »Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben – selbst in einer für die Hochschulbildung herausfordernden Phase – und ich weiß, dass der Campus der UW–Madison großartige Möglichkeiten vor sich hat«, sagte sie.

Die neue Präsidentin der Columbia University ist Juristin und Historikerin. Sie studierte an der Harvard University, erwarb ihren Jura-Abschluss an der Yale Law School und promovierte am Massachusetts Institute of Technology im Bereich Geschichte sowie Sozialstudien der Wissenschaft und Technologie. Vor ihrem Wechsel nach Wisconsin war sie Dekanin der juristischen Fakultät der University of California in Los Angeles (UCLA), wo sie insgesamt 17 Jahre lehrte. Zuvor unterrichtete sie unter anderem an der University of Virginia sowie als Gastprofessorin an der Harvard Law School.

Mnookin äußerte sich nach dem 7. Oktober in offiziellen Erklärungen deutlich zum Nahostkonflikt. Sie verurteilte das Massaker der Hamas in Israel, äußerte aber auch Sorgen über das anhaltende Blutvergießen im Gazastreifen, wo die israelischen Streitkräfte gegen die Hamas vorging. Gleichzeitig warnte sie vor einem zunehmenden Antisemitismus und einer wachsenden Islamfeindlichkeit auf amerikanischen Campusgeländen.

Lesen Sie auch

Institutionelle Verwerfungen

Ihr Amtsantritt an der Columbia University erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher institutioneller Verwerfungen. In den vergangenen zwei Jahren waren zwei Präsidenten zurückgetreten, nachdem ihnen ein unzureichender Umgang mit israelfeindlichen Protesten auf dem Campus sowie Spannungen mit der Universitätsleitung und Teilen der jüdischen Gemeinschaft vorgeworfen worden waren. Zudem war die Hochschule mit bundesstaatlichen Finanzsanktionen konfrontiert.

Während Mnookins vergleichsweise kurzer Amtszeit in Wisconsin konnte die University of Wisconsin–Madison ihre Position in der Spitzenforschung deutlich ausbauen. Laut einer Erhebung der National Science Foundation belegte sie zuletzt Platz fünf bei den Forschungsausgaben landesweit und überschritt 2024 mit 1,93 Milliarden Dollar die höchste Investitionssumme seit 2014.

Parallel setzte Mnookin einen Schwerpunkt auf den Zugang zur Hochschulbildung. Programme wie »Bucky’s Pell Pathway« und »Bucky’s Tuition Promise« wurden ausgeweitet und ermöglichten deutlich mehr Studenten aus Wisconsin eine finanzielle Absicherung ihres Studiums. im

Dokumentation

»Seit zweieinhalb Jahren bebt die Erde«

In Erfurt sprach der Zentralratspräsident über den Status quo Jüdischen Lebens in der Bundesrepublik. Dabei ging Schuster auch auf das Programm »Demokratie leben« und die Kritik an Familienministerin Karin Prien ein

 25.03.2026

Krieg

Iran lässt wenige Schiffe durch Straße von Hormus

Die iranischen Behörden lassen nur wenige Schiffe durch die für den Energiehandel wichtige Wasserstraße. Viele Reedereien meiden die Route angesichts von Angriffen und fehlender Versicherungen

 25.03.2026

London

»Ihm gefiel die Angst«: Frauen berichten von Epstein-Skandal

Über Jahre betrieb Jeffrey Epstein einen Missbrauchsring mit einer hohen Zahl an Opfern. In einem Fernsehinterview berichten fünf Frauen von ihren schlimmen Erfahrungen

 25.03.2026

Meinung

EU-Parlament: Fällt die Brandmauer?

Nach einem Medienbericht haben sich Vertreter der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament mit rechtsextremen Kräften zur Migrationspolitik abgestimmt. Diese Enthüllung wirft viele Fragen auf

 25.03.2026

Krieg gegen Iran

Hoffnung auf Verhandlungen

Raketenalarm in Tel Aviv, Angriffe auf Teheran: Trotz neuer Vermittlungsversuche und Forderungen an den Iran bleibt eine schnelle Waffenruhe wohl unwahrscheinlich

 25.03.2026

Berlin

»Ich bin für dich Ron!«

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinden Deutschlands, ehrte Israels Botschafter Ron Prosor für dessen Engagement für die kurdischen Gemeinden. Wir dokumentieren die Laudatio im Wortlaut

von Ali Ertan Toprak  25.03.2026

Berlin

Kurdische Gemeinde zeichnet Ron Prosor aus

Der israelische Botschafter wurde beim Neujahrsfest für sein Engagement für die kurdische Gemeinschaft ausgezeichnet

 25.03.2026

Kassel

Schmerzensgeld-Klage nach Antisemitismus auf documenta

Vor Gericht kam es zu keiner Einigung – wie geht es nun weiter?

 25.03.2026

Dokumentation

»Dieser Krieg ist nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig«

Bundespräsident Steinmeier verurteilte im Auswärtigen Amt den Krieg Israels und der USA. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  25.03.2026