Nahost

USA: Hamas verstößt nicht gegen Waffenruhevereinbarung

Wer wird Gaza künftig regieren? Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die amerikanische Regierung hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach die palästinensische Terrororganisation Hamas gegen das mit Israel vereinbarte Waffenstillstandsabkommen verstößt. Die Verzögerung bei der Übergabe der Leichname israelischer Geiseln sei erwartet worden, hieß es von Regierungsbeamten. »Die Hamas hat alle überlebenden Geiseln freigelassen, wie vereinbart«, erklärte ein enger Berater von Präsident Donald Trump laut »Times of Israel«.

Zwei hochrangige Trump-Mitarbeiter gaben in Washington Einblicke in die nächsten Schritte des 20-Punkte-Plans, mit dem die US-Regierung auch den Wiederaufbau Gazas steuern will. Ziel sei es, nur jene Gebiete wieder aufzubauen, in denen Hamas keinen Einfluss mehr habe. »Kein Cent wird in Regionen fließen, die weiterhin von Terroristen kontrolliert werden«, so einer der Berater.

Demnach arbeitet Washington gemeinsam mit Israel an der Einrichtung sicherer Zonen innerhalb der von der israelischen Armee kontrollierten Teile des Gazastreifens. Dorthin sollen Palästinenser fliehen können, die Repressalien durch Hamas fürchten. Berichte über öffentliche Hinrichtungen angeblicher »Kollaborateure« durch Hamas hätten die Entscheidung beschleunigt.

Internationale Schutztruppe geplant

Israel habe Bereitschaft signalisiert, bei der Errichtung dieser Schutzzonen zu helfen. »Das ist ein Zeichen dafür, dass Israel jene Palästinenser schützen will, die sich von Hamas lossagen und friedlich leben wollen«, so einer der US-Berater, den die »Times of Israel« zitierte. Ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung existiert allerdings noch nicht.

Lesen Sie auch

Parallel arbeitet Washington an der Bildung einer internationalen Stabilisierungstruppe, die den Gazastreifen nach dem Abzug israelischer Einheiten sichern soll. Mehrere Staaten, darunter Indonesien, Ägypten, Aserbaidschan und die Vereinigten Arabischen Emirate, hätten ihre Bereitschaft signalisiert, sich an einer solchen Mission zu beteiligen, so das Blatt.

Ziel sei es, die Entmilitarisierung des Gebiets schrittweise voranzutreiben und zugleich eine technokratische Übergangsverwaltung aus palästinensischen Fachleuten aufzubauen. Diese solle Hamas ersetzen. Das Gebiet werde aber auch nicht unter der Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde stehen.

»Bemerkenswerte Widerstandskraft«

Die USA betonten zugleich, dass kein Palästinenser zur Ausreise gezwungen werde. Trumps Berater sprachen von einer »bemerkenswerten Widerstandskraft« der Bevölkerung. Viele kehrten trotz der Zerstörung in ihre Viertel zurück und errichteten Zelte neben den Trümmern ihrer Häuser.

Fragen nach einer möglichen Zwei-Staaten-Lösung wichen die US-Vertreter dem Bericht nach aus. Vorrang hätten jetzt Sicherheit und wirtschaftliche Perspektiven, hieß es. im

Kommentar

Sprecht mit uns. Nehmt uns Ernst

Herr Ramelow, die jüdische Gemeinschaft, die vor Judenhass warnt, ist nicht das Problem. Antisemitismus ist das Problem - insbesondere in Ihrer Partei

von Avitall Gerstetter  24.09.2026

Düsseldorf

»Kindermörder« und Tritte: Staatsschutz ermittelt nach antisemitischen Angriff

Das Opfer soll zunächst von zwei Frauen angesprochen und israelfeindlich beleidigt worden sein. Wenig später kamen die Angreifer

 24.09.2026

USA

Medien: 15 Jahre Haft für Ex-Hollywood-Mogul Weinstein

Harvey Weinstein war einst ein mächtiger Medienmodul, dann kamen Vorwürfe Dutzender Frauen zu Sexualverbrechen ans Licht. Er sitzt im Gefängnis. Bis heute beschäftigen sich Gerichte mit dem Fall

von Anna Ringle  23.09.2026

Deutschland

»Existenzgefahr für Berlins Juden«

Die Linke macht immer wieder mit Judenhass und Forderungen nach der Auslöschung Israels von sich reden. Der Wahlsieg der Partei veranlasst nun den israelischen Botschafter zu einer ungewöhnlich deutlichen Stellungnahme

 23.09.2026

Berlin-Wahl

Klöckners Gretchenfrage: »Wie haltet ihr es mit dem Antisemitismus?«

Die CDU-Politikerin und Bundestagspräsidentin hat SPD und Grüne auf Instagram aufgefordert, in Berlin keine Koalition mit der Linkspartei einzugehen. Ansonsten werde das »Nie wieder« zur Farce

 23.09.2026

Jerusalem/New York

Benjamin Netanjahu: Werde vor UNO die Wahrheit über Mamdani sagen

Israels Ministerpräsident wirft dem New Yorker Bürgermeister Unterstützung der Hamas und Hetze gegen Juden vor

 23.09.2026

Machtgedanke zu verlockend? SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (r.) und Elif Eralp von der Linkspartei bei einer Podiumsdiskussion vor der Wahl

Kommentar

Finaler Tabubruch

Ein persönlicher Appell an die Berliner SPD, sich nicht mit den dunkelroten Judenfeinden von der Linkspartei einzulassen

von Daniel Killy  23.09.2026

Debatte

Außenminister Sa’ar kontert Vorwürfe von Österreichs Bundespräsident Van der Bellen

Sa’ar drehte Van der Bellens Aussage um und fügte hinzu: Kein österreichischer Bürger dürfe für den »Unsinn« seines Präsidenten verantwortlich gemacht werden

 23.09.2026

Solidarität

LED-Truck gegen Judenhass in fünf deutschen Städten

Mit einer bundesweiten Aktion wollen die »Christen an der Seite Israels« rund um den Jahrestag des Hamas-Massakers vom 7. Oktober auf Antisemitismus aufmerksam machen

 23.09.2026